Foto: Schiestlhaus

Ist ökologisches Bauen in der Masse kostengünstig umsetzbar?

Beim Passivwohnbau Utendorfgasse wurden extrem günstige Baukosten erreicht. Würden sich die Baukosten im Falle einer Ausführung mit ökologischen Materialien verändern? Anhand des Ökologischen Bauteilkatalogs und eigener Kostenkennwerten ähnlich großer Projekte werden die Mehr/Minderkosten ermittelt.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Der Passivwohnbau Utendorfgasse 7 wurde als sozialer Wohnbau mit besonders günstigen Errichtungskosten realisiert. Obwohl das gesamte Bauvorhaben durch das hoch gesteckte Ziel - erster österreichischer zertifizierter sozialer Wohnbau, der sämtlichen Passivhauskriterien entspricht - unter enormem Kostendruck stand, war es doch möglich, ein außerordentlich ökologisches Gesamtprojekt zu realisieren.

Als Bewertungskriterien der ökologischen Qualität des Bauvorhabens Utendorfgasse dienten sowohl der Kriterienkatalog der klima:aktiv-Zertifizierung als auch der Ökologische Bauteilkatalog des Österreichischen Instituts für Baubiologie und -ökologie (IBO).

Die klima:aktiv-Zertifizierung, geprüft durch das Österreichische Ökologie Institut, hat ergeben, dass die Wohnhausanlage Utendorfgasse nicht nur die Anforderungen eines klima:aktiv Passivhauses erfüllt, sondern sogar als erster Massivbau die Maximalpunktezahl von 1.000 erreicht. Trotz dieser Bescheinigung eines hohen ökologischen Standards wurden nicht alle ökologisch relevanten Kriterien erfüllt. Um dieses Verbesserungspotenzial auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten besser bewerten zu können, wurden die nicht zuerkannten Kriterien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die klima:aktiv-Zertifizierung untersucht und durch Kalkulation von Baukosten monetär bewertet.

Zusätzlich zu den Kriterien der klima:aktiv-Bewertung wurden ausgewählte ökologische Maßnahmen aus dem Ökologischen Bauteilkatalog des IBO hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesamtbaukosten des Bauvorhabens Utendorfgasse untersucht.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass für die Erlangung der wenigen nicht zuerkannten klima:aktiv-Kriterien völlig unterschiedliche finanzielle Aufwände erforderlich wären. Daraus kann für die Zukunft abgeleitet werden, dass rechtzeitig - d.h. in der Planungs- oder spätestens in der Ausschreibungsphase - eine Differenzierung zwischen sinnvollen und vernachlässigbaren Kriterien vorgenommen werden soll. Aus wirtschaftlicher Sicht kann hierbei die Kenngröße "Euro/k:a-Punkt" als wertvolle Entscheidungsgrundlage dienen.

Publikationen

Ist ökologisches Bauen in der Masse kostengünstig umsetzbar?

Bauliche Mehrkosten für ökologisches Bauen am typischen mehrgeschossigen sozialen Wohnbau Wien 1140, Utendorfgasse 7
Schriftenreihe 32/2008 H. Schöberl, C. Lang, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 90 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleiter

DI Helmut Schöberl
Schöberl & Pöll OEG

Projekt- und Kooperationspartner

  • Mag. Michael Pöll
  • DI Christoph Lang

Kontaktadresse

Schöberl & Pöll OEG
DI Helmut Schöberl
Ybbsstraße 6/30
1020 Wien
E-Mail: helmut.schoeberl@schoeberlpoell.at
Internet: www.schoeberlpoell.at

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