Foto: Frontansicht des Biohofs Achleitner

Kriterien für eine nachhaltige Stadtentwicklung -Entwicklungs- und Bewertungsinstrumentarium für Stadtbrachen

Aufbauend auf die im Rahmen der Projekte "solarCity" und "Eco Building" bzw. "Total Quality Bewertung" gemachten Erfahrungen sollen qualitative und quantitative Kriterien für eine nachhaltige Stadtentwicklung bei gleichzeitig optimaler Qualität der Einzelobjekte am Beispiel Großraum Linz entwickelt werden.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Motivation

Neunutzungen von brach liegender Stadtentwicklungszonen, wie sie durch ungenutzte Bahnhöfe, alte Gewerbestandorte oder aufgelassene Gebäudekomplexe mit ehemals öffentlicher Verwendung in nahezu allen Städten Österreichs anzutreffen sind, kommt zukünftig eine große Bedeutung für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung zu. Das "Recycling" von Flächen dieser Art ist aus ökologischer und volkswirtschaftlicher Sicht positiv zu beurteilen. Bei entsprechend nachhaltiger Ausrichtung der Neubebauung können sie eine attraktive Alternative zur Zersiedelung der Städte und Periurbanisierung darstellen.

Inhalt

Eine Bewertung von Stadtentwicklungsvorhaben nach Kriterien der nachhaltigen Entwicklung ist zentrale Aufgabenstellung dieses Forschungsvorhabens. Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung eines Bewertungs- und Prozessmodells für EntscheidungsträgerInnen aus der Verwaltung. Im Rahmen eines Entwicklungsprozesses, der alle relevanten Abteilungen der Stadtverwaltung umfasste, wurden Ziele und Bewertungskriterien einer nachhaltigen Stadtentwicklung und das zugehörige Prozessmodell erarbeitet.

Beabsichtigte Ziele

Mit dem Instrumentarium LES! (Linz entwickelt Stadt!) sollen künftige städtische Entwicklungsvorhaben unter starker Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien frühzeitig einer Bewertung unterzogen werden können. Basis dafür ist die gleichwertige Berücksichtigung interdisziplinärer Fachexpertisen im Bewertungsverfahren.

Methode der Bearbeitung, verwendete Daten

Die Bearbeitung erfolgte durch ein dienststellenübergreifendes Bearbeitungsteam (Baudirektion, Planungsamt inkl. Verkehrs- und Grünraumplanung, Amt für Umwelt und Natur, Soziale Angelegenheiten, Wirtschaftsservice) in Form von Projektworkshops mit dazwischen eingeschalteten Detailbearbeitungen. Bei der Entwicklung von Bewertungskriterien wurde weitestgehend auf bestehende Materialien der Stadt Linz (z.B. Indikatoren der Agenda 21) zurückgegriffen. LES! kann nur dann in der Praxis implementiert werden, wenn durch die Anwendung des Bewertungstools kein erheblicher Mehraufwand für die Verwaltung auftritt.

Ergebnisse

Nach Abschluss des Forschungsprojektes liegt ein allgemein einsetzbares Bewertungstool inkl. Prozessmodell für die Bewertung und Optimierung von Stadtentwicklungsvorhaben auf Stufe der Konzept- und Ideenfindung / Masterplanung vor. Die Leitziele, Teilziele und Bewertungskriterien können auch als Grundlagen für Vorbereitung und Abwicklung von städtebaulichen Wettbewerben verwendet werden.

Für die Stadt Linz kann als zusätzliches Projektergebnis eine Bewertung der Masterplanung Trendzone Linz-Mitte (Stand April 2004) nach Kriterien der nachhaltigen Stadtentwicklung angeführt werden. Diese stellt eine Grundlage für die weiterführende Planungsoptimierung und zur Vorbereitung eines städtebaulichen Wettbewerbs für zentrale Wohnbereiche innerhalb der Trendzone Linz-Mitte dar.

Schlussfolgerungen

Interdisziplinäres Bearbeitungsteam
In der konkreten Anwendung von Bewertungsverfahren müssen unterschiedliche fachliche Zugänge bei Zielformulierungen und der Einschätzung von Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden. Für das Projektergebnis war daher die Zusammenstellung eines dienststellen- und somit fachgebietsübergreifenden Bearbeitungsteams erfolgsentscheidend. Die gesamte Prozesslogik inkl. Anwendung des Tools erfordert zudem die Einrichtung einer klar definierten Projektkoordination mit hohem prozessorientierten Know-how.

Kosten-Nutzen-Prinzip als Erfolgsfaktor
Das Verfahren samt konkretem Bewertungstool muss "schlank" ausgerichtet sein und durch seine Vorgaben grundsätzlich zu keinem Mehraufwand im Rahmen der Anwendung führen. Zusätzlich zum entwickelten Bewertungstool und Bewertungsverfahren wurde daher eine Kurzfassung der inhaltlichen Aussagen in Form einer "Checkliste für städtebauliche Wettbewerbsverfahren" entwickelt. Die Zusammenfassung der Leitziele und Teilziele samt möglicher Bewertungskriterien kann ohne großen Implementierungsaufwand bei der Bewertung aktueller Vorhaben der inneren Stadtentwicklung verwendet werden.

Qualitative Kriterien als Bewertungsgrundlage
Grundsätzlich ist das Projektteam der Ansicht, dass bei der Bewertung von Entwicklungsvorhaben auf der Stufe der Ideenfindung / Konzeption (Masterplanung) qualitative Kriterien in den meisten Fällen eher geeignet sind als quantitative Indikatoren. Im Gegensatz zur globalen oder nationalen Ebene, wo zumindest in einigen inhaltlichen Sektoren ein Set von Nachhaltigkeitsindikatoren bereits gut implementiert werden kann, sind auf Ebene der Stadtteilentwicklung zahlengestützte Bewertungskriterien entweder nicht verfügbar oder nur begrenzt aussagekräftig. Werden quantitative Indikatoren als Grundlage zur Bewertung einzelner Teilziele empfohlen, dann nur solche, die bereits im Verwaltungsalltag etabliert sind.

Downloads

Projektbeteiligte

Projektleitung

Ewald Reinthaler Ing. MAS - Magistrat der Landeshauptstadt Linz BDion

ProjektpartnerInnen

  • Robert Lechner - Österreichisches Ökologie Institut für angewandte Umweltforschung
  • Kanzlei Dr. Manfred Bruck

Kontakt

Magistrat der Landeshauptstadt Linz BDion
Ewald Reinthaler Ing. MAS
Hauptstraße 1-5
A-4041 Linz
Tel.: +43 (732) 7070-3476
Fax: +43 (732) 7070- 54 -3476
E-Mail: ewald.reinthaler@mag.linz.at

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