Foto: Frontansicht des Passivhauskindergartens Ziersdorf

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 7/1996
Reduzierung der Unfallgefahren älterer Verkehrsteilnehmer

Modellversuch zur Entwicklung und Evaluierung eines Maßnahmenpakets

Inhaltsbeschreibung

Bereits gegenwärtig ist das Risiko der Über-64jährigen, tödlich im Straßenverkehr zu verunglücken, nach der Altersgruppe der 15-24jährigen am zweithöchsten. Wenn man zudem bedenkt, dass der Bevölkerungsanteil der Senioren und deren Teilnahme am Straßenverkehr weiterhin zunehmen werden, besteht dringender Handlungsbedarf.

Zielsetzung des gegenständlichen Forschungsprojektes war es daher, Modelle und Maßnahmenvorschläge für eine möglichst optimale Integration der Älteren in das - zukünftige - Verkehrssystem zu entwickeln. Dabei besteht der Anspruch, Verkehrsteilnahme und Mobilität der älteren Menschen möglichst lange und möglichst sicher zu erhalten. Ausgangspunkt für die Entwicklung der Maßnahmenvorschläge war eine Analyse des gegenwärtigen Verkehrssystems mit den Komponenten Mensch - Fahrzeug - Straße sowie der allgemeinen und verkehrsspezifischen Einstellungen zu Senioren.

In einem Literaturüberblick wurden die physische und psychische Leistungsfähigkeit sowie das Unfallrisiko von Senioren, insbesondere als Fußgänger und Pkw-Lenker, behandelt. Auf Basis der österreichischen Unfallstatistik erfolgte eine Analyse der Seniorenunfälle hinsichtlich verschiedener Einflussfaktoren.

Neben den Bedingungen für eine seniorengerechte Verkehrs- und Stadtplanung wurden auch Vor- und Nachteile von Elektrofahrzeugen unter besonderer Berücksichtigung der Senioren erörtert.

Eigens entwickelte Schulungsprogramme sollen Senioren befähigen, Leistungsveränderungen zu erkennen und in der Verkehrsrealität zu kompensieren. Als Basis diente das im Zuge dieses Projekts erstellte Moderatorenhandbuch "Senioren im Straßenverkehr". Weiters wurden Erfahrungen auf nationaler und internationaler Ebene herangezogen.

Befragungen verschiedener Personengruppen (Repräsentativerhebung zur Meinung der Österreicher; Kinder, Jugendliche, Eltern und Senioren) hatten das Ziel, Einstellungen zum Verkehrsverhalten, zu Problemen und zur subjektiven Gefährdung der älteren Menschen im Straßenverkehr zu erfassen sowie einen Überblick über deren soziales Umfeld zu erhalten.

Um die tatsächlichen Probleme von älteren Fußgängern besser beurteilen zu können, wurde deren Verhalten beim Überqueren der Fahrbahn beobachtet . Als Teilaspekt der "seniorengerechten Verkehrs- und Stadtplanung" fanden österreichweit Untersuchungen der Umgebung von Seniorenheimen und Befragungen der Heimleiter statt. Dabei wurde nicht nur auf die Straßenraumgestaltung Bedacht genommen, sondern auch auf die Einbindung in das öffentliche Verkehrsnetz sowie auf die Nahversorgung und Infrastruktur des Wohnviertels.

Die Ergebnisse bildeten die Grundlage zur Ausarbeitung eines umfassenden Maßnahmenkataloges mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit für Senioren in Österreich zu verbessern.

Bibliographische Daten

"Reduzierung der Unfallgefahren älterer Verkehrsteilnehmer"
Christa Michalik, Gerald Passath
(alle: Institut für Verkehrserziehung, Kuratorium für Verkehrssicherheit)

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 7/1996

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
311 Seiten
Wien, Februar 1996

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