Foto: Frontansicht der Schule Schwanenstadt

Österreich unter den Spitzenreitern bei Forschungskooperationen im Rahmen der Internationalen Energieagentur

Im "Mapping of IEA TCPs" Projekt des BMVIT wurden 185 IEA Projekte nach thematischen und methodischen Schwerpunkten erhoben und analysiert. Mit Hilfe eines grafenbasierten Tools können so erstmals aktuelle Aktivitäten des IEA Energietechnologie Netzwerks visualisiert dargestellt werden. Österreich profitiert überdurchschnittlich von diesen weltweiten Kooperationen.

Erstmals visualisierte Darstellung des IEA Energietechnologie - Netzwerks

Großer Hebel für Österreich mit geringem Mitteleinsatz

Im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA) findet seit mehr als 40 Jahren Forschungszusammenarbeit im Energiebereich statt. Österreich ist IEA Gründungsmitglied und mit dem BMVIT aktiver Partner und langjähriger Unterstützer dieser Forschungskooperationen.

Die Forschungskooperationen finden in 38 Programmen, den "Technology Collaboration Programms" (TCPs) statt. Österreich ist derzeit an 19 TCPs beteiligt. Das BMVIT fördert österreichische Beteiligungen an diesen IEA TCPs mit jährlich 2,5 Mio. Euro im Rahmen des FTI Programms "IEA Forschungskooperation".

Intention

Als Co-Vorsitzende der End-Use Working Party, einem Gremium zur Unterstützung der TCPs, dem Technologiekomitee und der Mitgliedsstaaten war es mir wichtig einen Überblick über die zahlreichen Themen, Projekte und deren Zusammenhänge zu generieren. Darüber hinaus sollten Lücken oder Überschneidungen aufgezeigt und Rückschlüsse für das österreichische Engagement in den TCPs getroffen werden.

Sabine Mitter von der Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien

Daher wurde die Österreichische Energieagentur vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) beauftragt, die Daten zu sammeln, zu analysieren und zu visualisieren.

Vielfältige Kooperationen weltweit

Das Ergebnis zeigt ein interessantes und für Österreich positives Bild. Österreich ist an 88 der insgesamt 185 aktuellen Aktivitäten beteiligt, das entspricht Rang 7 von 49 teilnehmenden Ländern. 48 Aktivitäten finden im Bereich End-Use und 35 im Bereich Erneuerbare statt.

Die Beteiligungen decken sich daher sehr gut mit den nationalen Schwerpunktsetzungen. Österreich zählt in der IEA mittlerweile zu den Agendasettern und positioniert so österreichische Expertise und Stärken. Österreichische ExpertInnen übernehmen in den letzten Jahren auch vermehrt Projektleitungen, was die Qualität und das Engagement unterstreicht.

Der Wissens- und Ergebnistransfer nach Österreich erfolgt im Rahmen der Programmaktivitäten (Workshops, Veranstaltungen, Website und Publikationen). Österreich ist damit ein Vorbild für viele Länder.

Daten sind Open Source

Ein weiterer Aspekt des innovativen Projekts: Im Sinne des Open Data Ansatzes des BMVIT sind die Daten Open Source, können also kostenfrei von WissenschaftlerInnen auf der ganzen Welt über das Internet bezogen und für weitere Forschungsarbeiten genützt werden. Der Endbericht dient dabei als Anleitung zur Nutzung der öffentlich verfügbaren Datenbank.

Grafenbasierte Datenbank

Die ExpertInnen der Österreichischen Energieagentur haben im Rahmen des Auftrags ein Portfolio von 35 Methoden entwickelt, mit dem die 185 identifizierten Aktivitäten beschrieben werden konnten. Zusammengeführt wurden alle Daten in einer grafenbasierten Datenbank, die rund 500 sogenannte "Nodes" und über 5.700 "Beziehungsinformationen" enthielt. Diese Daten wurden qualitativ und quantitativ ausgewertet. Die Interpretation dieser Auswertungen lieferte neue Erkenntnisse.

Ergebnisse im Detail

  • Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt im Bereich der angewandten Forschung. Technologie- und sektorenübergreifende Themen spielen eine immer größer werdende Rolle, was beispielsweise an den Themen Wasserstoff, Speicher, Smart Grids oder auch Wärmepumpen gut dargestellt werden kann.
  • Die IEA TCPs bereiten Entscheidungsgrundlagen für die FTI- und Energiepolitik sowie im rechtlichen Bereich auf. Sie beschäftigen sich auch mit der Entwicklung von Tests, Normen und Standards. Marktunterstützung, Marktanalysen und Best Practice sind auch oft im Fokus der TCPs.
  • Lücken bzw. noch nicht genügend Engagement finden sich im Bereich der aktiven Einbindung von KonsumentInnen im Energiesystem (z. B. als sogenannte Prosumer). Datenschutz bzw. generell das Thema Digitalisierung des Energiesystems stand auch noch in keinem der 2017 laufenden Aktivitäten im Zentrum.
  • Der Industriebereich wurde als derjenige Endverbrauchssektor identifiziert, in dem - gemessen an seinen Forschungsausgaben, aber auch an seinem Energiebedarf - vergleichsweise wenig TCP Aktivitäten laufen. Es gibt nur ein Industrie TCP, dieses ist jedoch sehr breit ausgelegt. Industrielle Anwendungen werden außerdem in Programmen wie Wärmepumpen, Solares Heizen und Kühlen oder auch Fernwärme betrachtet.

Über die IEA

Die IEA wurde 1974 als autonome Einheit der OECD gegründet. Die IEA Mission ist es, eine sichere, leistbare, saubere Energieversorgung für ihre Mitglieder und darüber hinaus sicherzustellen. Die IEA hat 4 Schwerpunkte - Energiesicherheit, wirtschaftliche Entwicklung, Umweltbewusstsein und weltweites Engagement.

Sie hat 30 Mitgliedsstaaten. Mexico wurde im November 2017 aufgenommen. Chile ist Beitrittsland. Assoziierte Staaten sind Brasilien, China, Indien, Indonesien, Marokko, Singapur und Thailand. Im Rahmen der IEA Forschungskooperationen können auch Nicht- IEA Länder teilnehmen.

Mapping of IEA TCPs

Die Publikation visualisiert aktuelle Aktivitäten des IEA Energie Technologienetzwerks und identifiziert mögliche Lücken und Überschneidungen. Das Mapping beinhaltet 185 laufende Tasks und Annexe (Stand September 2017). Schriftenreihe 10/2018
Lukas Eggler, Andreas Indinger, Lukas Zwieb, Herausgeber: BMVIT
Englisch, 64 Seiten

Downloads zur Publikation

Das weltweite Energiesystem im Wandel (IEA Kurzvideo zum World Energy Outlook 2017)

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