Foto: Wohnhaus der SolarCity

"Haus der Zukunft"-Symposium

28. Juni 2016
TUtheSky, Getreidemarkt 9
1060 Wien, AT

Im Rahmen des Symposiums 2016 lud das Forschungs- und Innovationsprogramm "Haus der Zukunft" mit einem Festvortrag und Diskussionsrunden zum Ausblick in die Zukunft des nachhaltigen Bauens und warf mit der Vorstellung der Programm-Evaluierung auch einen Blick zurück auf bisher Geleistetes und vorliegende Ergebnisse.

Veranstalter

bmvit - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien

Rückblick & Vortragsunterlagen

Präsentationsunterlagen

Podiumsdiskussion

Podium 1: „Forschungsförderung und Marktüberleitung"

Emmanuel Glenck (FFG) meinte, die Bauwirtschaft solle und müsse Forschung und Innovation „riskieren", da die Finanzierungssituation nicht rosig sei, die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung sich zusehends verändern und der Preiskampf in Zukunft härter werden wird. Förderungen ermöglichen es, Dinge zu wagen, mehr Mut zu zeigen, um Neues auszuprobieren. Daher war bzw. ist auch das Forschungs- und Innovationsprogramm "Haus der Zukunft" so wichtig.

Edeltraud Stiftinger (aws) strich als ein Plus von „Haus der Zukunft" hervor, dass mit der Beteiligung der aws die Möglichkeit besteht, den kompletten Innovationsprozess bis hin zur Marktüberleitung zu begleiten, was bei anderen Programmen nicht immer möglich ist.

Podium 2: „Forschung und Entwicklung"

Karl Höfler (AEE Intec) hob hervor, dass sich die AEE Intec auf Sanierungsprojekte konzentriert. Investitionen in den Bereich „Low-cost/ Low-tech" sollen erhöht werden. In Zukunft müssen alle noch energiesparender leben; diesem Thema wird sich die AEE Intec vermehrt annehmen.

Wilhelm Reismann (iC group) engagiert sich als Initiator der Plattform Planen.Bauen.Betreiben 4.0 für BIM und Digitalisierung im Bauwesen. Er betonte die Bedeutung der Themen Daten, Prozesse und Praxis. Bei langen Prozessen sei es wichtig, auch Meilensteine zu setzen; es wird zukünftig noch wichtiger werden, sich mit Prozessen zu befassen, da manche Dinge Zeit benötigen und nicht von heute auf morgen lösbar oder änderbar sind.

Karin Stieldorf (TU Wien) meinte, dass das Forschungsprogramm „Haus der Zukunft" für ihre Forschungsarbeit sehr wichtig war. Die Vernetzung von Forschung und Ausbildung war hierbei konstruktiv, effizient und damit besonders wertvoll. Ein weiterer erfreulicher Effekt des Programmes war (und ist) der befruchtende Austausch zwischen TechnikerInnen, ArchitektInnen und RaumplanerInnen. Programme wie dieses ermöglichen es, die nächste Generation in die richtige Richtung zu führen.

Podium 3: „Industrie und Anwendung"

Ursula Schneider (pos architekten ZT-KG) hob hervor, dass ArchitektInnen größtenteils auf die Bestellqualität und Kompetenz ihrer AuftraggeberInnen angewiesen sind. Menschen zu einem Umdenkprozess und zum Bestellen von Nachhaltiger Architektur anzuregen ist ein langer Prozess. Er würde unter anderem auch dadurch behindert, dass die hohen Kosten, die durch den Klimawandel entstehen, nicht auf die Verursacher (im Bauwesen die AuftraggeberInnen) umgelegt würden. Eine größere Bedeutung sollte dem Bebauungsplan in Verbindung mit einem „erneuerbare Energiekataster“ zukommen, hier liegt großes Potenzial brach. Als eine Stärke von „Haus der Zukunft" sah sie, dass das Programm parteipolitisch nicht eingebunden ist.

Martin Leitl (Bauhütte Leitl-Werke GmbH, Präsident der ACR) betonte, dass Innovationen am Markt Erfolg haben sollten, sonst könnten sie sich nicht dementsprechend entwickeln. Sozialwissenschaftliche Fragen nehmen an Wichtigkeit und Bedeutung zu. Eine weitere Aufgabe sah er darin, Produkte zu entwickeln, die nachhaltiges Bauen ermöglichen. Beispielsweise bei der Bauteilaktivierung gilt es, das Optimum zu entwickeln und anwendungsbezogene Materialien einzusetzen. Eine wichtige Aufgaben für die Zukunft sei leistbares Wohnen, das allerdings nicht mit billigem Bauen zu verwechseln sei. Es werde immer wichtiger, mehr in die Tiefe zu gehen. Bauen hat große Auswirkung auf die Biodiversität, hier gibt es noch zu wenige Indikatoren.

Peter Kremnitzer (PORR AG) betonte aus Sicht der Industrie sei es wichtig, sich mit Geschäftsmodellen zu befassen. Ein wichtiges Thema ist Vertrauen, ohne das nicht investiert wird. Generell sollte der Energieverbrauch in der Planung mehr berücksichtigt werden. In Zukunft sollten noch viel mehr Projekte durchgeführt werden und eine neue Art von Bauprozessen und Geschäftsabwicklungen erdacht werden.

Fotos

Programm

  • 17:00 Begrüßung
    DI Theodor Zillner, bmvit

  • 17:15 Festvortrag:  Integrale Planung und Digitalisierung des Bauens für die Zukunft
    Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Christoph Achammer, ATP architekten ingenieure; TU Wien

  • 17:45 Resümee: Programmevaluierung "Haus der Zukunft" (1999 bis 2013)
    Mag. Gerlinde Pöchhacker-Tröscher, Pöchhacker Innovation Consulting GmbH

  • 18:15 Podiumsgespräche mit VertreterInnen aus Forschung, Wirtschaft, Verwaltung

    Podium 1:  "Forschungsförderung und Marktüberleitung" mit
    Dr. Emmanuel Glenck, FFG
    Mag. Edeltraud Stiftinger, aws

    Podium 2: "Forschung und Entwicklung" mit
    DI Dr. Karl Höfler, AEE Intec
    Hon.-Prof. DI Dr. techn. Wilhelm Reismann, iC group
    Ass.-Prof. DI Dr. techn.Karin Stieldorf, TU Wien

    Podium 3: "Industrie und Anwendung" mit
    DI Dr. Peter Kremnitzer, PORR AG
    DI Martin Leitl, Bauhütte Leitl-Werke GmbH
    Arch. DI Ursula Schneider, pos architekten ZT-KG

  • 19:00 Ausblick
    danach Vernetzung am Büffet mit musikalischer Begleitung durch die Band rabouge

Moderation: DI Claudia Dankl, ÖGUT

Downloads

Kontaktadresse

ÖGUT - Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
Claudia Dankl
Tel.: +43 (1) 315 63 93-24
E-Mail: office@HAUSderZukunft.at

Diese Seite teilen ...

zum Anfang