Systemische Siedlungssanierung im sozialen Wohnbau

Dieses Projekt behandelt eine umfassende Sanierung einer Siedlungdes sozialen Wohnbaus aus den 1960er Jahren in einer strukturschwachen Region.Dabei geht es um eine Optimierung aller Teilbereiche, die Wohnen umfassen,mit einem systemischen Sanierungsansatz im interdisziplinären Team.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Bei der Analyse der vorliegenden Siedlung (Europasiedlung in Eisenerz) tauchte ein Problembündel auf, wo ein eindimensionaler Sanierungsansatz (Heizung, Außenhaut, Dach) nicht zielführend ist:

Regionalökonomische Problematik

In einer wirtschaftlich und demographisch schrumpfenden Region ist generell die Sinnfrage bei einem Sanierungsvorhaben zu stellen. Hoch geförderte und gut sanierte Leerstände sind sicher nicht zu vertreten.

Soziodemographische Problematik

Es obliegt der politischen Verantwortung der Gesellschaft, den Menschen, die in Zeiten der Hochkonjunktur in diese Industriegegenden im Bergbau ihren Anteil am Wiederaufbau geleistet haben, in Zeiten der Stagnation zu helfen.

Technisch-ökologische Problematik

Wenn heute in einer Siedlung mit 126 Wohneinheiten mit Einzelöfen geheizt wird und die Energie durch 30 cm ungedämmte Außenwände verschleudert wird, braucht man die Notwendigkeit einer Sanierung nicht begründen. Für eine ökonomisch arme Bewohnerschaft die Betriebskosten zu minimieren, muss dabei im Mittelpunkt sämtlicher Bemühungen stehen. Das heißt, Ziel ist die Annäherung an den Passivhausstandard durch gezielten Einsatz passivhaus- und niedrigenergiehaustauglicher Komponenten.

Städtebauliche und architektonische Sanierung

Siedlungen wie diese, die im Laufe des Wohnungsbedarfs ohne Rücksicht auf Freiraumqualität und architektonische Ausformung erbaut wurden, müssen durch eine umfassende Sanierung auch ein neues "Image" und damit wieder neues Leben erhalten. Dies darf sich nicht in Fassadenfärbelungen erschöpfen sondern hat nur Sinn, wenn eine ganzheitliche Lösung im Umbau dieses Massenquartiers verfolgt wird.

Aus diesen Gründen bedarf es bei der Umsetzung der Sanierung einen systemischen Ansatz - die Bewohner müssen als Teil eines Gesamtsystems gesehen werden, in welchem Kriterien der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit, sowohl auf der Mikro- und auf der Makroebene, optimiert werden, um einen effizienten Mitteleinsatz zu gewährleisten. Diesen Anforderungen wird dadurch entsprochen, dass im Gegensatz zu einer herkömmlichen Standardsanierung Mehrleistungen in Richtung Partizipation von Bewohnern und wichtigen Anspruchsgruppen eine tragende Rolle zukommt sowie eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Energieeffizienz stattfindet. Insofern ist es auch nicht möglich, feststehende Ziele zu definieren, da sonst dieser Partizipationsprozess ad absurdum geführt wird. Deswegen muss der Planungsprozess in alle Richtungen offen gehalten werden, wo auch der Abbruch eines Teils der Wohnungen als Option zu berücksichtigen ist.

Generelles Ziel ist es jedoch, diese Siedlung einer Sanierung zuzuführen, und somit einer "toten Siedlung" wieder Leben einzuhauchen - dies unter Berücksichtigung der demographischen Situation der alternden Gesellschaft. Weiters geht es darum, Vorzeigemodelle im Bereich der Energieoptimierung in einer Großsiedlung des sozialen Wohnbaus aufzuzeigen. Daneben soll das Thema Wohnen innerhalb der Regionalentwicklung thematisiert werden, um damit der Programmschiene "Haus der Zukunft" eine zusätzliche Relevanz zu geben.

Publikationen

Projektbeteiligte

Projektleitung

  • Arch. Werner Nussmüller (Nussmüller Architekten ZT GmbH)
  • Mag. Rainer Rosegger (SCAN)

ProjektpartnerInnen

  • SCAN - Agentur für Markt- und Gesellschaftsanalytik
  • AEE Intec Gleisdorf

Kontaktadresse

Mag. Rainer Rosegger
Glacisstraße 25
Tel.: +43 (316) 323937
E-Mail: der.rosegger@scan.ac