Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

Vernetzte Planung als Strategie zur Behebung von Lern- und Diffusionsdefiziten bei der Realisierung ökologischer Gebäude

Eine Untersuchung der Rolle kooperativer Organisationsformen des Planungsteams hierzu und Ausarbeitung handlungsorientierter Empfehlungen und Materialien zur Vermittlung für die Praxis

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Traditionelle Planungsprozesse werden komplexen Anforderungen innovativer Projekte oft nicht gerecht, was zu einer Zunahme der Planungsfehler und zu einem beträchtlichen Koordinationsaufwand führen kann. An diesem Punkt setzt das Modell der vernetzten Planung an:

Aufgabenstellung

Kooperative, vernetzte Teamorganisationsformen, die eine frühzeitige und offene Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichen, erlauben ein gemeinsames Entwickeln von optimierten, kosteneffizienten und innovativen Lösungen. Das Modell der vernetzten Planung soll einen Beitrag zur Verbreitung innovativer nachhaltiger Gebäude und zur Verbesserung der Gebäudequalität im allgemeinen leisten.

Kern des Projekts war:

  • die Analyse der Rollen der Planungsbeteiligten und deren Möglichkeiten und Handlungsspielräume sowie
  • das Erarbeiten von Vorschlägen für eine Vorgangsweise zu ihrer Vernetzung.

Der besondere Anspruch bestand darin, dass "vernetzte Planung" unter den gegebenen Bedingungen (Zeit- und Kostendruck) praktisch umsetzbar sein muss.

Ablauf

Eine Auswertung von Best-practice-Beispielen hinsichtlich der besonderen Sichtweisen, Sprachen und Werthaltungen der am Planungsprozess Beteiligten war die Grundlage für die Erstellung von konkreten, unterstützenden Materialien und Empfehlungen zur Umsetzung von vernetzter Planung. Folgende Fragen waren dabei von besonderem Interesse:

  • Wie sehen die Entscheidungsabläufe im Rahmen der Planungen bei den Beispielsprojekten aus?
  • Welche Rolle nehmen Fachplaner in diesen Prozessen ein?
  • Wann und in welchen Zusammenhängen werden zusätzliche Experten in den Planungsprozess eingebunden und in welcher Form?

Aus diesen Analysen sowie aus Informationen aus der Zusammenarbeit mit der IEA Task 23 (www.task23.com) wurden Strategien erarbeitet, die eine Vermittlung kooperativer Planungsprozesse für die Praxis erlauben. Es wurde eine Struktur entwickelt, die es ermöglicht, abhängig von der Größe und Komplexität der Bauaufgabe nur punktuell bzw. in definierten Phasen Expertenwissen einzubringen und zeiteffizient Rückmeldungen aus dem Team einzuarbeiten. Somit wurden die Vorraussetzungen geschaffen, komplexe Fragen mehrdimensional und auf einer verbreiterten Basis, unter Einbeziehung ökologischer Anliegen, zu behandeln und Entscheidungen zu treffen.

Die Einbeziehung von Stakeholdern diente vor allem der Absicherung der Praxisrelevanz und der Verbreitung und Umsetzung der vorgeschlagenen Strategie "vernetzte Planung".

Die Empfehlungen wurden im Rahmen des Baukonzepts "Anwendung der Passivhaustechnologie im sozialen Wohnbau" konkretisiert. Mit diesem innovativen Baukonzept gab es eine enge Zusammenarbeit, sodass eine Überprüfung und Weiterentwicklung der Empfehlungen anhand der konkreten Erfahrungen möglich war.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Eine kooperative, vernetzte Teamorganisation ist in Kombination mit definierten Zielen Vorraussetzung für eine qualitativ hochwertige Planung. Die Methode der vernetzten Planung ist kein allgemein gültiges Rezept, sondern ein Raster, dessen Details der jeweiligen Planungsaufgabe angepasst werden müssen.

Schlüsselelemente der vernetzten Planung

  • Bewusste Auswahl und Organisation des Planungsteams
  • Einbindung aller Fachplaner bereits beim Starttreffen
  • Definition von konkreten Planungszielen für das Gebäude

Phasen der vernetzten Planung

Informelle Phase

  • Teamauswahl
  • Festlegen der Projektorganisation
  • Vertragsverhandlung und Beauftragung
  • Definition der Ziele für das Bauvorhaben

Konzeptphase

  • Starttreffen
  • Tagesordnung
  • Abstimmung des Zielkatalogs
  • Technisches Vorkonzept
  • Informationsfluss
  • Konzepttreffen zur Ab-stimmung der Fachkonzepte

Detaillierungsphase

  • Weitere Vernetzung der Planer

Der erarbeitete und auch internetverfügbare Leitfaden "Vernetzte Planung" soll dazu beitragen, das Konzept der vernetzten Planung zu verbreiten und damit auch die Verbreitung innovativer Gebäude fördern.

Downloads

Vernetzte Planung als Strategie zur Behebung von Lern- und Diffusionsdefiziten bei der Realisierung ökologischer Gebäude

Schriftenreihe 28/2002 S. Bruner, S. Geissler, H. Schöberl
Deutsch, 135 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Bibliographische Daten

Vernetzte Planung
als Strategie zur Behebung von Lern- und Diffusionsdefiziten bei der Realisierung ökologischer Gebäude

Grundlagenstudie, Endbericht

Auftragnehmer:
Wibke Tritthart
Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ)

AutorInnen:
Susanne E. Bruner, Interdisziplinäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ)
Susanne Geissler, Österreichisches Ökologie-Institut
Helmut Schöberl, Schöberl & Pöll OEG

MitarbeiterInnen:
S. Hutter, Schöberl & Pöll OEG
U. Weber, P. Sutter, G.Bezan, P. Pötzelberger, Österreichisches Ökologie-Institut

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 28/2002

Graz/Wien, August 2002
123 Seiten

Projektbeteiligte

Projektleiterin:

Dipl.-Ing. Wibke Tritthart, Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFF/IFZ)

Partner:

  • Susanne Eva Bruner, Interdisziplinäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ)
  • Susanne Geissler, Österreichisches Ökologie-Institut
  • Helmut Schöberl, Schöberl & Pöll OEG
  • S. Hutter, Schöberl & Pöll OEG
  • U. Weber, P. Sutter, G.Bezan, P. Pötzelberger, Österreichisches Ökologie-Institut

Kontakt

Dipl.-Ing. Wibke Tritthart
Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ)
Schlögelgasse 2, A-8010 Graz
Tel.: +43 316 813909-23
Fax: +43 316 810274
E-Mail: tritthart@ifz.tu-graz.ac.at

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