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Berichte aus Energie- und Umweltforschung 1/2002
Premium - Hackgut

Produktionstechnische Voraussetzungen für die Herstellung hochwertiger Holzbrennstoffe

Inhaltsbeschreibung

Der drastische Rückgang von Brennholz und Hackgut am Brennstoffmarkt infolge des stark gestiegenen Anteils fossiler Energiequellen hat dazu geführt, dass ein wichtiger Einkommenszweig der Land- und Forstwirtschaft zunehmend verloren geht. Die Hauptursachen für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit von Biomassebrennstoffen im Kleinfeuerungssektor sind u.a. in Qualitätsproblemen bei Hackgut und Brennholz, im hohen Preis von Hackgutheizungen und in der problematischen Versorgungsinfrastruktur und der fehlenden Markttransparenz zu suchen.

Ziel des Projektes "Premium-Hackgut" war es, die Konkurrenzfähigkeit von Hackgut zum einen durch Verbesserung der Qualität und zum anderen durch die Entwicklung einer abgesiebten Hackgutqualität, die in Pelletfeuerungen verheizt werden kann (= "Premium-Hackgut°), zu steigern.

In einem ersten Schritt wurden neben Qualitätsrichtlinien für die Herstellung von Qualitäts-feinhackgut und Premium-Hackgut auch Produktspezifikationen erarbeitet. Diese Herstellungsrichtlinien und Spezifikationen wurden in Hacker-, Sieb- und Feuerungsversuchen praktisch erprobt.

  • Hackerversuche: Fünf verschiedene Hackertypen wurden mit unterschiedlichem Material beschickt, das dabei erzeugte Hackgut wurde in der BLT Wieselburg analysiert.
  • Siebversuche: Auf Basis der Hackgutanalyse und eines ersten Feuerungsversuches wurden drei Siebanlagen auf ihre Eignung zur Absiebung von Hackgut gestestet.
  • Feuerungsversuche: Mit ausgewählten Proben des abgesiebten Hackgutes wurden Feuerungsversuche durchgeführt, die zeigten, dass herkömmliche Hackgutanlagen nur bedingt für die Verfeuerung des bei den Versuchen erzeugten Premium-Hackgutes sind.
  • Strömungstechnische Untersuchungen: An der Universität für Bodenkultur wurden Versuche zur Auftrennung einzelner Hackgutfraktionen mittels Windsichtung durchgeführt. Eine technische Realisierung einer pneumatischen Separierung erscheint aufgrund der Ergebnisse als machbar.

Eine abschließende Kostenkalkulation zeigte, dass die Erzeugung von Premium-Hackgut deutlich erhöhte Kosten mit sich bringt. In einem Abschlussworkshop wurden den Projektbeteiligten die Ergebnisse des Projektes vorgestellt und diskutiert.

Parallel zum Projekt "Premium-Hackgut" wurde vom Ländlichen Fortbildungsinstitut Steiermark (LFI), der Forstabteilung der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark und dem Waldverband Steiermark ein Projekt zur Vermarktung von Hackgut und Brennholz gestartet. Im Laufe dieses Projektes wurde ein Gütesiegel für die Erzeugung von Qualitätsbrennholz ("Ofenholz") und -hackgut ("Holzschnitzel") erarbeitet und ein steiermarkweites Netz von Gütesiegelproduzenten aufgebaut. Zudem wurde die sog. "Holzhotline" als telefonische zentrale Bestellannahme für Ofenholz und Holzschnitzel initiiert.

Insgesamt konnte aus den Projektergebnissen geschlossen werden, dass die Herstellung von Feinhackgut unter Beachtung verschiedener Punkte kein Problem darstellt und die Vermarktung dieses Hackgutes durch das o.a. zweite Projekt deutlich unterstützt wird, die Ver-feuerung von Premium-Hackgut in herkömmlichen Pelletfeuerungen jedoch noch nicht möglich ist. Zahlreiche Fragen, wie etwa notwendige technische Adaptierungen von Heizanlagen, Akzeptanz eines neuen Brennstoffes bei den Kunden etc. sind noch offen.

Downloads

Premium-Hackgut, Produktionstechnische Voraussetzungen für die Herstellung hochwertiger Holzbrennstoffe

Schriftenreihe 01/2002 D. Gierer
Deutsch, vergriffen

Bibliographische Daten

Premium - Hackgut. Produktionstechnische Voraussetzungen für die Herstellung hochwertiger Holzbrennstoffe

Dagmar Gierer

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 1/2002
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie und des Landes Steiermark

Mitterdorf, November 2001
147 Seiten

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