Foto: Schiestlhaus

Passivhaus-Kindergarten mit Heilpädagogischer Integrationskindergruppe

Öffentliches Gebäude in Passivhaus-Technik unter Verwendung von lokal verfügbaren Baustoffen mit der Vorgabe eines streng limitierten Kostenrahmens.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Gemeinde Ziersdorf plant die Erweiterung des Kinderbetreuungsangebotes und damit den Neubau des Kindergartens. Die Betreuerinnengruppe hat bereits fertiggestellte, vergleichbare Kindergärten und Passivhäuser in Österreich und Europa besichtigt. Aus diesen Beispielen und basierend auf Erfahrungswerte wurden erste Anforderungen hinsichtlich Raumprogramm und Pädagogik formuliert und schließlich ein Wettbewerb mit hohen ökologischen und energetischen Vorgaben ausgeschrieben. Das "atelier hauptplatz drei", Architekten Kislinger & Partner, hat diesen Wettbewerb gewonnen.

Innerhalb der Gemeinde wurde das Vorhaben "Passivhaus-Kindergarten" kontroversiell diskutiert. Die Ergebnisse dieser Diskussionen floßen in das Forschungsprojekt ein und führten so zu objektivierbaren Qualitätskriterien der Bauaufgabe, die über den regionalen Rahmen hinaus beispielhaft sein soll.

Forschungsinhalt und Innovationen

  • Spezifische Herausforderung ‚Kindergarten als Passivhaus'
  • Die geforderte Kompaktheit des Baukörpers wird durch den ausdrücklichen Wunsch des Nutzers nach eingeschossiger Bauweise weitgehend relativiert
  • Spezifisch-pädagogische Anforderungen stellen mitunter Widersprüche zur optimalen Passivhaus-Planung dar (helle - dunkle / hohe - niedrige Bereiche)
  • Die Wärmebedarfsberechnung im Passivhauskindergarten erfordert eine verstärkte Berücksichtigung der eingeschränkten Nutzungszeiten ( 8 - 12 Uhr wochentags: volle Belegung / 7.30 - 8 Uhr bzw. 12 -16 Uhr: ca. 20% Belegung )
  • Hohe Personenabwärme in der Hauptnutzungszeit führt zu spezifischen Abweichungen in den berechneten Ergebnissen
  • Dem entgegengesetzt stellen sich für diverse Räume unterschiedlicher Nutzung (Nebenräume, Bewegungsräume, Multifunktionale Räume.) spezifische Anforderungen an Heizleistung und Frischluftbedarf; woraus sich eine erschwerte Zuluftbeheizung ergibt
  • Die Nutzung eines Passivhauskindergartens bringt in verstärktem Ausmass Anforderungen an das Raumklima mit sich (Raumluftfeuchte, CO2-Konzentration, thermische Behaglichkeit

Spezifika Ziersdorf

  • Drehung des Gebäudes um 45° aus der Südorientierung ( Vormittagsbetrieb)
  • Hochnebel in der Heizsaison
  • Absenkung der Nordfassade bis über 1m in das umgebende Gelände (Behindertengerechte Bauweise)
  • Ausführungsvarianten
  • Nach Analyse der Rahmenbedingungen und Ausschreibung zahlreicher Varianten wurden folgende Bauteile zur Ausführung freigegeben:

Berechnungsvergleich

Im Rahmen der Forschungsbegleitung wird unter anderem mit Hilfe eines dynamischen Gebäudesimulationsprogramms (Trnsys) die Eignung des Passivhausprojektierungspaketes für die Auslegung des Kindergartens untersucht. Die bis dato durchgeführten Simulationsberechnungen führen zu folgenden Schlüssen:

  • Die Berechnung des Heizwärmebedarfs mittels PHPP2002 zeigt zum einen sehr deutlich das tatsächliche thermische Verhalten des Kindergartens und garantiert zudem hohe Sicherheit in der Auslegung mit PHPP
  • Für die Auslegung der Heizlast mittels PHPP2002 zeigt sich bei Simulation eines ununterbrochenen Betriebs eine ca. 10%ige Verminderung im Vergleich zur TRNSYS- Heizlastberechnung
  • Es ist anzunehmen, dass höhere Verglasungsanteile den Unterschied in diesen Berechnungen weiter vergrössern.

Standort

Der neue Kindergarten entsteht in der Nähe eines Neubaugebietes am Ortsrand von Ziersdorf, Niederösterreich. Durch die NÖ-Landesausstellung 2005 "Im Zeichen des Kreises", die in der Region stattfinden wird, gewinnt das Projekt zusätzlich an öffentlichem Interesse.

Publikationen

Passivhauskindergarten mit heilpädagogischer Integrationsgruppe

Schriftenreihe 08/2003 J. Kislinger, T. Zelger, J. Obermayer
Deutsch, 149 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter:
Architekt Johannes Kislinger

Autoren:
Architekt DI Johannes Kislinger, Horn
DI Thomas Zelger, Institut für Baubiologie und Ökologie GmbH, Wien
Ing. Jürgen Obermayer, TB Käferhaus, Langenzersdorf

Konsulenten:
Feist Wolfgang, Dr. Ing., Passivhausinstitut Darmstadt, D
Landschaftsökologie
Lipp Bernhard, Dr. DI, Institut für Baubiologie und Ökologie GmbH
Meingast Roland, FA Natur und Lehm
Mötzl Hildegund, Mag. , Institut für Baubiologie und Ökologie GmbH
Rohregger Gabriele, Dr. DI, Institut für Baubiologie und Ökologie GmbH
Schindl Helmut, DI, TB Schumacher und Schindl, Landschaftsökologie
Schumacher Georg, DI, TB Schumacher und Schindl, Landschaftsökologie
Torghele Karl, Dr. DI, Ingenieurkonsulent für Bauphysik
Zehetgruber Johann, DI, Zivilingenieur für Bauwesen

Kontaktadresse

AH3 Architekten ZT GmbH
DI Johannes Kislinger (Geschäftsführer)
Hauptplatz 3
3580 Horn

Tel.: 43 2982 20800
Fax: 43 2985 20800-20
E-Mail: office@ah3.at

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