Energieforschungsausgaben - Unternehmenssektor in Österreich 2023

Von den heimischen Unternehmen wurden im Jahr 2023 914,3 Millionen Euro an Forschungsausgaben dem Thema Energie zugeordnet, damit machen die Forschungsausgaben der Unternehmen fast das Dreifache der öffentlichen Hand aus.

Bibliographische Daten

Energieforschungserhebung 6/2026
Andreas Indinger, Felix Bettin, Anna Burger
Herausgeber: BMIMI
Deutsch, 80 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Von den heimischen Unternehmen wurden im Jahr 2023 914,3 Millionen Euro an Forschungsausgaben dem Thema Energie zugeordnet, damit machen die Forschungsausgaben der Unternehmen fast das Dreifache der öffentlichen Hand aus. Dieser Wert lag um 20,3 % über dem Vergleichswert aus der Erhebung 2021. Der leichte Ausgabenrückgang von Unternehmen mit Hauptsitz in Wien konnte durch substanzielle Steigerungen in der Steiermark, in Kärnten und Oberösterreich ausgeglichen werden.

Eine detaillierte Auswertung von rund 244 Unternehmen in zehn Sektoren von Energietechnologien zeigt für 2023 ein differenziertes Bild:

  • Bei der Photovoltaik konnten die Ausgaben für F&E bei den betrachteten Unternehmen den Aufwärtstrend seit 2015 fortsetzen und erreichten 35,1 Millionen Euro.
  • Die Solarthermie konnte zwar in der Forschung den Anstieg fortsetzen und erreichte 2,5 Millionen Euro, dagegen sank die Produktion in Österreich jedoch weiter ab.
  • Bei der Windkraft kam es im Jahr 2023 zu deutlichen Steigerungen bei den F&E-Ausgaben der betrachteten Unternehmen. Mit 24,1 Millionen Euro wurde das Aktivitätsniveau mehr als verdoppelt, die Zuordnung zur Zielsetzung Energie verdreifachte sich.
  • Die betrachteten Unternehmen im Bereich der Technologien zur Nutzung der Wasserkraft steigerten ihre F&E-Ausgaben von einem schon recht hohen Niveau weiter auf 93,8 Millionen Euro.
  • Bei den Unternehmen, die Anlagen oder Technologien zur Erzeugung fester und flüssiger Biobrennstoffe sowie Biogas planen, herstellen oder errichten, sind für 2023 mit 17,3 Millionen Euro deutlich höhere interne Ausgaben für F&E als in den Jahren 2017 bis 2021 zu erkennen.
  • Unternehmen, die Kessel, Öfen und KWK-Anlagen zur energetischen Nutzung fester Biomasse herstellen, konnten das Niveau der F&E-Ausgaben annähernd halten und erreichten 29,1 Millionen Euro.
  • Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Leuchtmitteln und Beleuchtungssystemen haben sich mittlerweile auf eine ursprünglich völlig neue Technologie für ihre Produkte umgestellt („LED"). Die Forschungsausgaben dieser Unternehmen blieben auf sehr hohem Niveau, der Anteil der energiebezogenen Forschung ist hier jedoch schwer abzuschätzen. Die Autor:innen schätzen hier die Ausgaben für F&E auf knapp 60 Millionen Euro.
  • Die F&E-Ausgaben der Unternehmen im Bereich der Stromspeicher – insbesondere Batteriesysteme – legten auch 2023 weiter zu und erreichten 69,2 Millionen Euro.
  • Beim Thema Wasserstoff, seit 2021 aufgenommen, stiegen die gemeldeten Ausgaben der erfassten und meldenden Unternehmen erneut an und wiesen im Jahr 2023 interne F&E-Ausgaben von 13,5 Millionen Euro auf.
  • Die Ausgaben im Bereich Heizung, Kühlung und Klimatisierung haben sich auch 2023 weiter erhöht und erreichten 23,9 Millionen Euro.

In 2023 wurden für diese zehn Technologiebereiche seitens der Unternehmen 367,7 Millionen Euro ausgegeben. Insgesamt waren in den betrachteten Unternehmen fast 4.100 Personen (Vollzeitäquivalente) in der F&E tätig, davon etwas mehr als die Hälfte für die betrachteten Technologiebereiche.

Die Forschungsprämie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Forschungsfinanzierung und der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich; im Schnitt der letzten drei Jahre konnten jährlich 37 Millionen Euro dem Bereich Energietechnik zugeordnet werden.

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