Internationales Umweltzeichen für nachhaltige Bauprodukte

Zusammenführung der Prüfkriterien von anerkannten Umweltzeichen in Zusammenarbeit mit dem Baustoffhandel

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Sechs renommierte ökologisch orientierte Prüfinstitute aus Deutschland und Österreich haben die Arbeitsgemeinschaft "ecoNcert" gegründet mit dem Ziel, die Prüfkriterien der Institute zu harmonisieren, zu erweitern und darauf basierend ein gemeinsames Umweltzeichen zu vergeben. Ziel des Umweltzeichens ist es den Einsatz solcher Bauprodukte zu fördern, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit in besonderem Maße gerecht werden. Die Initiative für dieses Projekt wurde vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhändler ergriffen, der sich für die Einführung eines Naturbau-stoff-Sortiments einheitliche Auswahlkriterien wünschte. Der österreichische Baustoff-Fachhandel hat am 4.10.99 seine Beteiligung beschlossen. NIBE, ein niederländisches Institut und die italienische ANAB sind inzwischen ebenfalls der Gruppe beigetreten. Innerhalb von "ecoNcert" wurden die drei Prüfinstitute mit der längsten Erfahrung, das IBO, das eco -Umweltinstitut und die TÜV Süddeutschland Bau und Betrieb, mit der Abstimmung ihrer Prüfkriterien und -methoden beauftragt. Somit spielt Österreich eine ganz zentrale Rolle in der Entwicklung des Umweltzeichens.

Ergebnis des vorliegenden Forschungsantrags ist die Schaffung der Voraussetzungen für die Vergabe des Umweltzeichens insbesondere die Abstimmung der Prüfkriterien und -methoden von österreichischer Seite für 6 Produktgruppen. Das Umweltzeichen soll die Anforderungen der ISO 14020ff erfüllen: Das Zeichen soll präzise, nachprüfbar, treffend und nicht irreführend sein. Es soll den internationalen Handel nicht unnötig beeinträchtigen. Die Vergabe soll auf wissenschaftlicher Grundlage verständlich und exakt erfolgen. Das Zeichen soll den interessierten Kreisen zugänglich sein, kein Hersteller darf a priori ausgeschlossen werden. Das Zeichen soll alle Aspekte berücksichtigen, die im Lebenszyklus des Produkts auftreten, darf sich nicht nur auf einen Aspekt beschränken. Das Zeichen soll Innovation und technischen Fortschritt nicht behindern. Bei der Entwicklung des Zeichens soll ein offener und gleichberechtigter Dialog aller interessierten gesellschaftlichen Gruppen geführt werden. Alle Interessenten müssen Informationen über die Kriterien der Zeichenvergabe bekommen können.

Schon bald stellte sich im Zuge des Projekt heraus, dass für diesen von der ISO verlangten Pluralismus ein Trägerverein gegründet werden musste, der alle wesentlichen gesellschaftlichen Gruppierungen (Sparten) vereint:

  • Händler mit Bauprodukten und deren Verbände
  • Hersteller und Importeure von Bauprodukten und deren Verbände
  • Umweltorganisationen
  • Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen
  • Planer, Berater und Ausführer von Bauleistungen
  • Prüfinstitute

entscheidet über Prüfkriterien und Richtlinien, er vergibt das Umweltzeichen und überwacht dessen Nutzung, er akkreditiert und kontrolliert die Prüfinstitute, er sorgt für Öffentlichkeit und Vermarktung des Umweltzeichens. Die Prüfinstitute, als "Gründerväter und -mütter" dieser ganzen Idee, bürgen für die Wissenschaftlichkeit und Neutralität der Vergabe und für die ständige Weiterentwicklung entsprechend dem Stand der Technik und des Wissens.
Nach einem halben Jahr Vorbereitung wurde der Trägerverein mit dem Namen "Internationale Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen - ecoNcert" am 20. April 2001 im Ökohaus in Frankfurt gegründet. Die Arbeitsgemeinschaft der Prüfinstitute findet sich nun teilweise im Vorstand des Trägervereins und im Kriterienausschuss des Trägervereins wieder. Die im Kriterienausschuss abgestimmten Kriterien müssen dem Vorstand zur Abstimmung vorgelegt werden.

Internationales Umweltzeichen für nachhaltige Bauprodukte

Schriftenreihe 28/2001 H. Mötzl, B. Bauer, M. Gann, et.al. 
Deutsch, 193 Seiten, vergriffen

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Projektbeteiligte

Projektleiterin:
Mag. Hildegund Mötzl
Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie

PartnerInnen:
Siegfried Camana
ANAB - Associazione Nazionale Architettura Bioecologica, Milano (Italien)

Michiel Haas
NIBE - Nederlands Instituut voor Bouwbiologie en Ecologie bv, Bussum (Niederlande)

Michael Fischer
IUG - Institut für Umwelt und Gesundheit, Fulda (Deutschland)

Dr. Michael Köhler
Bremer Umweltinstitut - Gesellschaft für Schadstoffanalytik und Begutachtung mbH., Bremen (Deutschland)

Thomas Schmitz-Günther
ecoCasa BetriebsberatungsgmbH, Neckargemünd (Deutschland)

Dr. Ulrich Schubert
TÜV Süddeutschland, Bau und Betrieb GmbH
Gruppe Umwelt-Service - Ökologische Produktprüfung, München (Deutschland)

Dr. Gerd Zwiener und Ursula Lahr
eco-Umweltinstitut GmbH, Köln (Deutschland)

Kontaktadresse

Mag. Hildegund Mötzl
Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie
Alserbachstraße 5/8
A 1090 Wien
Tel.: +43 1 319 20 05-32
Fax:+431 319 20 05-50
E-Mail: hmoetzl@ibo.at

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