Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Utendorfgasse Wien

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 12/2000
Österreichische Ofenbautechnologie am Beispiel Zimbabwe

Übertragbarkeit Österreichischer Ofenbautechnologie auf aride Zonen Afrikas, am Beispiel Zimbabwe

Inhaltsbeschreibung

Biomasse ist die wichtigste Energiequelle in Entwicklungsländern. Allein für Afrika schätzt man', dass 50-90% des Energiebedarfs über Biomasse gedeckt wird. World Energy Council schätzt den Anteil auf 53%2, was bei einem Jahresenergiebedarf von 267 Mt Öl einer Holzmenge von 360 Mt entspricht. Für Afrika ergibt sich daraus ein jährlicher Verlust an Waldfläche in der Größenordnung von 20.000km2.

Die gesamte Entwaldung dieses Kontinents beträgt laut Weltbank 3 für die Jahre 1980-90 rund 50.000km2. Ein Anteil von 18.000 km2 entfällt dabei auf feuchten Tropenurwald. Daraus folgt aber dass rund 30.000 km2 pro Jahr in den gemäßigten Zonen und semiariden Gebieten entwaldet werden, also gerade da, wo einerseits die Bevölkerungsdichte höher und wo eine Wiederaufforstung schwieriger ist.

Man kann daher feststellen, dass die Verwendung von Feuerholz in Afrika den wichtigsten Faktor für den Verlust von Waldgebiet darstellt. Ähnliches gilt auch für die trockeneren Teile der Kontinente Asien und Südamerika.

In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass in den betroffenen Regionen ein Großteil des Feuerholzes in offenen Feuerstätten oder in sehr primitiven Öfen verheizt wird. Der Wirkungsgrad eines offenen Feuers beträgt nur 5-10%, da es einerseits durch die ständige und übermäßige Zufuhr von Kaltluft nicht die nötige Verbrennungstemperatur erreicht, so dass unverbrannte Bestandteile mit dem Rauch abziehen, bzw. in der Asche zurückbleiben. Andererseits ist der Kontakt zwischen Flammen und Kochtopf im Verhältnis zum gesamten Gasstrom zu klein.

Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Übertragbarkeit Österreichischer Ofenbautechnologie auf aride Zonen Afrikas. Die Methode zur Optimierung eines gemauerten Küchenofens bestand im vorbereitenden Teil aus der Abhaltung mehrerer interdisziplinärer Planungsworkshops und der Auswertung der Ergebnisse einer Literaturstudie. Im praktischen Teil wurden zwei Öfen errichtet und evaluiert.

Die Messergebnisse beweisen, dass der zweite der getesteten Öfen bei nur zweimaligem Einheizen pro Tag alle Funktionen erfüllen kann, die aus der Feldstudie gefordert wurden.

Die Resultate dieser Arbeit sind nicht nur für die Shona in Zimbabwe anwendbar. Da der entwickelte Ofen ganz bewusst aus einer Kritik an bestehenden sogenannten "Energiesparöfen" entstanden ist, folgt aus den positiven Ergebnissen, dass auch Öfen anderer Weltregionen, die der Brennholzeinsparung dienen sollen, durch gewisse Veränderungen wirkungsvoller sein können.

Bibliographische Daten

Österreichische Ofenbautechnologie am Beispiel Zimbabwe

  • Gerhard Kunze (Interdisziplinäres Forschungsinstitut für Entwicklungszusammenarbeit (IEZ) der Johannes Kepler Universität Linz)
  • Hermann Hofbauer (Institut für Verfahrens-, Brennstoff- und Umwelttechnik der Universität Wien)
  • Wissenschaftlicher Kooperationspartner: Österr. Kachelofenverband

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 12/2000
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

Linz, Juni 2000
76 Seiten

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