Foto: Wohnhaus der SolarCity

Anwendung der Passivhaustechnologie im sozialen Wohnbau, 1140 Wien; Utendorfgasse 7 - Phase Errichtung

Mehrgeschossiger sozialer Passivwohnbau mit 39 Wohneinheiten in Wien 14 Utendorfgasse unter Einhaltung des internationalen Passivhausstandards und gleichzeitiger extrem niedriger Baukosten.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Anwendung der Passivtechnologie im sozialen Wohnbau" werden im Rahmen des ersten Wiener sozialen Passivwohnbau, Utendorfgasse 7, umgesetzt und überprüft.

Das Forschungsprojekt "Anwendung der Passivtechnologie im sozialen Wohnbau" untersuchte anhand des geplanten Bauvorhabens Untendorfgasse verschiedene Fragestellungen, die für die Einführung des Passivhausstandards im sozialen Wohnungsbau von hoher Relevanz sind. Basis der Arbeiten waren die publizierten Ergebnisse bereits errichteter Passivhäuser, insbesondere aus dem CEPHEUS-Projekt. Als wesentliche Planungsziele wurden folgende Punkte identifiziert:

  • Hohe Kosteneffizienz
    Mehrbaukosten Passivbauweise <= 75,- Euro/m² Wohnnutzfläche
    Baukosten <= 1.055,- Euro/m² Wohnnutzfläche
  • Niedriger Energieverbrauch - Passivhausstandard
    Heizwärmebedarf <= 15 kWh/m²a
    Heizlast <= 10 W/m²
    Luftdichtheit n50 <= 0,6/h
    Primärenergiebedarf <= 120 kWh/(m²a)
  • Hoher Nutzungskomfort
    Geregelter Luftwechsel, Akustik, Hygiene, Nutzungstoleranz

Innovation

Die zentrale Innovation des Projekts ist insbesondere die Einhaltung des gesamten Passivhausstandards und gleichzeitiger extrem niedriger Baukosten. Diese Innovation war durch Zusammenarbeit von sieben Büros unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung in einem integralen Planungsprozess möglich. Der Einsatz fachübergreifender dynamischer Simulationsverfahren erlaubte die integrale Beurteilung der Eignung fachtechnischer Einzelkonzepte (z.B. für Lüftung, Heizung, Baukonstruktion) unter dem Zusammenwirken verschiedenartiger Randbedingungen wie Wohnungsbelegung, NutzerInnenverhalten, Klima, Ausfall der Energieversorgung.

Wien14Utendorfgasse - Erster Wiener sozialer Passivwohnbau

Die Ergebnisse des Baukonzepts werden im Rahmen des ersten Wiener sozialen Passivwohnbau, Utendorfgasse 7, umgesetzt und überprüft werden. Die Gesamtwohnnutzfläche inkl. Loggien beträgt etwa 2.778 m2. Insgesamt gibt es 39 Wohnungen mit einer Durchschnittsgröße von 73 m2.

Das gegenständliche Grundstück Utendorfgasse 7 in Wien 14., hat eine Fläche von 2.608 m2. Auf der Westseite schließt eine geschlossene Blockrandbebauung an. Die Planung sieht drei Baukörper vor, von denen zwei an die bestehenden Feuermauern der benachbarten Häuser anschließen. Die Baukörper haben eine Länge von etwa 19 m und eine Tiefe von 15 m. Die bebaute Fläche beträgt ca. 846 m2. Die Gebäude umfassen ein Erdgeschoss, 3 Obergeschosse und ein Dachgeschoss. Alle Wohnungen haben südseitige Fenster und Loggien bzw. Balkone (im Dachgeschoss Terrassen). Die Erschließung der Baukörper erfolgt durch nordseitig gelegene Stiegenhäuser. Dadurch sind die meisten Wohnungen von zwei Seiten belichtet und können quergelüftet werden. Das konstruktive Konzept sieht einen Scheibenbau (tragende Querwände) vor. Dadurch ist bei hoher Wirtschaftlichkeit eine große Nutzungsflexibilität gegeben.

Förderung des Demonstrationsvorhabens Wien14Utendorfgasse

Die Umsetzung der Forschungsergebnisse im konkreten Bauprojekt Wien14Utendorfgasse trägt wesentlich zu Verbreitung und Veranschaulichung der Ergebnisse bei. Insbesondere die Größenordnung des Projekts wird Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Allein der von über 300 Fachleuten und vielen Bauträgern gut besucht Forschungsabschluss-Workshop zog eine breite Medienberichterstattung nach sich.

Anbindung, Ziele und Ergebnisse des Demonstrationsvorhabens Wien14Utendorfgasse

Ziel ist die Umsetzung, Weiterentwicklung und Praxisüberprüfung der sechs im Forschungsprojekt behandelten Bereiche beim konkreten Einsatz im sozialen Wohnbau:

  • Gebäudekonzept
  • Bautechnik
  • Haustechnik
  • Thermische und Akustische Qualität
  • Kostenanalyse
  • Nutzungstoleranz
  • NutzerInneneinführung

Nach Abschluss des Demonstrationsvorhabens werden die folgenden Ergebnisse unterteilt nach Kategorien als gebautes Beispiel zur Referenz für eine Vielzahl von Passivhausprojekten insbesondere im sozialen Wohnbau dienen:

  • Kosten
    Fenster, Brandschutzriegel, Baukosten, Mehrkosten
  • Haustechnik
    Semizentrale Lüftungsanlage Zentral: Wärmerückgewinnung, Luftfilterung, Stützventilatoren; Dezentral je Wohneinheit: Nachheizregister und drehzahlgeregelte, in allen Betriebszuständen abgeglichene Ventilatoren mit 4-stufiger Regelung durch die BewohnerInnen.
  • Gebäude
    Befestigung Wärmedämmverbundsystem, Auflagerung des Gebäudes, u.w.
  • Qualität
    Thermische und Akustische Qualität, Hygiene, MieterInneninformation

Downloads

Energietechnische und baubiologische Begleituntersuchung Passivhausanlage Utendorfgasse

Schriftenreihe 66/2009 W. Wagner, A. Prein, F. Mauthner, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 78 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter:

DI Helmut Schöberl
Schöberl & Pöll OEG

Partner:

  • Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H
  • TU Wien, Institut für Baustofflehre, Bauphysik und Brandschutz, Fachbereich Bauphysik
  • Arch. DI Franz Kuzmich
  • Werkraum ZT OEG
  • Technisches Büro DI Steininger für Maschinenbau, Technische Gebäudeausrüstung und Energieplanung
  • ebök Ingenieurbüro für Energieberatung, Haustechnik und ökologische Konzepte GbR

Kontakt

DI Helmut Schöberl
Schöberl & Pöll OEG
Ybbsstraße 6/30
A 1020 Wien
Fax: +43 1 726 45 66
Fax: +43 1 726 45 66-18
E-Mail: office@schoeberlpoell.at

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