Foto: Nachhaltiges Wohnungsangebot-Sandgrubenweg

Das energieeffiziente Krankenhaus

Realistische Ansatzpunkte und Maßnahmenidentifikation

Inhaltsbeschreibung

Da große Krankenhäuser soviel Energie wie kleinere Städte verbrauchen, ist es wohl nicht zu hoch gegriffen, sie - was den Energieverbrauch betrifft - als "Stadt in der Stadt" zu bezeichnen. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2008 in allen Krankenanstalten Österreichs ein Energieverbrauch von rund 8.000 TJ, was in etwa 0,7% des gesamten österreichischen Endenergieverbrauchs bzw. 4 bis 5% des Endenergieverbrauchs des Sektors der Dienstleistungsgebäude (Nichtwohngebäude) entspricht. Die Energiekosten der Krankenanstalten lagen für 2008 bei rund 225 Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund verfolgte das gegenständliche Projekt das Ziel, in enger Abstimmung mit Entscheidungsträgern und Betroffenen aus dem Krankenhausbereich - vor allem mit Krankenhausverwaltungen und Krankenhaustechnikabteilungen - Ansatzpunkte für die effiziente(re) Nutzung von Energie in Krankenhäusern zu identifizieren und konkrete Maßnahmen zur Realisierung dieses Einsparpotenzials zusammenzutragen. In weiterer Folge können diese Ansatzpunkte dann Teil umfassenderer Projekte und/oder Forschungsschwerpunkte zum Thema der energieeffizienten Krankenhäusern werden.

Um den konkreten Bedarf der Krankenhäuser festzustellen, wurden zahlreiche Einzelgespräche mit Vertretern von Krankenhäusern, Krankenhausverwaltungen und externen Experten geführt. Ziel dieser Besprechungen war es, die "Betroffenen" möglichst früh in das Projekt zu integrieren und dadurch die Akzeptanz für den Projektansatz zu erhöhen. So gelang es, über die einzelnen Interessensvertretungen relevante Gruppen über die Projektidee zu informieren bzw. sogar einzubinden. einzubinden.. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Kontakt zur Bundeskonferenz der Krankenhausmanager und dem Verband der Krankenhaustechniker zu erwähnen.

Allgemein konnte festgestellt werden, dass seitens der Entscheidungsträgern und Betroffenen ein hohes Interesse an am Thema der effizient(er)en Energienutzung im Krankenhaussektor besteht, und dass auch schon zahlreiche Einzelmaßnahmen gesetzt wurden. Ein mangelt jedoch einerseits an einer thematisch fokussierten Vernetzung und anderseits werden verschiedene vielversprechende Ansatzpunkte bisher noch nicht bearbeitet. Gemeinsame Projekte und Programme über Verwaltungsgrenzen hinaus scheinen daher grundsätzlich zielführend zu sein. Bedarf besteht hier vor allem auch bei Häusern mit weniger als 300 Betten.

Ausgehend von den Gesprächen mit den verschiedenen Vertretern des Krankenhaussektors wurden fünfzehn Schwerpunktfelder identifiziert, in denen es für die Zukunft zielführend erscheint, gemeinsame Aktivitäten zu setzen und so die Energieeffizienz in den Häusern zu steigern. Die wesentlichen identifizierten Schwerpunktfelder sind unter anderem:

  • Verstärkter Einsatz von Energie-Benchmarks
  • Entwicklung von Planungsvorgaben für Berücksichtigung thermsich-energetischer Qualität bei Neubauten und umfassenden Sanierungen
  • Einrichtung eines Forschungsschwerpunkts Medizintechnik (internationale Kooperation)
  • Programm im Bereich der Optimierung von Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Detaillierte Energieverbrauchserfassung der Großverbraucher
  • Informationskampagne für das Krankenhauspersonal
  • Contracting-Programm für Krankenhäuser
  • Erfahrungs- und Informationsaustausch zur Nutzung alternativer Energieträger

Im Rahmen des Projekts wurde ein Projektbeirat eingerichtet, zu dem die wesentlichen Akteure aus dem Krankenhaussektor eingeladen wurden. In der ersten Sitzung des Projektbeirats 10.12.2008 wurde beschlossen, erste Schritte einer engeren Kooperation in einigen ausgewählten Schwerpunktfeldern zu setzen. Im Anschluss an die Projektbeiratssitzung wurden zu den Themen "Einsatz von Energie-Benchmarks" und "Planungsvorgaben für Energieeffizienz in Neubau und Sanierung" bereits Workshops durchgeführt und Eckpunkte einer vertieften Zusammenarbeit identifiziert.

Downloads

Das energieeffiziente Krankenhaus

Realistische Ansatzpunkte und Maßnahmenidentifikation
Schriftenreihe 22/2009 G. Benke, K. Leutgöb, M. Varga, M. Kolpek, H. Greisberger, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 56 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

e7 Energie Markt Analyse GmbH
Georg Benke, Klemens Leutgöb,
Márton Varga
Theresianumgasse 7/1/8
1040 Wien
Österreich
Telefon +43-1-907 80 26
Fax +43-1-907 80 26-10
office@e-sieben.at
http://www.e-sieben.at

Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik - ÖGUT
Michael Kolpek, Herbert Greisberger
Hollandstraße 10/46
1020 Wien
Österreich
Telefon +43-1-3156393 30
Fax +43-1- 3156393 22
office@oegut.at
www.oegut.at

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