Foto: Schiestlhaus

SAQ - Sanieren mit Qualität - Qualitätskriterien für die Sanierung kommunaler Gebäude

Ausarbeitung von Qualitätskriterien für ökologische Sanierung (Methode Prof. Panzhauser), Anwendung an konkreten, methodisch ausgewählten typischen Gebäudetypen aus verschiedenen Gemeinden, Ergebnisse als Vorbild für weitere Sanierungen und Diskussion von Förderrichtlinien

Status

Abgeschlossen (2004)

Kurzbeschreibung

Ziele

Die energetische Qualität im Wohnbau in Salzburg ist gekennzeichnet durch das Energiepunktesystem der Wohnbauförderung. Damit konnte in den letzten Jahren ein beachtlicher Trend zu einer besseren thermischen Qualität der Gebäudehülle, zu mehr Biomasseheizungen und Solaranlagen, zu kontrollierten Belüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung etc. verzeichnet werden. Angelehnt an dieses Fördersystem gibt es auch im Bereich der Landesförderungen für Gemeinden (GAF) ein an Energiekriterien orientiertes Zuschlagssystem. Ein bemerkenswerter Durchbruch Energieeffizienztechnologien im Bereich der Sanierungen von kommunalen Gebäuden ist allerdings nicht bemerkbar. Demgegenüber stehen laufende Betriebs- und Erhaltungskostenausgaben der Gemeinden, welche durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen gesenkt werden könnten.

  1. In einem ersten Schritt wurden nun in einigen Gemeinden bereits Grundsatzbeschlüsse gefasst, welche energetische Mindestziele (maximale Energiekennzahlen) vorgeben, die im Fall einer Sanierung eines Gebäudes eingehalten werden müssen. Unter der Vorgabe dieser Grundsatzbeschlüsse werden in einigen Gemeinden bereits für einige Gebäude Sanierungsmaßnahmen geplant.

    Mit diesem Projekt sollen nun anhand ausgewählter Beispiele innovative Sanierungskonzepte von charakteristischen kommunalen Gebäudetypenausgearbeitet werden. Die Grundlage dafür bilden energetisch-ökologische Mindeststandards (Qualitätskriterien) sowie Zusatzanforderungen gemäß dem "Stand der Technik", wie beispielsweise Raumluftqualitäten in Schulklassen oder die Anforderungen behindertengerechter Zugänge in Amtshäusern.

    Als Basis der Ausarbeitung dieser Qualitätskriterien werden einerseits Erfahrungen aus dem Bereich des Wohnbaus sowie Vorarbeiten von E. Panzhausers "Bauökologische Bewertung von Altbaumodernisierung" herangezogen.

    Ziel dieses Projekts ist es, ökologische Sanierungsstandards im kommunalen Bereich zu einem breiten Durchbruch zu verhelfen. Dazu werden anhand methodisch ausgewählter unterschiedlicher Gemeindegebäude Qualitätskriterien einer ökologischen Sanierung ausgearbeitet und im Rahmen von Sanierungskonzepten angewendet. Die Ergebnisse dienen als Leitfaden und Qualitätsmaßstab sowie Kostenregulator für die zukünftige Sanierung weiterer öffentlicher Gebäude. Darüber hinaus wird angestrebt, die Ergebnisse in die Kriterien der Landesförderung für Gemeinden (GAF) einfließen zu lassen. Dahingehend wurden bereits erste Gespräche mit dem Land Salzburg und dem Gemeindeverband geführt (siehe Interessensbekundungen im Anhang).

Inhalt

Um den Bedarf nach Sanierungen im kommunalen Bereich besser abschätzen zu können, wird - aufbauend auf den bei der Gemeindeabteilung des Landes Salzburg bekannten Sanierungsvorhaben - eine Erhebung unter allen 119 Gemeinden im Bundesland Salzburg durchgeführt. Ziel ist die Erfassung des mittelfristigen Sanierungspotenzials - welche kommunalen Gebäude innerhalb der nächsten 5 Jahre saniert werden sowie die Erfassung der Nutzungsart des Gebäudes und der Baualtersklasse bzw. des aktuellen Gebäudestandards.

  1. In einem zweiten Schritt werden typische Gemeindegebäude identifiziert. Kriterien sind dafür einerseits die Nutzungsart (Kindergarten, Schule, Gemeindeamt etc.). Andererseits werden die Gebäude auch nach energetischen Standards bzw. der Baualtersklasse bewertet. Gebäude unterschiedlicher Baualtersklassen weisen unterschiedliche Aktionsfelder bei den Sanierungen auf (Denkmalschutz, Fassadengestaltung, Wandaufbauten ...). Als Ergebnis erhält man eine Sanierungsmatrix "Nutzungsart - Baualtersklasse".
  2. Im dritten Schritt werden nun passend zur Sanierungsmatrix aus dem Pool des im ersten Schritt erhobenen Sanierungspotenzials geeignete Gebäude ausgewählt. Voraussetzung für die Auswahl ist neben den Vorgaben der Matrix die Bereitschaft der Gemeinde, an einer innovativen Gesamtsanierung gemäß den Vorgaben der Qualitätskriterien (siehe 4.) mitzuwirken. Insgesamt sollen 8-10 Gebäude für eine nähere Untersuchung ausgewählt werden; die bereits jetzt bekannten interessierten Gemeinden mit ihre Sanierungsobjekten werden dabei besonders berücksichtigt.

    Parallel zu den ersten drei Schritten werden die Qualitätsanforderungen für die Sanierungen der ausgewählten kommunalen Gebäude ausgearbeitet. Ein Team, bestehend aus Vertretern des Landes Salzburg (Gemeindeförderungen), Energieberatern, Architekten und Planern, entwickelt aufbauend auf den bestehenden energierelevanten Kriterien der Salzburger Wohnbauförderung sowie den Vorarbeiten von Prof. Panzhauser (Bauökologische Bewertung von Altbaumodernisierungen) Qualitätskriterien für die Sanierung kommunaler Gebäude.

Diese Qualitätskriterien umfassen dabei insbesondere folgende Bereiche:

  • Energieperformance (Gebäudehülle, Heizsystem)
  • Materialperformance (insbesondere sanierungsrelevante Baustoffe wie Dämmungen)
  • Gesundheitsperformance (Winterwärme/ Sommerkühle, Lüftung, winterliche Besonnung)
  • natürliche Belichtung, Schallschutz, Schadstofffreiheit, Feuchtigkeitsschutz
  • Umgebungsperformance

Im Bereich der Gebäudehülle soll im Speziellen als Zielvorgabe das Erreichen einer spezifischen Heizlast von max. 34 W/m².K bzw. ein max. LEK- Wert von 24 untersucht werden.

  1. Im nächsten Schritt werden nun auf Basis der Qualitätskriterien Sanierungskonzepte für die ausgewählten Gebäude der Sanierungsmatrix erstellt. Dabei wird, abgestimmt auf jedes Gebäude, eine individuelle, detaillierte Untersuchung mindestens einer Innovation (Dämmstoff, Biomasseheizung, Maßnahmen zur Bauzeitverkürzung ...) festgelegt. Als Ergebnis dieses Schritts liegt für jedes der ausgewählten Gebäude der Sanierungsmatrix ein Sanierungskonzept vor, welches den ausgearbeiteten Qualitätsanforderungen entspricht.
  2. Im letzten Schritt werden nun diese Ergebnisse zusammengefasst. Die Erfahrungen aus den Konzepten führen zunächst zu einer Überarbeitung der Qualitätskriterien. Diese überarbeiteten Kriterien dienen als Diskussionsgrundlage für die beabsichtigte Berücksichtigung in den Förderungsrichtlinien des Landes (GAF). Diese Qualitätskriterien stehen dann auch für alle Planer als Tool für zukünftige Sanierungskonzepte zur Verfügung. Darüber hinaus wird für Gemeinden ein Folder ausgearbeitet, welcher die Gemeinden über diese wesentlichen Kriterien einer innovativen Sanierung informiert.

Projektbeteiligte

Projektleitung:

Dipl.-Ing. Helmut Strasser
SIR - Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen

Partner:

Arch. Dipl.-Ing. Erich Six, Dipl.-Ing. Eduard Böhm
EnergieOptimierung

Ing. Heinrich Ruhs
RFG Engineering GmbH

Kontakt:

SIR - Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen
Dipl.-Ing. Helmut Strasser
Alpenstraße 47, 5020 Salzburg
Tel.: +43 662 62 34 55
Fax: +43 662 62 99 15
E-Mail: helmut.strasser@salzburg.gv.at

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