Zwetschke

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 2/1998
Wege in der Umsetzung von ECODESIGN

Informationsworkshop für Firmen mit Interesse an umweltgerechter Produktgestaltung/ECODESIGN

Inhaltsbeschreibung

Umweltgerechte Produktgestaltung/ECODESIGN

Seit einiger Zeit gewinnt der Begriff der "Nachhaltigkeit" sowohl in der gesellschaftlichen wie auch der politischen Diskussion um Zukunftsstrategien immer mehr an Bedeutung. Der Begriff ist mittlerweile omnipräsent und immer mehr gesellschaftliche Institutionen, politische Parteien, aber auch Universitäten samt den verschiedenen Wissensdisziplinen sehen sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie sie denn mit "Nachhaltigkeit" umgehen, was denn ihr Beitrag zu, wie es im Brundtland Report heißt, "sustainable development" ist.

Diese Frage stellt sich natürlich auch bzw. gerade dann, wenn es darum geht, neue Produkt zu entwickeln. Namhafte Experten für das Konzept von sustainability haben vorgerechnet, dass die notwendige Reduktion des Umwelt- und Ressourcenverbrauches beim Faktor 10-20 (!) liegt (vgl. dazu E.U.v.Weiszäcker, F.Schmidt-Bleek, W.Rees, ... u.a.). Dies bedeutet nichts anderes, als dass wir, wenn wir das Konzept der "Nachhaltigkeit" umsetzen wollen, mit einem Zehntel der heute verbrauchten Ressourcen auskommen müssen. Dies umzusetzen stellt nicht zuletzt in der Produktentwicklung eine gewaltige Herausforderung dar. Es geht also darum, mit innovativen Strategien neue Wege im Umgang mit Technik einerseits (Effizienzstrategien) und neue Wege im Umgang mit unseren Bedürfnissen (Suffizienzstrategien) andererseits zu suchen, um mit Kreativität und Verantwortung zukunftsfähige Perspektiven zu entwickeln.

An der Technischen Universität Wien wird am Institut für Allgemeine Maschinenlehre, Abteilung Konstruktionslehre seit nunmehr einigen Jahren der Frage nachgegangen, wie eine Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategien für die Produktentwicklung aussehen kann. Zur Zeit wird in verschiedenen Forschungsprojekten versucht, durch den Einsatz spezieller, die Produktentwicklung unterstützender Methoden diesen Prozess zu instrumentalisieren. Unter dem mittlerweile modernen Schlagwort ECODESIGN werden anwendungsfreundliche Strategien entwickelt, die geeignet sind, notwendige Reduktionen des Umwelt- und Ressourcenverbrauches in der Produktentwicklung zu erreichen. Dazu ist es zweifellos notwendig, den Begriff des "Produktes" neu zu definieren und zu überdenken. Als übergeordnetes Ziel kann das Erreichen eines maximalen Nutzens (beim Konsumenten bzw. besser beim Nutzer) bei minimalem Ressourcenverbrauch (in der Herstellung bzw. besser in der Zurverfügungstellung) formuliert werden.

Aufgaben des ECODESIGN Infoknotens

Der ECODESIGN Informationsknoten TU Wien bietet einen Überblick über die Aktivitäten in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene. Zudem soll unter den in Österreich am Thema Interessierten - Praktikern wie Theoretikern - eine Vernetzung erreicht werden, um einen Informationsaustausch rund um das Thema umweltgerechte Produktgestaltung/ECODESIGN zu ermöglichen. Dazu werden vom österreichischen ECODESIGN Informationsknoten Veranstaltungen wie der Workshop für Firmen vom 21. 11. 1997 angeboten, um im direkten Erfahrungsaustausch zw. Forschung und Firmen neue Erkenntnisse zu vermitteln, bzw. Fragestellungen aufzuwerfen und gemeinsam zu lösen. Als weitere Medien zum Austausch von Informationen betreibt der österreichische ECODESIGN Informationsknoten ständig eine Mailingliste im Internet und bietet ein umfangreiches Informationspaket via WWW-Seiten an.

Ziele des Infoworkshops

Der Informationsworkshop richtete sich ausschließlich an Firmen mit Interesse an umweltgerechter Produktgestaltung/ECODESIGN sowie entsprechender Produktentwicklungskompetenz.

Ziel des Theorieteiles war es, das Potential von umweltgerechter Produktgestaltung/ECODESIGN aus wissenschaftlicher Sicht aufzuzeigen sowie einen Überblick über Forschungsaktivitäten und konkrete Umsetzungsstrategien zu geben. Die Kurzfassung der einzelnen Vorträge wurde vom jeweiligen Vortragenden selbst verfasst und unverändert in den Tagungsband übernommen.

Im Praxisteil wurde die ECODESIGN-Checklistenmethode, die an der Abteilung für Konstruktionslehre am Institut für allgemeine Maschinenlehre der TU-Wien entwickelt wird, vorgestellt und an einem Beispielprodukt erprobt. Versuchsobjekt war ein Häcksler der Firma AL-KO, der von den Workshop-Teilnehmern mit dem Modul der Bauteilanalyse untersucht und umweltrelevante Schwachstellen aufgezeigt wurden. Die Module Funktionsanalyse und Produktanalyse konnten aus Zeit- und Einarbeitungsgründen nicht mehr angewendet werden.

Bibliographische Daten

Wege in der Umsetzung von ECODESIGN
Wolfgang Wimmer (Österreichischer ECODESIGN Informationsknoten)

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 2/1998
Im Auftrag des Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
52 Seiten
Wien, November 1997

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