Foto: Frontansicht der Schule Schwanenstadt

aspern Die Seestadt Wiens - Subprojekt 6a: Energieverbrauchsmonitoring für die Seestadt Aspern ("Siedlungsmonitoring")

In diesem Subprojekt zum Leitprojekt aspern plus wurden die Grundlagen für ein zentrales Energieverbrauchs-Monitoringsystem (EM) für die Seestadt Aspern erarbeitet.

Kurzbeschreibung

Dieses Projekt ist ein Subprojekt des Leitprojekts "aspern Die Seestadt Wiens - nachhaltige Stadtentwicklung".

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

In den nächsten 20 bis 25 Jahren werden in der künftigen Seestadt Aspern energieeffiziente Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von rund 2,2 Mio. m² errichtet. Im Energie der Zukunft Projekt „Nachhaltiger Stadtteil Aspern“ wurden thermisch-energetische Qualitätskriterien für den künftigen Gebäudebestand festgesetzt. Allerdings können auch energieeffiziente Gebäude ineffizient betrieben werden, womit und technischen Gebäudeeigenschaften für niedrigen Energieverbrauch zu einem guten Teil wieder zunichte gemacht werden.

Inhalte und Zielsetzungen

Deshalb werden im vorliegenden Projekt die Grundlagen für ein zentrales Energieverbrauchs-Monitoringsystem (EVM), das im gesamten neuen Stadtteil Aspern zum Einsatz kommen soll, erarbeitet. Das zentrale Monitoringsystem ermöglicht künftigen Gebäudenutzern und –betreibern, ihren Energieverbrauch ihrem Nutzungsverhalten zuzuordnen, Störmeldungen rasch zu orten und ggf. mit Maßnahmen zu Optimierung des Anlagenbetriebs und/oder des Nutzerverhaltens gegenzusteuern. Gleichzeitig können die Gebäude durch die bessere Kontrolle bei der Inbetriebnahme der Gebäude rascher den optimalen und somit effizienten und wirtschaftlichen Betriebspunkt erreichen. Mit der Integration von Smart Meters können Nutzer auch weitere Zusatzfunktionen für ihre Nutzungseinheiten definieren.

Energieversorgungsunternehmen können ein zentrales Monitoringsystem als Entscheidungsgrundlage für Demand Side Management Maßnahmen heranziehen und damit das gesamte Versorgungssystem optimieren.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Das EVM-System der Seestadt Aspern teilt sich in zwei Bereiche: Der eine betrifft die Erfassung der relevanten EVM-Daten vor Ort in jedem Gebäude selbst. Diese Thematik ist im Pflichtenheft zu Messkonzept und Hardwareanforderungen der Seestadt Aspern erläutert (Kuh, et al., 2013). Als Anhang liegt es diesem Dokument bei. Der andere steht in Zusammenhang mit der zentralen Monitoringstelle, sprich dem Betreiber des zentralen Energieverbrauchsmonitorings, der Seestadt Aspern.

An der Errichtung und am Betrieb eines zentralen EVM sind unterschiedliche Akteure beteiligt. Diese Akteure haben jeweils unterschiedliche Kosten zu tragen und können gleichzeitig aus dem EVM unterschiedlichen Nutzen ziehen.

Neben den Kosten die für die Errichtung und Instandhaltung der Monitoring-Hardware innerhalb der Gebäude anfallen, die von den Gebäudeerrichtern zu tragen sind, fallen insbesondere bei der zentralen Monitoringstelle Kosten an. Diese bestehen aus den Kosten für die Inbetriebnahme in der Startphase (Beschaffung der EVM-Software und Herstellung der Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems) und den laufenden Betriebskosten in den Folgejahren. Ein grobe Kostenschätzung kommt zum Schluss, dass pro m2 NFL jährlich rund 0,30 € bezahlt werden müssten, um die Kosten der zentralen Monitoringstelle abzudecken.

Der zusammenfassende Endbericht ist als empfehlendes Prozesshandbuch für Interessierte, die ein ähnliches Projekt umsetzen wollen, gedacht. Es werden Erkenntnisse sowie Verbesserungspotentiale im Prozess aufgezeigt und Empfehlungen zur Umsetzung eines solchen Projekts gegeben. Ein abschließender Ausblick gibt Auskunft über Tätigkeiten, die in der nahen Zukunft noch zu tun wären.

Ausblick

Aktuell werden die ersten Gebäude in der Seestadt Aspern gebaut. Dort wird man sehen, wie das Messkonzept sowie die Hardwareanforderungen in der Realität tatsächlich umgesetzt werden. Bei der Implementierung von Batterie betriebenen Abrechnungszählern gab es hinsichtlich des Erfassungsintervalls Probleme. Daher wurde im Projekt mit Abrechnungs- und Energieversorgungsunternehmen gesprochen und ein Lösungsansatz herausgearbeitet. Eine Entscheidung, wie die finale Umsetzung in der Praxis aussehen soll, steht noch aus. Dies müsste auf jeden Fall im Rahmen der zweiten Bauträgerausschreibung erfolgen.

Über die Definition des XML-Dokuments sowie der Datenrepräsentation hinaus hat sich im Lauf des Projekts gezeigt, dass noch weitere Maßnahmen gesetzt werden sollten, die den praktischen Nutzen der normierten Monitoring-Datenerfassung steigern sollen.

Ein zentraler Betreiber konnte bis jetzt noch nicht gefunden werden. Rückblickend betrachtet, war der Ansatz einen einzigen Betreiber für das zentrale Energieverbrauchsmonitoring der Seestadt Aspern zu finden, eher unrealistisch. Intensive Gespräche mit potentiellen Interessenten sowie eine seriöse Auseinandersetzung dieser mit der Rolle als zentraler Betreiber, führten zu keinem Ergebnis. Aus dem Prozess kristallisierte sich jedoch ein anderer Lösungsweg heraus, der für eine praktische Umsetzung realistischer erscheint:

  1. Fixierung der EVM-Hardware in den Gebäuden
  2. Entwicklungsgesellschaft sucht aktiv potentielle EVM-Dienstleister (EVM-D)
  3. Mehrere EVM-D gehen auf Gebäude aktiv zu bzw. Entwicklungsgesellschaft stellt Kontakt zwischen Gebäuden und EVM-D her.

Publikationen

Energieverbrauchsmonitoring für die Seestadt Aspern

Schriftenreihe 38/2015 C. Kuh, G. Zucker, C. Lugmeyer, P. Palensky, K. Leutgöb, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 147 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

ProjektleiterIn

DI Dr. Christoph Pollak
Wien 3420 Aspern Development AG

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

Kontaktadresse

DI Dr. Christoph Pollak
Wien 3420 Aspern Development AG
Rosthorngasse 5
A-1220 Wien
Tel.: +43 (1) 774 02 74
E-Mail: Christoph.pollak@researchtub.at
Web: www.wien3420.at

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