Monitoring Sonnenhaus Eferding

Im Monitoringprojekt wurde die Funktionsfähigkeit der energie­technischen Anlage anhand von laufenden Messdaten überprüft. Die Daten wurden ausgewertet, evaluiert und bei Bedarf die Anlage und die Einstellungen der Steuerung und Regelung adaptiert. Hauptergebnis ist die deutliche Verbesserung der Energiebilanz im Verlauf des Monitoring-Prozesses.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Österreich hat sich zur Hebung des Anteils von erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch auf 34 % bis zum Jahr 2020 verpflichtet. Die Erhöhung der Energieeffizienz und die Reduktion der Treibhausgasemissionen sind wichtige Ziele der europäischen Umweltpolitik. Nur ein forcierter Ausbau der Sonnenenergienutzung kann neben der Nutzung anderer erneuerbarer Energien sinnvoll zur Einhaltung dieser Ziele beitragen. Um einen Anteil der Solarwärme von 10 % bis 2020 zu erreichen, ist eine jährliche Steigerungsrate der installierten Kollektorfläche von 20 % erforderlich. Sonnenenergie ist eine CO2 freie Primärenergiequelle, die nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht und daher in einer langfristigen Energiestrategie besondere Beachtung verdient.

Inhalte und Zielsetzungen

Mit dem Sonnenhauskonzept gibt es eine energiesparende Bauweise mit einem extrem geringen Primärenergiebedarf und sehr geringen Treibhausgasemissionen. Das Sonnenhaus Eferding soll den Bekanntheitsgrad des Sonnenhauskonzeptes in Österreich heben und wird als Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude genutzt. Es hat eine projektierte CO2 Bilanz von 0,29 kg/m2a und eine Primärenergiebilanz von Null bezogen auf den Heizwärmeverbrauch im Wärmeverbund mit einem benachbarten Betriebsgebäude. Hohe solare Deckungsgrade von 50 % bis 100 % sind bei Gebäuden in Österreich noch unüblich. Großflächige Solaranlagen und solare Kombisysteme werden in Österreich neuerdings zwar stark gefördert, doch im Umgang mit diesen Technologien gibt es noch allerlei Probleme. Es ist sehr schwierig, komplexe Energiesysteme in einen optimalen Betriebszustand zu bringen. Das Sonnenhaus Eferding verfügt über verschiedene Speichersysteme: einen Pufferspeicher im Gebäude und zwei Kugeltanks im Erdreich vor dem Gebäude. Im Monitoring des Sonnenhauses Eferding wurde die Funktionalität dieses Modellprojektes untersucht und die Energieerträge analysiert. Außerdem wurden komplexe Betriebssituationen einer Anlage mit verschiedenen Speichersystemen untersucht.

Methodische Vorgehensweise

Mittels zahlreicher Messeinrichtungen wurden in kurzen Zeitintervallen Daten an verschiedenen Punkten im Energiesystem des Sonnenhauses Eferding erhoben. Die Daten wurden digital aufgezeichnet und in regelmäßigen Zeitabständen farblich aufbereitet. In monatlichen Besprechungen wurden die Ergebnisse der Erhebung analysiert, Fehlfunktionen und Anlagenprobleme lokalisiert sowie Maßnahmen zur Behebung bzw. zur Verbesserung der Anlagenfunktion festgelegt. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wurde in den Folgebesprechungen überprüft und gegebenenfalls erneut angepasst. Die Energiebilanz des Objektes wurde laufend ausgewertet und überprüft.

Ergebnisse

In der ersten Betriebsphase des Sonnenhauses Eferding konnten die Bilanzwerte der Simulation nicht erreicht werden. Immer wieder konnten Fehleinstellungen in der Steuerung und andere Probleme in der Anlage ausgemacht werden. Außerdem war für das Austrocknen der Baufeuchte im ersten Jahr mehr Heizenergie erforderlich. Dass die Anpassungsmaßnahmen im Monitoring-Prozess erfolgreich waren, belegt die Energiebilanz des zweiten Betriebsjahres. Es konnte deutlich mehr Energie an das Betriebsgebäude abgeführt werden, als von dort zur Nachheizung bezogen wurde.

Dieses Beispiel zeigt die große Bedeutung von Anlagenüberwachungen - selbst bei kleineren Anlagen - über die ersten Betriebsperioden. Denn nur wenn Effizienzziele bei Einzelanlagen erreicht werden, können politische Effizienzprogramme in Summe greifen.

Publikationen

Monitoring Sonnenhaus Eferding

Schriftenreihe 05/2013 P.J. Sölkner, I. Hofer, B. Zettl, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 69 Seiten

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Weitere Publikationen

Projektbeteiligte

ProjektleiterIn

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

Kontaktadresse

Bautechnisches Institut Puchenau / Linz (BTI)
Ing. Dipl.-Ing. Petra Johanna Sölkner, Bakk.techn.
Karl Leitl-Straße 2
A-4048 Puchenau
Tel.: +43 (732) 221515
Fax: +43 (732) 221690
E-Mail: p.soelkner@bti.at
Web: www.bti.at

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