Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Das Ökologische Passivhaus

Diskussion und Darstellung der Rahmenbedingungen und Komponenten, die die Passivhauskonzeption in Hinblick auf eine nachhaltige Ökologisierung erweitern.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Problemstellung

Nachdem in den 90er Jahren das Darmstädter Passivhauskonzept seinen fixen Bestandteil in der fortgeschrittenen und modernen bauphysikalisch orientierten Architektur gefunden hat, zeigte sich, dass beinahe 100% der planungsverantwortlichen Personen in Deutschland wie in Österreich ein massives Wissensdefizit über die bauphysikalisch fundierte Planung von hochenergieeffizienten Gebäuden haben. Wenige erfahrene Architekten haben dies autodidaktisch erworben, da die bestehenden Architekturschulen diese Aspekte nur unzureichend in ihren Ausbildungs-Curiculas berücksichtigt haben.

Erst durch die ersten größeren Veranstaltungen des Darmstädter Passivhausinstitutes begann sich diese Lücke bei interessierten Architekten und Planern langsam zu schließen. Im Rahmen des postgradualen Universitätslehrganges für Solararchitektur hat das Passivhauskonzept auch einen entsprechend prominenten Stellenwert im Lehrplan, sodass zumindest Kremser Absolventen ausreichend qualifiziert im Umgang mit dieser neuen Bautechnik auftreten können.

Gleichzeitig wird dieser Prozess durch ein verstärktes Eingehen des privaten sowie des öffentlich geförderten Wohnbaus auf ökologische und energierelevante Kriterien verstärkt. Anfang der neunziger Jahre wandelte sich der Wohnungsmarkt als einer der letzten großen Märkte der Nachkriegsära von einem Anbietermarkt zu einem Käufermarkt. Dieser Prozess ist heute noch nicht vollständig abgeschlossen. Durch das vor allem in Österreich Mitte der Neunziger Jahre produzierte Überangebot an Wohnungen, wurde der Wandel beschleunigt und führte zu einem neuen Qualitätsbewusstsein bei den Käufern.

Methode

Durch die Durchführung einer Fachveranstaltung an einem prominenten Ort in Ostösterreich sollte die betroffene Fachöffentlichkeit (Planer, Wohnbauplanungsverantwortliche, Bauträger, Behördenvertreter) einen leichten und konzentrierten Zugang zu den Themenspektren des Passivhauses erhalten. Gleichzeitig soll im Rahmen einer solchen Veranstaltung die Chance geboten werden, die bestehende Darmstädter Passivhauskonzeption um die in Österreich traditionell starke ökologische Bewertungsmethodik zu erweitern und diese beiden Methoden gemeinsam darzustellen und zu diskutieren.

Als Ergebnis dieses Diskussionsprozesses soll eine Publikation in Form eines sogenannten Proceeding-Bandes entstehen, die jedenfalls den Teilnehmern der Fachveranstaltung und in Folge auch anderen interessierten Personenkreisen zur Verfügung stehen kann.

Ergebnisse und Inhalte

Arbeitsschritte, die zur Erreichung des Zieles geführt haben:

1. Planung eines Symposions

Das Zentrum für Bauen und Umwelt (ZBU) hat durch eine bestehende langjährige Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH (IBO) eine gute Erfahrung in der Organisation von fachlich hochstehenden Kongressen und Symposien gewonnen. Ein entsprechender Vertrag mit einer definierten Aufgabenaufteilung wird deshalb zwischen dem ZBU und dem IBO geschlossen.

Als Ergebnis dessen wird beschlossen einen Programmbeirat zu schaffen, der die Veranstalter bei der Auswahl von fachlich hervorragenden Referenten und Beiträgen beraten soll.

Als Mitglieder des Programmbeirates konnten folgende Persönlichkeiten gewonnen werden:

  • Prof. DI. Dr. Manfred Bruck
  • Dr. Wolfgang Feist
  • Arch. DI. Renate Hammer, MAS
  • DI. Andreas Indinger
  • Prof. DI. Helmut Krapmeier
  • Mag. Michaela Mischek
  • Mag. Hildegund Mötzl
  • DI. Walter Pokorny
  • DI. Thomas Zelger

Die Leitung des Programmbeirates führte der Projektleiter durch.

Ein call for presentations (call for papers) wurde im Frühjahr 2000 durchgeführt. Etwa 200 Persönlichkeiten wurden recherchiert und direkt und persönlich angeschrieben. Zielländer waren Österreich, Deutschland und die Schweiz. Aus der Schweiz wurde trotz einer zweiten Ausschreibung kein einziges Paper eingereicht.

2. Auswahl der Beiträge und Gestaltung eines Programms

In zwei Sitzungen wurden die vorliegenden Papers bewertet und ein inhaltlich aufeinander abgestimmtes Programm entwickelt. Dieses Programm wurde in eine eigenen Einladung entsprechend publiziert und versendet.

3. Anmeldung von Teilnehmern, organisatorische Lösungen

Das ZBU hat im Dezember 1999 sowohl an die Wiener Landesregierung als auch an die Niederösterreichische Landesregierung ein Ersuchen mit der Zurverfügungstellung von geeigneten Räumlichkeiten für die Durchführung des geplanten Symposions gerichtet. Seitens der nö. Landesregierung erfolgte eine umgehende Antwort und Einladung, dieses im Landtagssitzungssaal des nö. Landtages durchzuführen. Die Wohnbauforschung des Landes Niederösterreich beschließt einer Förderzusage in der Höhe der Mietkosten des Sitzungssaales. (etwa ATS 150.000.-)

Die Abwicklung der Teilnehmeranmeldungen erfolgt durch das IBO, die Betreuung der Referenten und deren Reiseplanung und Unterbringung in St. Pölten durch das ZBU.

Es wird zwischen den Veranstaltern vereinbart, Studenten einen möglichst leichten und günstigen Zugang zum Symposion zu ermöglichen.

4. Durchführung der Veranstaltung

Zwischen 16.-17. Oktober 2000 findet die Veranstaltung statt. Der Sitzungssaal wird zur Gänze ausgelastet und die Veranstaltung gilt allgemein als Erfolg.
Die Beiträge der Referenten werden vollständig tontechnisch mitgeschnitten und die Bildmaterialien vollständig digital erfasst.

Die gesprochenen Beiträge werden bis Mitte November von einem Schreibbüro niedergeschrieben und anschließend an die Mitglieder des Programmbeirates zur weiteren redaktionellen Bearbeitung verteilt. Teilweise liegen von einzelnen Referenten voneinander abweichende Mitschnittprotokolle und selbstgestaltete schriftliche Unterlagen vor.

In zwei Sitzungen werden die redigierten Beiträge sowie die jeweiligen anschließenden Diskussionen nochmals hinsichtlich sprachlichem Stil und inhaltlichem Gesamtkontext aufeinander abgestimmt. Die Endfassung des jeweiligen Beitrages wird an alle Autoren zur Freigabe für die Drucklegung versendet.
Nach deren Vorliegen erfolgt eine abschließende Lektoratstätigkeit hinsichtlich Sprache und Rechtsschreibung und das Layout der Publikation.

5. Vorliegen des Proceedingsbandes

Die Ergebnisse und Inhalte dieser Methode sind in aller Ausführlichkeit in einem Proceedingsband festgehalten.

Downloads

Das Ökologische Passivhaus

Schriftenreihe 27/2001 G. Schuster, B. Lipp
Deutsch, 174 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Die Beiträge stehen auch einzeln zum Download zur Verfügung:

Sanierungsfall/Neubau, Holzrahmenbau/Massivbau
DI Rainfried Rudolf

Bibliographische Daten

Das ökologische Passivhaus

Grundlagenstudie, Endbericht

Auftragnehmer:
Donau-Universität Krems, Department für Bauen und Wohnen

Autoren:
Mag. Gerhard Schuster, Department für Bauen und Wohnen
DI Dr. Bernhard Lipp,
Österreichsches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 27/2001

Wien, Mai 2001
168 Seiten

Projektbeteiligte

Projektleiter:
Mag. Gerhard Schuster
Leiter des Departments für Bauen und Umwelt, Donau-Universität Krems

Partner:
DI.Dr. Bernhard Lipp
Geschäftsführer des Österreichischen Institute für Baubiologie und -ökologie

Kontakt

Mag. Gerhard Schuster
Department für Bauen und Umwelt
Donau-Universität Krems
Dr. Karl Dorrekstraße 30
A 3500 Krems
Tel.: +43 2732 893-2650
E-Mail: schuster@donau-uni.ac.at

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