Foto: Wohnhaus der SolarCity

Stadtmorphologien - Bestandsaufnahme der Österreichischen Baulandschaft

Die Studie "Stadtmorphologien" beleuchtet anhand einer umfangreichen Datenanalyse die Auswirkungen des Forschungsprogramms "Haus der Zukunft" auf die österreichische Baulandschaft und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.

Kurzbeschreibung

Status

Abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Das Forschungsprogramm "Haus der Zukunft" ist seit mittlerweile rund
15 Jahren in der österreichischen Baulandschaft präsent, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung und Implementierung hoher thermischer Standards in Neubau und Sanierung. Auftrag der vorliegenden Studie war es, die Auswirkungen der Programme auf die österreichische Bauland­schaft näher zu beleuchten.

Inhalte und Zielsetzungen

Zu diesem Zweck wurden relevante nationale und internationale Daten zu Energieverbrauch und Emissionen, EU-Vorgaben und nationale Um­setzung, Entwicklung der thermisch-energetischen Performance des Gebäudebestands, Wohnungsneubau, thermisch-energetische Sanierung und thermische und ökologische Standards dargestellt.

Der Aufbereitung der wichtigsten Rahmeninformationen folgte eine "Spurensuche, Haus der Zukunft" mit einer Analyse von belegbaren Auswirkungen einschließlich einer systematischen Darstellung bisheriger Haus der Zukunft-Forschungsprojekte.

Abschließend wird eine Analyse der projektbezogen durchgeführten Interviews hinsichtlich zweckmäßiger Schwerpunkte eines kommenden neuen Forschungsprogramms vorgelegt.

Methodische Vorgehensweise

Die Studie basiert auf einer umfangreichen Datenanlayse zu den dar­gestellten Themen. Beim internationalen Benchmarkingvergleich werden die Kennzahlen für Österreich jenen der Nachbarländer Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Ungarn sowie EU-Daten gegenüber gestellt. Die "Spurensuche, Haus der Zukunft" und der zukünftige Forschungs­bedarf wurden auf Basis von Experteninterviews erarbeitet.

Ergebnisse

Einige der Hauptergebnisse sind:

  • Der Gebäudesektor kann mehr!

    Trotz der guten Performance der Emissionen im Sektor Raumwärme ist dringender Handlungsbedarf gegeben, um die EU-Ziele einer weiteren Minderung der Emissionen bis 2030 um 40% und bis 2050 um 80-90% zu erreichen. Bestehende nationale gesetzliche Vor­gaben sind zu wenig ambitioniert.

  • Kontinuität im Neubau auf gutem thermischem Niveau

    Die Kontinuität im Wohnungsneubau, verbunden mit anspruchsvollen thermischen Standards, wird als eine der großen Stärken des österreichischen wohnungspolitischen Systems aufgefasst. Haus der Zukunft hat wesentlich zur breiten Implementierung von Passivhaus­standard beigetragen.

  • Sanierungsrate zu gering

    Die Rate umfassender thermischer Sanierungen liegt in allen Wohn­ungsbestandssegmenten deutlich unter dem erforderlichen Ausmaß von 3% p.a.. Die dringend erforderliche Anhebung setzt sektorspezi­fisch differenzierte Maßnahmen bei rechtlichen Rahmenbedingungen, finanziellen Anreizen, Forschung, Demonstrationsprojekten und Bewusstseinsbildung voraus.

  • Bewährtes Zusammenwirken von Wohnbauförderung und Haus der Zukunft

    Haus der Zukunft hat wesentliche Inputs für die Weiterentwicklung der Wohnbauförderung ausgelöst, insbesondere hinsichtlich der Machbarkeit hoher thermischer und ökologischer Standards. Um­gekehrt war die Wohnbauförderung hauptverantwortlich dafür, dass die in vielen Haus der Zukunft-Demonstrationsprojekten ent­wickelten Standards zum Mainstream geworden sind.

  • Transmissionsriemen zwischen Forschung und Wirtschaft

    Bauträger, bauausführende Wirtschaft, Bauprodukteindustrie und baubezogene Dienstleister haben sich gleichermaßen den Themen Energieeffizienz und Ökologie verschrieben. Höchste thermische Standards zählen mittlerweile zum normalen Repertoire der Bau­wirtschaft. Haus der Zukunft hatte wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung. Sie führte in einigen Bereichen zu einer hervorragenden Wettbewerbsposition österreichischer Unternehmen auch auf inter­nationalen Märkten.

  • Umfangreicher Forschungsbedarf

    In der vorliegenden Studie werden insgesamt 38 Vorschläge für die Weiterentwicklung des Forschungsprogramms "Haus der Zukunft" entwickelt. Sie reichen von stärkerer Grundlagenorientierung, stärkerer internationaler Vernetzung, Schärfung des Profils des Programms bis zu neuen technologischen Schwerpunkten in Neubau, Sanierung und der Entwicklung von Bauprodukten.

Publikationen

Bestandsaufnahme der Österreichischen Baulandschaft. Stadtmorphologien

Schriftenreihe 40/2013 W. Amann, N. Komendantova, A. Mundt, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 85 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

IIBW - Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH
FH-Doz.Dr. Wolfgang Amann

MitarbeiterInnen

  • Dr. Nadejda Komendantova
  • MMag. Alexis Mundt

Kontaktadresse

IIBW - Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH
Postfach 2
A-1020 Wien
Tel.: + 43 (1) 968 60 08
E-Mail: office@iibw.at
Web: www.iibw.at

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