MR DI Michael Paula

DI Michael Paula war von 1996 bis Oktober 2021 Leiter der Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Anlässlich seiner Versetzung in den Ruhestand erhält DI Michael Paula als Doyen der österreichischen Energieforschung die "Stadt der Zukunft" - Ehrenurkunde für seinen langjährigen Einsatz für Innovation und Nachhaltigkeit.
Portrait
MR DI Michael Paula

Er arbeitete mehr als 35 Jahre in der öffentlichen Verwaltung im Bereich Forschung und Entwicklung und setzte sich engagiert für eine zukunftsverträgliche und nachhaltige Entwicklung ein. In vielen Bereichen war er ein Vordenker und Pionier der Nachhaltigkeit. Dank entsprechender Ressourcen und mit Hilfe eines stark motivierten Teams konnten zahlreiche, auch international sichtbare Erfolge erzielt werden.

Bereits in den 80er Jahren war er - damals im Wissenschaftsministerium - in Forschungsschwerpunkte zu Bioenergie, Sonnenenergie und Windenergie involviert und setzte sich für die rasche Umsetzung der Forschungsergebnisse ein. Von ihm entwickelte Strategien für die Energieforschung und Umwelttechnologien waren die Grundlage für neue Forschungsinitiativen.

Wichtige Themen waren erneuerbare Energie, Energieeffizienz und betriebliche Kreislaufwirtschaft.

Auf seine Initiative wurde beispielsweise im Rahmen der europäischen Programminitiative EUREKA-PREPARE eine Cleaner Production-Methodik zur Vermeidung von Abfällen und Emissionen entwickelt und in betriebliche Leuchtturmprojekte umgesetzt. Er erarbeitete eine erste ECODESIGN-Strategie und war Mitinitiator des ECODESIGN-Wettbewerbes.

Auch im Bereich der Mobilität initiierte er die Ausarbeitung einer ersten Verkehrsforschungsstrategie, die den Grundsatz der Verkehrsvermeidung konsequent berücksichtigte. Auf dieser Basis wurden Pilotprojekte für autofreie Tourismusregionen unterstützt und erste Entwicklungsprojekte zur Elektromobilität gefördert.

Mit einer Neuorganisation der Ministerien erfolgten die Zusammenlegung der Forschungsagenden mit denen der Technologie und Innovation. Dadurch entstanden neue Möglichkeiten von zielgerichteten Technologieprogrammen. Aus den Erfahrungen mit zahlreichen Forschungsprojekten wurden Technologieprogramme in den Bereichen Gebäude („Haus der Zukunft"), betriebliche Kreislaufwirtschaft und biobasierte Materialen („Fabrik der Zukunft") und erneuerbare Energie in Energiesystemen („Energie der Zukunft") entwickelt und gestartet.

Unter dem Schirm „Nachhaltig Wirtschaften" wurden alle Projektergebnisse in einer Datenbank veröffentlicht und ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbreitung und Anwendung dieser neuen Forschungsergebnisse realisiert. So konnten zum Beispiel nach wenigen Jahren des Programms „Haus der Zukunft" mehr als 60 richtungsweisende Demonstrationsgebäude errichtet und evaluiert werden. Damit war „Haus der Zukunft" ein erster Prototyp für „missionsorientierte Programme".

Aufbauend auf diesen Erfolgen wurde die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Internationalen Energieagentur und europäischer Netzwerke verstärkt. Auf österreichische Initiative wurden Joint Programming Plattformen zu den Themen der Energiesysteme und der nachhaltigen Stadtentwicklung aufgebaut und erfolgreich gemeinsame Ausschreibungen durchgeführt. 2018 wurde Österreich auf der Grundlage der Erfolge der Energieforschung in die globale Initiative „Mission Innovation" aufgenommen.

Auf Basis einer neu erarbeiteten Energieforschungs- und Innovationsstrategie wurden unter seiner Leitung Schwerpunkte zur Dekarbonisierung des Energiesystems, der Gebäude und Quartiere sowie der Industrie konzipiert und gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds umgesetzt. Eine neue FTI-Initiative zur Kreislaufwirtschaft wurde gestartet.

Um die Energiewende wirkungsvoll zu unterstützen, lag das Augenmerk in den vergangenen Jahren auf der Schaffung innovativer Experimentierräume, in denen integrierte, sektorübergreifende Lösungen unter realen Bedingungen erprobt und umgesetzt werden können. Damit wurden wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung der Innovationspolitik gesetzt.

Wir hoffen, dass Michael Paula seine Erfahrungen und strategischen Überlegungen auch weiterhin einbringt, und wünschen ihm alles Gute für die nächsten Jahre.

DI Theodor Zillner, für das Team der Abteilung Energie- und Umwelttechnologien

Kontakt

MR DI Michael Paula
E-Mail: michael.paula@tuwien.ac.at