Foto: Schiestlhaus

SAQ - Sanieren mit Qualität - Qualitätskriterien für die Sanierung kommunaler Gebäude

Ausarbeitung von Qualitätskriterien für ökologische Sanierung (Methode Prof. Panzhauser), Anwendung an konkreten, methodisch ausgewählten typischen Gebäudetypen aus verschiedenen Gemeinden, Ergebnisse als Vorbild für weitere Sanierungen und Diskussion von Förderrichtlinien

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die hohe energetische Qualität im Wohnbau in Salzburg ist gekennzeichnet durch das Zuschlagspunktesystem der Wohnbauförderung. Ein vergleichbarer Durchbruch von energetisch - ökologischen Maßnahmen im Bereich der Sanierungen von kommunalen Gebäuden ist hingegen nicht bemerkbar.

Ziel des vorliegenden Projekts ist es daher, ökologischen Sanierungsstandards im kommunalen Bereich zu einem breiten Durchbruch zu verhelfen.

Eine kurze Erhebung des mittelfristigen Sanierungspotenzials in Salzburg ergab, dass in den nächsten Jahren vor allem Schulgebäude aus den 60-er bis 70-er Jahren saniert werden müssen. Eine Auswahl von acht kommunalen Objekten unterschiedlicher Nutzung wurde umfassend erhoben und bauökologisch bewertet. Darauf aufbauend wurden verschiedene Sanierungsvarianten hinsichtlich ihrer gesamtökologischen Bewertung und Kosteneffizienz untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass umfassende Sanierungen aus mehreren Gründen Einzelsanierungsmaßnahmen vorzuziehen sind. Erst durch eine umfassende Betrachtungsweise kann die Bewertung eines Gebäudes (Ökopunkte) in einen akzeptablen Bereich gesteigert werden. Erst ein zeitgemäßer Gebäudestandard nach der Sanierung bietet eine annähernd vergleichbare Alternative zu einem Neubau. Andererseits ergeben sich durch eine gesamthafte Betrachtungsweise Synergien, die genutzt werden können. Beispielsweise ermöglichen ausreichend hohe Dämmstärken die Installation eines Wärmeabgabesystems an der Außenseite der Fassade, ohne damit den Schulbetrieb erheblich zu stören.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass bei einer einfachen Betrachtung der Kosteneffizienz die umfassenden Lösungen meist auch kosteneffizienter sind als Sanierungen geringeren Umfangs.

Sinnvoll ist es, für Hauptkriterien formulierte Mindeststandards vorzugeben.

Diese betreffen in erster Hinsicht die thermische Qualität der Gebäudehülle, die Wahl des Heizsystems, die Baustoffbeurteilung sowie die Lüftungsanlage. Diese Mindeststandards sollen bereits im Zuge eines Wettbewerbs bzw. einer Auftragsvergabe als verpflichtend einzuhaltende Standards vorgegeben werden.

Mit Hilfe von EDV-Programmen lassen sich Variantenvergleiche und Optimierungen anschaulich darstellen. Diese Methode kann für Diskussionen in Arbeitsgruppen bzw. Ausschüssen in Gemeinden hilfreich eingesetzt werden. Die Verknüpfung von Planungs- und Bauleistungen mit mehrjährigen Anlagenbetreuungsaufgaben (Betriebsführung, Service, Wartung) ermöglicht die Festschreibung von Garantien auf Energieverbrauchs- bzw. Energiekostenobergrenzen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, Energiekosteneinsparungen auch als (wesentlichen) Finanzierungsbaustein für die Umsetzung eines Gesamtkonzepts zu verwenden.

Aus Sicht der Gemeinden, aber auch aus Sicht der Förderstellen ist in Hinblick auf den effizienten Einsatz der verfügbaren Mittel eine Kosteneffizienz wünschenswert. Dem Wunsch nach effizienten, umfassenden Sanierungen stehen aber häufig begrenzte verfügbare Mittel entgegen. Daher sind Umsetzungsmodelle, die eine Umsetzung von Gesamtlösungen garantieren, gefragt. Durch entsprechende Gestaltung der Förderkriterien können Anreize für etappenweise umfassende Sanierungen gesetzt werden. Eine enge Verknüpfung der Qualitätskriterien und Mindeststandards mit Kriterien für die Vergabe von Fördermitteln wurde angestrebt.

Bei Gebäuden mit hohem Einsparpotenzial (z.B. Schulgebäude aus den 60-er bis 70-er Jahren) könnten auch Umsetzungsmodelle mit Contractingansätzen Erfolg versprechend sein.

Downloads

Sanieren mit Qualität - Qualitätskriterien für die Sanierung kommunaler Gebäude

Schriftenreihe 42/2005 H. Ruhs, E. Six, H. Strasser
Deutsch, 70 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Dipl.-Ing. Helmut Strasser
SIR - Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen

Projekt- und Kooperationspartner

  • Arch. Dipl.-Ing. Erich Six, Dipl.-Ing. Eduard Böhm
    EnergieOptimierung
  • Ing. Heinrich Ruhs
    RFG Engineering GmbH

Kontaktadresse

SIR - Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen
Dipl.-Ing. Helmut Strasser
Alpenstraße 47, 5020 Salzburg
Tel.: +43 662 62 34 55
Fax: +43 662 62 99 15
E-Mail: helmut.strasser@salzburg.gv.at

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