Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

1000 Passivhäuser in Österreich - Interaktives Dokumentations- Netzwerk Passivhaus

Erstes Gemeinschaftsprojekt von vier IG Passivhaus-Organisationen im Auftrag der Programmlinie "Haus der Zukunft" - eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie BMVIT - zur detaillierten Netzwerkdokumentation von 80% aller Passivhaus-Objekte in Österreich.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Motivation

Das ökologische Passivhaus wird in bisher kaum erreichter Qualität dem Wunsch nach Wohnqualität, Komfort und Behaglichkeit, sowohl im Einfamilen-, wie auch im Mehrfamilienhaus gerecht, aber auch bei öffentlichen und gewerblichen Bauten, und stellt das konsequenteste Konzept nachhaltigen Bauens dar. Diesen positiven Entwicklungstrend weiter voranzutreiben, war der Aufbau eines umfassenden Netzwerkes von Passivhäusern aus ganz Österreich von großer Bedeutung.

Ziele

Ziel war es, in diesem einzigartigen Netzwerk 80% der gebauten Passivhäuser in Österreich als gelungene Beispiele für Nachhaltiges Bauen zu präsentieren. Mit dieser Plattform für Fachplanern, Bauträgern, Gewerbe und Meinungsbildnern wird der Wissensstand über die Passivhausstandards, die unterschiedlichen Gebäudetypen und -nutzungen, Bauweisen, Haustechnikkonzepte und Architekturlösungen anhand gebauter Beispiele erweitert. Erfahrungen, Entwicklungen, sowie die Abschätzbarkeit über die Anzahl gebauter Objekte und Trends für die nächsten Jahre werden Bundesländer übergreifend einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Methode der Bearbeitung

Mit Hilfe der zentralen Online Datenbank als Verwaltungsmanagement mit ausschließlicher Fokussierung auf das Passivhaus wurden die gesammelten Daten aus ganz Österreich über eine einheitliche Dateneingabemaske eingegeben und verwaltet. Der User kann die permanent aktualisierten Objekte anhand gezielter Suchkriterien auslesen und hat mit Hilfe von Graphiken verschiedenste Auswertungen zur Verfügung. Damit soll es durch maximale Marktdiffusion zur rascheren Verbreitung des Passivhauses kommen.

Daten

Die Kriterien für die Aufnahme von Passivhaus-Objekten in das IG Passivhaus-Gemeinschaftsprojekt sind ausschließlich die Passivhauseignung gemäß Passivhaus Institut Darmstadt! Die klare Definition des Passivhauses sichert die hohe Qualität der Dokumentation als wissenschaftliche Datenbank und bietet einen wesentlichen Beitrag zur Bewusstseinsbildung des hohen Qualitätsstandard.

Die Objekte sind in fünf Kategorien unterteilt:

Kategorie "Passivhaus Wohnbauten mit Heizlast < 10 W/m²"
Kategorie "Passivhaus Wohnbauten mit Energiekennzahl < 15 kWh/m²a"
Kategorie "Passivhaus nahe Wohnbauten Energiekennzahl 15 bis 20 kWh/m²a"
Kategorie "Passivhaus Sonderbauten"
Kategorie "Altbausanierung mit Passivhauskomponenten"

Ergebnisse

Durch die breite Basis der Zusammenarbeit bei der Erfassung von geplanten und gebauten Passivhäusern in Österreich konnten mit Stand 29. Februar 2004 insgesamt 203 Passivhäuser mit über 1000 Wohneinheiten, mit allen wesentlichen Daten erfasst, dokumentiert und online gestellt werden.

  • 28 Mehrfamilien- u. Reihenhäuser mit in Summe 64.166m² Nutzfläche
  • 155 Einfamilien- u. Doppelhäuser mit in Summe 26.225m² Nutzfläche
  • 8 Schulen, Kindergarten, Sonderbauten m. in Summe 12.064m² Nutzfläche
  • 12 Büro u. Gewerbebauten mit in Summe 9.227m² Nutzfläche

Die Passivhaus Objektdatenbank wird derzeit von im Schnitt 350 Usern/Tag auf den drei Websites besucht: www.hausderzukunft.at/projekte/1000 Passivhäuser , www.igpassivhaus.at/passiv-objekte und www.passivehouse.at/Objektdatenbank

Auswertung der bisher dokumentierten 203 Objekte:

  • Die Entwicklung des Passivhausmarktes zeigt einen starken Anstieg seit 1996
  • Nach Anzahl von Objekten führt Oberösterreich vor Niederösterreich und Vorarlberg
  • Tirol hat vor Wien und Vorarlberg die meisten Wohneinheiten und -flächen als PH
  • Bezogen auf Einwohner je Bundesland ist Vorarlberg mit Abstand Spitzenreiter
  • In Österreich bisher noch keine Verwaltungsbauten in Passivhausstandard gefunden
  • Drucktestwerte n50 im Mittel mit 0,46 1/h gegenüber dem Grenzwert für Passivhäuser von 0,6 1/h erheblich unterschritten
  • Drucktestspitzenwerte großteils in Holzbau, Schlusswerte großteils in Massivbau
  • Jahresheizwärmebedarf nach PHPP im Mittel bei 14,93 kWh/m²a
  • Heizlast nach PHPP nur bei 40 Objekten unter 10 W/m²
  • Heizlast nach PHPP im Mittel bei 12,67 W/m²
  • 54% aller Objekte in Holzbauweise
  • ¾ aller Objekte mit Kellergeschoss; die meisten außerhalb der thermischen Hülle
  • 61% aller Passivhausobjekte < 15 kWh/m²a haben auf Notkamin verzichtet
  • 50% aller Passivhaus nahen Objekte 15 - 20 kWh/m²a haben keinen Notkamin
  • 2/3 aller Objekte mit Kompaktaggregaten ausgestattet
  • Bei Mehrfamilienhäuser haben 60% eine zentrale Lüftungsanlagen
  • Passivhäuser verkörpern eine sehr gute Architektur im Vergleich zum Baustandard
  • Bei der Hälfte der Bauherrn liegt die Bereitschaft für Objektbesichtigungen vor
  • 2010 werden durch die bestehenden Passivhäuser jährlich 650.000 to CO2-Äquivalent gegenüber konventioneller Ausführung eingespart.

Downloads

1000 Passivhäuser in Österreich

Schriftenreihe 06/2004 G. Lang
Deutsch, 102 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter:

Ing. Günter Lang
Lang consulting, Konsulent für innovative Baukonzepte, Wien
IG Passivhaus Oberösterreich, Geschäftsführer

Partner:

  • Ing. Christof Drexel, Arch. DI Helmut Krapmeier, DI Bernd Krauß, DI Witke Wenzel, Karin Pürmair
    IG Passivhaus Vorarlberg
  • Ing. Günter Lang
    IG Passivhaus Oberösterreich
  • Arch. Erwin Schwarzmüller, Barbara Priplata, Katharina Guschelbauer
    IG Passivhaus Ost
  • Wolfgang Lackner, Heinz Burgstaller
    IG Passivhaus Steiermark/Burgenland

Kontakt

Ing. Günter Lang
Lang consulting, Konsulent für innovative Baukonzepte
Linzerstraße 280/6
A 1140 Wien
Tel.: +43 650 900 20 40
E-Mail: g.lang@langconsulting.at

This content in English

Diese Seite teilen ...

zum Anfang