1000 Passivhäuser in Österreich - 2. Dokumentationsperiode 2004 - 2005
Inhaltsbeschreibung
Status
abgeschlossen
Kurzfassung
Motivation
Das ökologische Passivhaus wird in bisher kaum erreichter Qualität dem Wunsch nach Wohnqualität, Komfort und Behaglichkeit, sowohl im Einfamilien-, wie auch im Mehrfamilienhaus gerecht, aber auch bei öffentlichen und gewerblichen Bauten, und stellt das konsequenteste Konzept nachhaltigen Bauens dar. Diesen positiven Entwicklungstrend weiter voranzutreiben, war der Aufbau eines umfassenden Netzwerkes von Passivhäusern aus ganz Österreich von großer Bedeutung.
Ziele
In diesem einzigartigen Netzwerk konnten 83% aller bis 2003, 61% aller bis 2004, 40% aller bis 2005, sowie 28% aller bis 2006 errichteten Passivhäuser in Österreich als gelungene Beispiele für nachhaltiges Bauen dokumentiert werden. Insgesamt wurden 503 Passivhausobjekte primär aus Österreich, davon 40 internationale dokumentiert. Mit dieser Plattform für Fachplaner, Bauträger, Gewerbe und Meinungsbildner wird der Wissensstand über das Passivhaus, unterschiedliche Gebäudetypen, -nutzungen, Bauweisen, Haustechnikkonzepte und Architekturlösungen anhand gebauter Beispiele erweitert. Erfahrungen, Entwicklungen, sowie Trends zum Passivhausstandard werden Bundesländer übergreifend einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Methode der Bearbeitung
Mit Hilfe der zentralen Online Datenbank als Verwaltungsmanagement mit ausschließlicher Fokussierung auf das Passivhaus wurden die gesammelten Daten aus ganz Österreich über eine einheitliche Dateneingabemaske eingegeben und verwaltet. Der User kann die permanent aktualisierten Objekte anhand gezielter Suchkriterien auslesen und hat mit Hilfe von Graphiken verschiedenste Auswertungen zur Verfügung. Damit soll es durch maximale Marktdiffusion zur rascheren Verbreitung des Passivhauses kommen.
Daten
Die Kriterien für die Aufnahme von Passivhaus-Objekten in das IG Passivhaus-Gemeinschaftsprojekt sind ausschließlich die Passivhauseignung gemäß Passivhaus Institut Darmstadt! Damit wird die hohe wissenschaftliche Qualität gesichert und ein wesentlicher Beitrag zur Bewusstseinsbildung des hohen Qualitätsstandard geboten.
Die Objekte sind in fünf Kategorien unterteilt:
- Kategorie "Passivhaus Wohnbauten mit Heizlast < 10 W/m²"
- Kategorie "Passivhaus Wohnbauten mit Energiekennzahl < 15 kWh/m²a"
- Kategorie "Passivhaus nahe Wohnbauten Energiekennzahl 15 bis 20 kWh/m²a"
- Kategorie "Passivhaus Sonderbauten"
- Kategorie "Altbausanierung mit Passivhauskomponenten"
Ergebnisse
Durch die breite Basis der Zusammenarbeit bei der Erfassung von geplanten und gebauten Passivhäusern in Österreich konnten mit Stand 31. Juli 2006 insgesamt 503 Passivhäuser, davon 463 Objekte aus Österreich mit knapp 2000 Wohneinheiten, mit allen wesentlichen Daten erfasst, dokumentiert und online gestellt werden.
- 67 Mehrfamilien- u. Reihenhäuser mit in Summe 160.501m² Nutzfläche
- 334 Einfamilien- u. Doppelhäuser mit in Summe 57.862m² Nutzfläche
- 19 Schulen, Kindergarten, Sonderbauten in Summe 47.918m² Nutzfläche
- 43 Büro-, Gewerbe-, Verwaltungsbauten in Summe 48.785m² Nutzfläche
- 463 Gesamtobjekte aus Österreich Gesamtsumme 315.066m² Nutzfläche
- 40 Internationale Objekte aus 11 Ländern gesamt 24.201m² Nutzfläche
- 503 Objekte gesamt in der Datenbank 339.267m² Nutzfläche
Tabelle: Auswertung der dokumentierten 463 Österreichischen Passivhausobjekte - Eingesparte Energie und Emissionen versus konventionell errichteten Objekten
Stand 07/2006 [*] |
Prognose 12/2006 |
Prognose 2010 |
|
---|---|---|---|
Objektanzahl | |||
Neubau | 448 | 1.630 | 11.450 |
Altbausanierung | 15 | 30 | 350 |
Gesamt | 463 | 1.660 | 11.800 |
Nutzfläche [tm²] |
|||
Neubau | 292 | 897 | 6.300 |
Altbausanierung | 23 | 50 | 560 |
Gesamt | 315 | 947 | 6.860 |
Heizwärmebedarf [GWh] |
|||
Neubau | 16 | 49 | 346 |
Altbausanierung | 4 | 9 | 104 |
Gesamt / Jahr | 20 | 58 | 450 |
Heizöl extra leicht / Jahr [tl Öl] | 2.037 | 5.852 | 45.000 |
CO2 Einsparung [t CO2] |
|||
Neubau | 4.667 | 14.300 | 100.800 |
Altbausanierung | 1.402 | 3.000 | 33.600 |
Gesamt / Jahr | 6.069 | 17.300 | 134.400 |
[*] 463 dokumentierte Passivhäuser aus Österreich |
- Die Entwicklung des Passivhausmarktes zeigt einen starken Anstieg seit 1996
- 4% aller Neubauten per Ende 2006 vom jährlichen Neubauvolumen,
- 25 - 28% per 2010 und 62 - 98% Anteil Passivhausstandard per 2020
- Prognose für Ende 2006 - rund 4,000 WE mit 10.000 Passivhausbewohnern
- In Österreich 2,5 Mal soviel Objekte/1 Mio. Ew. in Passivhausstandard wie in D
- 463 dokumentierte Objekte aus Österreich mit Gesamtnutzfläche von 315.066m²
- Vorarlberg hat mit 0,16 Objekten/1.000 Einwohner die größte Dichte an Passivhäuser
- Nach Anzahl von Objekten führt Niederösterreich vor Oberösterreich und Vorarlberg
- Wien meisten dokument. Mehrfamilien Passivhäuser mit 715 WE und 60.300 m² Wfl.
- OÖ hat mit 47.180 m² mehr Büro-, Gewerbe- und Sonderbauten als Wohnbauten
- In Niederösterreich stehen die meisten Einfamilien- Passivhäuser mit 17.900 m²
- Drucktestwerte n50 im Mittel mit 0,43 1/h gegenüber dem Grenzwert für Passivhäuser von 0,6 1/h erheblich unterschritten
- Jahresheizwärmebedarf (HWB) nach PHPP im Mittel bei 14,27 kWh/m²a
- HWB-Wert nach OIB-Berechnung i.M. um 2,66 kWh/m²a niedriger als nach PHPP
- Heizlast gem. PHPP unter 10 W/m² bei 79 Objekten, davon 40% von 2 Projektteams
- Heizlast nach PHPP im Mittel bei 12,64 W/m²
- Alle 11 Wiener MFH unterschreiten die Heizlast von 10 W/m²K
- 52% aller Objekte in Holzbauweise
- 66% aller Objekte mit Kellergeschoss; die meisten außerhalb der thermischen Hülle
- 61% aller Passivhausobjekte < 15 kWh/m²a haben auf Notkamin verzichtet
- 44% aller Passivhaus nahen Objekte 15 - 20 kWh/m²a haben keinen Notkamin
- 66% aller Objekte mit Kompaktaggregaten ausgestattet
- Mehrfamilienhäuser haben je zur Hälfte dezentrale oder zentrale Lüftungsanlagen
- 2006 bereits 30 Altbausanierungen in Passivhausstandard, davon 15 dokumentiert
- Altbausanierung in Passivhausstandard gewinnt stark an Bedeutung und wird laut Prognose 2020 bereits 72% der gesamt 3,02 Mio. To CO2-Einsparungen beitragen - dies entspricht dem jährlichen Treibstoffverbrauch/Emissionen von 950.000 PKW
- Wohnbauförderung hat direkten Einfluss auf Anzahl der PH-Wohnbauten
- Letzte Novellierung der Oö. WBF hat starken negativen Einfluss bewirkt
- In Vorarlberg für Mehrfamilienhäuser nur WBF wenn in Passivhausstandard
- WBF - Impulsprogramm Passivhaus könnte im Neubau zusätzl. 17.000 Arbeitsplätze bis 2010, und in der Altbausanierung zusätzl. 83.000 Arbeitsplätze bis 2016 schaffen
- Passivhäuser verkörpern eine sehr gute Architektur im Vergleich zum Baustandard
- Fast jede Architektur in Passivhausstandard möglich, und damit erst wirkliche Harmonie von Architektur und Wohnkomfort realisierbar
- Passivhaus für alle sozialen Käuferschichten geeignet und leistbar
- Bei der Hälfte der Bauherrn liegt die Bereitschaft für Objektbesichtigungen vor
Die Passivhaus Objektdatenbank wird derzeit von bis zu 1400 Usern/Tag auf den drei Websites besucht:
Downloads
1000 Passivhäuser in Österreich
Passivhaus-Objektdatenbank, Interaktives Dokumentations-Netzwerk Passivhaus, 2. Dokumentationsperiode 2004 - 2005
Schriftenreihe 83/2006
G. Lang, Herausgeber: BMVIT
Deutsch, 153 Seiten, vergriffen
Downloads zur Publikation
-
1000 Passivhäuser in Österreich
Passivhaus-Objektdatenbank, Interaktives Dokumentations-Netzwerk Passivhaus, 2. Dokumentationsperiode 2004 - 2005
Schriftenreihe 83/2006
G. Lang, Herausgeber: BMVIT
Deutsch, 153 Seiten, vergriffen
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Projektbeteiligte
Projektleiter
Ing. Günter Lang
Lang consulting, Konsulent für innovative Baukonzepte, Wien
IG Passivhaus Oberösterreich, Geschäftsführer
Partner:
- Ing. Christof Drexel, Arch. DI Helmut Krapmeier, DI Bernd Krauß
IG Passivhaus Vorarlberg - Ing. Günter Lang
IG Passivhaus Oberösterreich - DI Klaus Kiessler
IG Passivhaus Ost - Wolfgang Lackner, Arch. DI Andreas Lang
IG Passivhaus Steiermark/Burgenland - Alexander Treichl
IG Passivhaus Kärnten - Bernhard Schwarze
IG Passivhaus Tirol
Kontakt
Ing. Günter Lang
Lang consulting, Konsulent für innovative Baukonzepte
Linzerstraße 280/6, A 1140 Wien
Tel.: +43 650 900 20 40
E-Mail: g.lang@langconsulting.at