Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

Smart Rebound - Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz durch Rebound-Prävention bei Smart Cities

Erarbeitung von Grundlagen zur stärkeren Verbindung von technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung, sodass sie in das Smart-Cities-Konzept integriert werden können. Empfehlungen für die Technologieentwicklung und Technologiepolitik für eine bewusste und zielgerichtete Gestaltung des gesellschaftlichen Umgangs mit effizienzsteigernden neuen Technologien.

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Es ist davon auszugehen, dass mittel- und langfristig die gesamtwirtschaftlichen Rebound-Effekte mindestens 50 % betragen. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte des technologisch möglichen Effizienzpotentials derzeit nicht genutzt werden kann, weil es die Art und Weise, wie Menschen gegenwärtig mit diesen neuen Technologien umgehen, nicht zulässt.

Somit ist davon auszugehen, dass die Rebound-Effekte wesentlich größer sind als bisher angenommen. Um die hoch gesteckten Effizienzziele der EU erreichen zu können, ist es erforderlich, die technologischen Innovationen frühzeitig mit sozialen Innovationen zu vernetzen und damit die Rebound-Effekte zu verringern.

In dieser Situation gewinnt die stärkere Berücksichtigung der Rebound-Effekte bereits bei der Entwicklung und Implementierung von effizienzsteigernden Technologien an Bedeutung.

Inhalte und Zielsetzung

Das primäre Ziel dabei ist die präventive Verringerung der Rebound-Effekte, wobei neben den ökologischen und ökonomischen Aspekten auch soziale Aspekte wie gerechter Zugang zu den neuen Technologien oder globale Ressourcenfairness berücksichtigt werden.

Inhalt

  • Rebound-Management für Smart Cities

  • Ansätze zur Verringerung der Rebound-Effekte in den einzelnen Lebensbereichen (insbes. Wohnen, Ernährung, Konsum und Mobilität)

  • konkrete Empfehlungen für Technologieentwicklung und Technologiepolitik

Unter "Rebound-Management" (RM) verstehen wir die bewusste und zielgerichtete Gestaltung des gesellschaftlichen Umgangs mit effizienzsteigernden neuen Technologien. Beim Rebound-Management geht es nicht ausschließlich um eine Verringerung der Rebound-Effekte, sondern auch um die Berücksichtigung von Aspekten des regionalen Ausgleichs und des sozialen Ausgleichs.

Die Verbindung von Smart Cities-Technologien und nachhaltigen Lebensweisen der StadtbewohnerInnen setzt insgesamt voraus, dass neue Lebensqualitätsmodelle, die nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch das menschliche Wohlbefinden steigern, entwickelt und verbreitet werden.

Diese Lebensqualitätsmodelle müssen also alle folgenden Daseinsgrundfunktionen umfassen:

  • Wohnen
  • Konsum
  • Ernährung
  • Freizeit
  • Arbeit
  • Bildung
  • Mobilität

Der mögliche Beitrag von Technologien zur nachhaltigen Ausrichtung all dieser Lebensbereiche wird im vorliegenden Projekt beispielhaft aufgezeigt.

Empfehlungen

Empfehlungen für die Entwicklung von Smart Cities-Technologien

  • Ausrichtung der Technologieentwicklung an nachhaltigkeitsrelevanten Zielen der Stadtentwicklung

  • Präzisierung des angestrebten Nutzens für die StadtbewohnerInnen

  • Stärkere Einbindung der Jugend in die Technologieentwicklung

  • Gezielter Aufbau von Schnittstellen, Transparenz

Empfehlungen für die Ausgestaltung von Technologiesystemen

  • Festlegung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten insbesondere für die Koordination der Ausgestaltung des Technologiesystems in den unterschiedlichen Bereichen

  • Partizipative Einbindung der künftigen TechnologienutzerInnen

  • Umdrehung von Tarifsystemen in dem Sinne, dass ein niedriger Ressourcenverbrauch auch mit geringeren Kosten verbunden ist

  • Thematisierung von Ressourceneffizienz als Aspekt des "guten Lebens".

Empfehlungen für die Technologiepolitik

  • Explizite Berücksichtigung des Rebound-Effektes bei der auf Effizienzsteigerung ausgerichteten Technologiepolitik

  • Förderungen auf Transitionstechnologien konzentrieren und zeitlich begrenzen

  • Abstimmung der verschiedenen Finanzierungsinstrumente auf Stadtebene (financial engineering)

  • Bildung eines Smart Cities-Technologieclusters

  • Stärkung der Nachfrage nach ressourceneffizienten Technologien

  • Weiterentwicklung der technischen Ausbildungen

Download

Smart Rebound

Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz durch Rebound-Prävention bei Smart Cities
Schriftenreihe 35/2015 D. Kanatschnig, S. Mandl, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 60 Seiten

Downloads zur Publikation

Kontakt

ÖIN – Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung
Univ.Doz. Dr. Dietmar Kanatschnig
Tel.: 43 (1) 524 68 47-12
E-Mail: dietmar.kanatschnig@oin.at
Web: http://www.oin.at/

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