Foto: Frontansicht des Passivhauskindergartens Ziersdorf

Walchfenster04 - vom Funktionsmuster zum seriennahen Prototyp

Ausarbeitung des Funktionsmusters des Fenster- und Fassadensystemes walchfenster04 zu einem seriennah produzierbaren Prototyp inkl. Entwicklung der benötigten neuen Produktionsprozesse und -technologien.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Teil A - Motivation, Ziele, Methode

Das vorliegende Forschungsprojekt war die logische Folge nach den ersten Untersuchungen für ein neuartiges Fenster- und Fassadensystem mit direkter Holz-Glas-Verklebung. Nachdem in einem ersten Funktionsmuster die allgemeine technische Lösung der Aufgabenstellungen für ein modernes Fenstersystem ausgearbeitet wurde, lag nun in der zweiten Phase der Schwerpunkt auf der Entwicklung der Produktionstechnologien und Prozesstechnik sowie in der detaillierten Ausarbeitung des Systems für die seriennahe Produktion. Dieser zweite Teil war wesentlich aufwändiger und benötigte im Vergleich zum Basisprojekt ein vielfaches der Entwicklungsressourcen für die Hinführung einer Produktidee zu einem markttauglichen Produkt.

Die gestellten Aufgaben umfassten folgende Bereiche (auszugsweise):

  • Ausarbeitung aller verwendeten Komponenten, Entwicklung der dazu nötigen Werkzeuge und Produktionsprozesse (z.B. Holzbearbeitungen, Entwicklung GFK-Profile, Beschlagsproduktion für Wendebeschlag,- Ausarbeitung der Produktionspläne für die verschiedenen Fensterarten (Drehfenster, Wendefenster, Senkklappfenster, Fixverglasungen)
  • Entwicklung der entsprechenden Produktionsprozesse für die verschiedenen Öffnungsarten und Prototypenbau mit anschließenden Versuchsreihen (beispielsweise Daueröffnungsversuche, Maximallastversuche etc.)
  • Entwicklung und Test der Robotergestützten Verklebungsprozesse mit selbst entwickeltem Spanntisch für die schlanken Holzrahmen
  • Entwicklung einer Fensterheizung für extreme Anforderungen (beispielsweise sehr tiefe Fensternischen)
  • Optimierungskatalog für weiterführende Entwicklungen nach der Markteinführung
  • Produktionskosteneinschätzung für eine industrielle Fertigung
  • Produktion von seriennahen Prototypen für Testzwecke

Die gestellten Aufgaben konnten vollinhaltlich erfüllt werden.

Internationale Verbreitungs- und Vermarktungschancen

Durch die Aufmerksamkeit der Fachwelt die dem walchfenster04 im vergangenen Jahr geschenkt wurde bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten für eine internationale Vermarktung.

So wurden mittlerweile Lizenzgespräche mit Fensterproduzenten für die Märkte Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweiz und Dubai aufgenommen deren Ausgang zum heutigen Zeitpunkt noch offen ist. Ziel ist es Produktionslizenzen außerhalb von Mitteleuropa zu vergeben und die Weiterentwicklung sowie den Einkauf von Kernkomponenten des Fenstersystems zentral in Österreich zu organisieren. Mitteleuropa ist das Kerngebiet des Unternehmens und die Fenster für dieses Gebiet sollen auch in Zukunft in Vorarlberg produziert werden. Diesbezüglich ist nach Anlaufen der Produktion in Ludesch ein weiterer Ausbau der Kapazitäten bis 2009 geplant. 2009 soll dann eine auf diesen Erfahrungen basierende industrielle Produktionsstrasse in Vorarlberg errichtet werden. Dies wäre der logische Schlusspunkt der Entwicklung eines neuen Produkts in 3 Schritten:

  • Entwicklung der Produktidee und eines funktionierenden Funktionsmusters
  • Detailausarbeitung des Produktes und dessen Varianten sowie der benötigen Produktionsprozesse und Technologien
  • Aufbau einer industriellen Fertigung am Unternehmensstandort Österreich; Aufbau eines Vertriebsnetzes für Mitteleuropa; Vergabe von weltweiten Produktionslizenzen mit Know-How aus Österreich

Mit dieser Strategie ist es nicht nur möglich, neue Produktionsarbeitsplätze am Unternehmensstandort zu schaffen sondern auch die Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie den zentralen Einkauf von
Kernkomponenten für internationale Partnerbetriebe in Österreich abzuwickeln.

Teil B - Erwartungen und Schlussfolgerungen

Wie erwartet war dieser zweite Entwicklungsschritt wesentlich arbeitsintensiver als die Entwicklung des Funktionsmusters. Durch die Durchmischung des Entwicklungsteams mit externen Beratern für definierte Fachgebiete war der erforderliche Druck von außen gegeben um die Entwicklungsschritte neben dem Tagesgeschäft durchzuziehen. Unbedingt nötig für ein Entwicklungsprojekt dieser Größe ist es einen fachlich und kommunikativ versierten Projektleiter im Unternehmen zu haben, der sich ausschließlich um das Entwicklungsprojekt kümmert und anschließend auch die wirtschaftliche Umsetzung vorantreibt und begleitet.

Neben den angemeldeten Patenten hat sich herausgestellt, dass der beste Schutz gegen Nachahmer das detaillierte "Produktions-Know-How" ist. D.h. selbst die kleinsten Produktionshilfsmittel oder Prozesse die in dieser zweiten Phase entwickelt wurden erhöhen die Sicherheit vor Patentumgehungen wesentlich. Dabei kommt unserem Produkt sicherlich auch zugute, dass für die Produktion keine Standard-Fensterproduktionsmaschinen und -prozesse verwendet werden können (beispielsweise Entwicklung der Verklebungstechnologie Holz-Glas).

Wir möchten nochmals darauf hinweisen dass diese Erfolgsstory ohne die Unterstützung mit öffentlichen Fördermitteln - zumindest für unser Unternehmen - nicht möglich gewesen wäre. So ergibt sich die Chance Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen und Know-How zu binden.

Die Rückmeldungen des Marktes und der Fachwelt sind außergewöhnlich erfreulich. Jetzt gilt es Erfahrungen zu sammeln um das Endziel - eine industrielle Produktion für den mitteleuropäischen Markt - möglichst rasch realisieren zu können.

Publikationen

Projektbeteiligte

Projektleiter

Ing. Andreas Moll
Walch GmbH

Kontaktadresse

Walch GmbH
Zementwerkstrasse 42
6713 Ludesch
Tel.: +43 (5550) 20290-0
E-Mail: office@walchfenster.at
Internet: www.walchfenster.at

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