Foto: Frontansicht des Passivhauskindergartens Ziersdorf

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 15/1996
Öko-Audit Evaluierung der ITF-Pilotförderung

Studie über Erfahrungen bei der Einführung von Umweltmanagementsystemen in Betrieben

Inhaltsbeschreibung

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst hat im Rahmen des ITF-Förderungsschwerpunktes Umwelttechnik eine "Pilotaktion Öko-Audit" mit 25 Unternehmen durchgeführt. Ziel dabei war.

  • die rasche Verbreitung von Umwelt-Know-how bei Unternehmen und Beratern - die Verringerung des Erstumsetzungsrisikos
  • die Erhöhung der Marktchancen für den Wettbewerbsfaktor Umweltschutz - die Schaffung einer Basis für präventiven Umweltschutz

Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die im Rahmen der Einführung des Umweltmanagements gemacht wurden, im speziellen bezogen auf die Vorgehensweise bzw. auf die anstehenden Probleme für die Unternehmen während der Implementierungsphase, standen im Mittelpunkt einer Evaluierung durch die Oberösterreichische Umweltakademie. Zusätzlich sollte die Erreichung der Förderungsziele (Verringerung des Erstumsetzungsrisikos, Verbreitung von Know-How, Erhöhung des Wettbewerbsfaktors "Umweltschutz" und Förderung des vorsorgenden Umweltschutzes) untersucht werden. Dadurch ist die Überprüfung der EMAS-Verordnung auf ihre ökologische und ökonomische Wirksamkeit möglich.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Doz. Dr. Dietmar Kanatschnig befragte das Institut für angewandte Umweltforschung 29 Öko-Audit-Betriebe und 14 Beratungsunternehmen. Im Schnitt haben die untersuchten Öko-Audit-Unternehmen 780 Mitarbeiter, wobei die Streuungsbreite von 70 bis ca. 2200 Mitarbeiter reicht. Mehr als die Hälfte dieser Betriebe haben ihren Standort in Oberösterreich. Dieses Bundesland ist österreichweit führend bei der Beteiligung der Wirtschaft an der Einführung des Umweltmanagements.

Der Erfolg dieser Pilotaktion wurde bestätigt. Drei Viertel der befragten Unternehmen gaben an, sie hätten ohne Förderung Öko-Audit nicht oder später eingeführt - einmal mehr ein Hinweis auf die Stimulationsfunktion der ITF-Förderungen.

Mit 40% war der Anteil technologieorientierter Maßnahmen erfreulich hoch. Öko-Audit verbessert also die Innovationsdynamik und die eingesetzten Technologien.

Die daraus resultierende Stärkung der Wettbewerbsposition der österreichischen Unternehmen bedeutet eine wichtige Absicherung des Wirtschaftsstandorts Österreich.

Als besonders wichtiges Ergebnis zeigt die Studie überdies, dass Öko-Audit sowohl dem Umweltschutz wie der Wirtschaftlichkeit nützt. Mit einer Reihe konkreter Argumente kann die Studie somit vor allem als Ermutigung für weitere Betriebe gesehen werden, ein Umweltmanagementsystem einzuführen.

Bibliographische Daten

"Öko-Audit Evaluierung der ITF-Pilotförderung"
D. Kanatschnig, H. Neuböck

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 15/1996

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr, Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie, Oberösterreichische Landesregierung
134 Seiten
Wien, Juni 1996

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