IEA Bericht: Global Energy Review 2026
Herausgeber: IEA, 2026
Englisch, 48 Seiten
Inhaltsbeschreibung
Die aktuelle Ausgabe des „Global Energy Review 2026" der Internationalen Energieagentur (IEA) bietet eine erste umfassende Analyse der globalen Energieentwicklung im Jahr 2025. Untersucht werden Nachfrage- und Angebotsentwicklungen über alle Energieträger hinweg, regionale Trends, Strommärkte, wichtige Energietechnologien sowie energiebedingte CO₂-Emissionen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Wettereffekten, Energieintensität und dem Ausbau sauberer Energietechnologien.
Strom wird zum zentralen Wachstumstreiber
Die weltweite Stromnachfrage stieg 2025 um rund 3 %. Sie wuchs damit mehr als doppelt so stark wie der gesamte Energiebedarf. Die IEA sieht darin eine Bestätigung des Eintritts in ein „Zeitalter der Elektrizität". Elektrofahrzeuge und Rechenzentren trieben den Strombedarf besonders stark nach oben. Die Verkäufe von Elektroautos stiegen 2025 um mehr als 20 % auf über 20 Millionen Fahrzeuge und machten damit rund ein Viertel der weltweiten Neuwagenverkäufe aus. In den USA entfiel rund die Hälfte des zusätzlichen Stromverbrauchs auf Rechenzentren. Der größte Teil des Wachstums lag jedoch weiterhin bei Gebäuden, Industrie und Haushaltsgeräten.
Photovoltaik verzeichnet historischen Zuwachs
Im Stromsektor setzte der Photovoltaik-Ausbau neue Maßstäbe. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik stieg um 600 TWh – laut IEA der größte jährliche Zuwachs einer einzelnen Stromerzeugungstechnologie außerhalb krisenbedingter Nachholeffekte. Photovoltaik deckte damit rund 70 % des globalen Zuwachses der Stromerzeugung. Insgesamt wuchs die Erzeugung aus erneuerbaren Energien und Kernenergie stärker als die gesamte zusätzliche Stromnachfrage. In der EU erreichten Photovoltaik und Windkraft im Jahr 2025 zusammen einen Anteil von 30 % an der Stromerzeugung und übertrafen damit erstmals fossile Energieträger.
Fossile Energieträger wachsen nur noch schwach
Die Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle nahm 2025 weiter zu, verlor jedoch gegenüber 2024 deutlich an Dynamik. Die Ölnachfrage stieg um 0,65 Mio. Barrel pro Tag. Gebremst wurde sie vor allem durch eine schwächere Nachfrage nach petrochemischen Rohstoffen und die zunehmende Elektrifizierung des Straßenverkehrs. Auch die Gasnachfrage wuchs mit rund 1 % nur moderat. Die Kohlenachfrage erhöhte sich weltweit nur leicht um rund 0,4 %.
Regionale Entwicklungen verlaufen deutlich auseinander
Hinter diesen globalen Entwicklungen stehen deutliche regionale Unterschiede. China blieb zwar der größte Treiber des zusätzlichen Energiebedarfs, das Wachstum verlangsamte sich jedoch auf 1,7 %. Der starke Ausbau erneuerbarer Energien und höhere Effizienz dämpften dort den Bedarf an fossilen Energieträgern. In den USA stieg der Energiebedarf dagegen um mehr als 2 %. Dazu trugen kältere Temperaturen, eine stärkere Nachfrage aus der Industrie und der wachsende Strombedarf von Rechenzentren bei. Zudem wurde in der Stromerzeugung wieder mehr Kohle eingesetzt, weil höhere Gaspreise Kohlekraftwerke gegenüber Gaskraftwerken begünstigten. In Indien fiel das Nachfragewachstum durch einen frühen und starken Monsun sowie niedrigere Kühlbedarfe deutlich schwächer aus.
Erneuerbare, Speicher und Kernenergie setzen neue Ausbauwerte
Der globale Zubau erneuerbarer Kapazitäten erreichte 2025 mit rund 800 GW einen neuen Rekord. Rund drei Viertel davon entfielen auf Photovoltaik, weitere rund 20 % auf Windkraft. Besonders dynamisch entwickelten sich Batteriespeicher. Mit 108 GW neu installierter Speicherkapazität lag der Zubau rund 40 % über dem Vorjahreswert. Auch bei der Kernenergie zeigte sich neue Dynamik. 2025 begann der Bau von mehr als 12 GW neuer Kernkraftwerkskapazität, überwiegend in China.
CO₂-Emissionen steigen trotz Energiewende weiter
Die energiebedingten CO₂-Emissionen stiegen 2025 um rund 0,4 % und erreichten damit erneut einen Höchststand. In China gingen die Emissionen zurück, unter anderem durch den Ausbau emissionsarmer Stromerzeugung und schwächere energieintensive Industrieproduktion. In Indien blieben die Emissionen nahezu stabil beziehungsweise gingen leicht zurück, stark beeinflusst durch Monsuneffekte und höhere erneuerbare Stromerzeugung. In den Industrieländern stiegen die Emissionen dagegen erstmals seit mehreren Jahren wieder an. Erstmals seit den 1990er-Jahren fiel das Emissionswachstum in Industrieländern mit 0,5 % höher aus als in Schwellen- und Entwicklungsländern mit 0,3 %. Gründe dafür waren vor allem kältere Winter, ein höherer Gasverbrauch und eine teilweise stärkere Nutzung von Kohle in der Stromerzeugung.
Emissionsarme Technologien senken den Bedarf an fossilen Energieträgern
Der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft, Kernenergie, Elektroautos und Wärmepumpen seit 2019 hat den Bedarf an fossilen Energieträgern deutlich verringert. Laut Bericht wurden dadurch im Jahr 2025 mehr als 35 EJ fossile Energienachfrage vermieden. Das entspricht rund 7 % des weltweiten fossilen Energieverbrauchs. Gleichzeitig wurden dadurch etwa 3 Gt CO₂-Emissionen vermieden, was rund 8 % der globalen energiebedingten Emissionen entspricht. Den größten Beitrag dazu leistete Photovoltaik gefolgt von Windkraft.
Fazit
Das globale Energiesystem befindet sich im Wandel. Elektrifizierung, Photovoltaik, Batteriespeicher und Elektromobilität gewinnen rasch an Bedeutung und wachsen dynamischer als fossile Energieträger. Diese Entwicklung reicht aber bisher nicht aus, um die weltweiten CO₂-Emissionen insgesamt zu senken. Der Bericht zeigt außerdem die Relevanz von Wettereffekten auf Energiebedarf und Stromerzeugung auf. Kältere Winter erhöhten den Heizbedarf und den Gasverbrauch, während geringerer Kühlbedarf in anderen Regionen das Nachfragewachstum dämpfte. Schwache Windbedingungen und geringere Wasserkrafterzeugung machten zudem deutlich, wie wichtig flexible Stromsysteme und steuerbare Kapazitäten für den weiteren Umbau des Energiesystems sind.
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