Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 9/1998
Handbuch für die Erstellung regionaler Umweltschutzkonzepte

Entwicklung einer verallgemeinerbaren Methodik

Inhaltsbeschreibung

Zumindest seit Beginn der Neunziger Jahre ist klar, dass es sich bei Umweltgefährdung und Umweltzerstörung nicht um ein vorübergehendes, modernes Krisenphänomen, sondern um eine dauerhafte und sich zuspitzende Begleiterscheinung unserer Zivilisation handelt. Es zeigte sich auch, dass der lange Zeit allein forcierte technische Umweltschutz, der zumeist als nachsorgende Technologie eingesetzt wurde, nur zu einer Problemverlagerung führt und allein untauglich für dauerhafte Problemlösungen ist.

Auf diesem Hintergrund entstanden verschiedene Strategien, denen allen das Ziel gemeinsam ist, unsere Zivilisation derart zu verändern, dass eine dauerhafte Nutzung des Lebensraumes möglich ist. Die Problematik verschob sich daher vom isolierten technischen Umweltschutz in Richtung soziale und gesellschaftliche Entwicklungssteuerung, die in allen Gesellschaftsbereichen und Ebenen eingeleitet werden muss. Bei der Umsetzung dieser unter dem Begriff Nachhaltige Entwicklung (NE) oder Sustainable Development (SD) zusammengefassten Zielvorstellung kommt der lokalen und regionalen (kommunalen) Ebene eine besondere Bedeutung zu, was auch häufig mit dem Schlagwort "global denken" - "lokal handeln" zum Ausdruck gebracht wird.

Auch in internationalen Abkommen und nationalen Vorgaben (vgl. Agenda 21 der Rio Deklaration, Nationaler Umweltplan Österreich) wird die Bedeutung der lokalen und regionalen Umsetzung hervorgehoben und gefordert, die Ziele der nachhaltigen Entwicklung in lokalen Projekten umzusetzen, während auf staatlicher und internationaler Ebene die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen erfolgen soll.

In der Praxis gibt es bereits eine Reihe verschiedener Ansätze - Umweltschutzprojekte in Betrieben, Regionen oder bestimmten Branchen, regionale Entwicklungsmodelle usw. - mit unterschiedlichen Ansprüchen an Vollständigkeit, Verbindlichkeit, methodische Korrektheit oder angestrebte Ergebnisse. Die Palette reicht von auf wissenschaftlich theoretischer Ebene hoch komplexen Ansätzen über allgemeine, wenig verbindliche politische Absichtserklärungen bis zu örtlichen, von den personellen oder lokalpolitischen Voraussetzungen abhängigen Projekten, die in der Vorgangsweise und ihren konkreten Auswirkungen aber mitunter beispielhaft sind.

Methodische Vorgaben und Handlungsanleitungen, die die Breite der Zielsetzung "Nachhaltigkeit" als sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Prozess berücksichtigen und auch als ein praktischer Wegweiser für die Berücksichtigung der vielfältigen Aspekte dienen können, existieren allerdings wenige. Es bleibt großteils der Phantasie und der Professionalität der einzelnen Aktivgruppen, Planer, Berater und Kommunalverwaltungen überlassen, Umweltprojekte zu planen und umzusetzen. Die Reihe von Projekten und Methoden, die in den Bereich Nachhaltigkeit eingeordnet werden können, ist daher mittlerweile reichlich und vielfältig.

Es ist auch zu beachten, dass nachhaltige Entwicklung - wie der Name schon sagt - eine Entwicklung bzw. ein Prozess ist. Der Ablauf und die Gestaltung dieses sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und technischen Prozesses ist immanenter und bedeutender Teil des ökologischen-Umbaues. Ein planvolles Vorgehen muss daher auch die Steuerung dieser Prozesse miteinschließen.

Bibliographische Daten

Handbuch für die Erstellung regionaler Umweltschutzkonzepte
Brigitte Hahn, Alois Geisslhofer, Johannes Ernst (alle: UMBERA GmbH)

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 9/1998
Im Auftrag des Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
181 Seiten
Sankt Pölten, Juni 1997

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