Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Utendorfgasse Wien

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 11/1997
Verbreitungsstrategien für Cleaner Production in den USA

Auswertung der österreichischen Aktivitäten

Inhaltsbeschreibung

Zielsetzung dieses Projektes ist es, erfolgreiche und innovative Verbreitungsansätze für die Idee der sogenannten "Cleaner Production", sauberer industrieller Produktion durch betriebsintegrierte Maßnahmen zur Vermeidung von Abfällen und Emissionen, aufgrund der Analyse US-amerikanischer Programme aufzuzeigen, Ideen für die Umsetzung in Österreich zu generieren und die für österreichische Experten zur Umsetzung notwendigen Informationen über solche Programme übersichtlich aufzuarbeiten.

Um häufige und erfolgreiche Elemente eines Programms zur Verbreitung einer Idee strukturiert darstellen zu können, wurde von den Autoren versucht, zu erarbeiten, auf welche Bedürfnisse sich diese Programmelemente beziehen. Dieser neue Ansatz wird in Kapitel 2 des vorliegenden Berichtes näher erläutert. An Motivatoren wurden identifiziert: die grundlegenden Bedürfnisse des Unternehmens (Kostensenkung, Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen, gutes Betriebsklima) und die anderen Bedürfnisse (Ansehen des Betriebes, Unternehmensphilosophie).

Aus der Fülle der in den analysierten amerikanischen Programmen angewendeten Elemente erscheinen den Autoren als besonders innovativ und zur Umsetzung in Österreich geeignet:

  • Klare Reduktionsziele bekannt machen
  • Medienwirksame Vergabe von Preisen
  • Focus groups zur Definition der Programmschwerpunkte
  • Problemstoffsammlung bei Haushalten
  • PP-Week zur Öffentlichkeitsarbeit in Regionen
  • Verbreitung über z. B. Ausstellungen und Museen (Cleaner Production Exponate zeigen)
  • Rechtshilfe als Einstieg
  • Definition und Behebung der Infodefizite bei den Behördenvertretern
  • Schulung der Behördenvertreter vor Projektbeginn
  • Einrichtung eines Information Clearinghouse
  • Telefonische Hot Line
  • Schaffen von persönlichen Ansprechstellen
  • Gezielte Information von Betrieben über emissionsarme Technologien nach Schwerpunkten
  • Bring your parts workshops
  • Praktische Ausbildung am Objekt, Beispiele, Cases

Von diesen erscheinen den Autoren als für die kurzfristige Umsetzung besonders geeignet:

  • Gezielte Informationskampagne zur Bekanntmachung der Grundsätze des Nationalen Umweltplanes, Formulierung von Reduktionszielen für die einzelnen Sektoren der österreichischen Industrie und des Gewerbes aus der Diskussion mit Focus Groups, diese erleichtern die Identifikation mit dem Programm für Betriebsangehörige, und bieten einen klare Linie
  • Stiftung von Auszeichnungen und Preisen für saubere industrielle Produktion, um symbolische Anreize zu schaffen, die von höchster Stelle getragen werden; eine Auszeichnung verleiht dem Projekt einen besonderen Rahmen und steigert das Selbstwertgefühl der Projektteilnehmer
  • Pollution Prevention Tage, um unter Ausnutzung aller verfügbaren Medien auf die Bevölkerung einer Region einzuwirken, die Öffentlichkeit mit der Idee vertraut zu machen, das Potential aufzuzeigen und das Bewusstsein zu schärfen,
  • Behördenschulung, um Cleaner Production über die Behördenvertreter in die Betriebe zu tragen und Cleaner Production Lösungsansätze zur Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen zu propagieren
  • Information Clearinghouse, um die Betriebe gezielt mit gut aufbereiteten und überprüften Informationen über neue Rohstoffe und Technologien zu versorgen

Bring your parts workshops, um den Betrieben die Möglichkeit zu geben, neue Technologien für ihren speziellen Bedarf unverbindlich in der Praxis kennen zu lernen.

Bibliographische Daten

"Verbreitungsstrategien für Cleaner Production in den USA"
Jürgen Jantschgi, Johannes Fresner, Hans Schnitzer
(alle: Institut für Verfahrenstechnik der Technischen Universität Graz)

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 11/1997
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr
101 Seiten
Graz, Dezember 1996

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