HY3GEN - Ein nachwachsendes Haus

Das hybride Gebäude der dritten Generation, dessen Grundzüge im vorliegenden Projekt definiert werden, ergänzt die Entwurfsprinzipien Nutzungsmischung und Flexibilität um den Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit, um so zu einem hinsichtlich seiner Nutzungsoptionen, Wirtschaftlichkeit und Ökologie langlebigen und anpassungsfähigen Gebäude zu gelangen.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

HY3GEN - Das hybride Gebäude der dritten Generation

Im urbanen Raum werden Standzeiten von Gebäuden immer kürzer. Das ist einerseits Resultat sich verändernder Bedürfnisse einer immer schnelllebigeren Gesellschaft, andererseits in der gebauten Struktur nach heutigem Standard vorprogrammiert. Die beträchtliche Belastung der Umwelt durch schwache Lebenszyklusbilanzen durchschnittlicher Bauten ist Ausgangspunkt für das vorliegende Projekt.

Um die ökologische Gesamtbilanz von Gebäuden zu verbessern, wurden im Projekt HY3GEN parallel drei Hauptziele für den Gebäudeentwurf verfolgt:

  • Nutzungsflexibilität im Gebäudekonzept,
  • Nachhaltigkeit in Konstruktion und Material
  • und geringer Primärenergieeinsatz im Gebäudebetrieb.

Als Hybride werden in der Architektur Gebäude bezeichnet, die bei hoher städtebaulicher Dichte unterschiedliche Funktionen auf der Parzelle vereinen.

Als erste Generation hybrider Gebäude gilt die Bebauung ganzer Blocks mit komplexen Nutzungspaketen in amerikanischen Innenstädten ab Ende des 19. Jahrhunderts. Die zweite Generation wurde mit dem Ziel entwickelt, im Bereich der Bauteile und Komponenten optimal auf individuelle Bedürfnisse der Nutzer zu reagieren und ein Maximum an Flexibilität zu bieten.

Das hybride Gebäude der dritten Generation, dessen Grundzüge im vorliegenden Projekt definiert werden, ergänzt die Entwurfsprinzipien Nutzungsmischung und Flexibilität um den Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit, um so zu einem hinsichtlich seiner Nutzungsoptionen, Wirtschaftlichkeit und Ökologie langlebigen und anpassungsfähigen Gebäude zu gelangen.

Im Einzelnen bedeutet das:

  • Das Gebäude ist ökologisch optimiert durch sparsame Ressourcennutzung, Einsatz nachwachsender Rohstoffe und Minimierung von Emissionen bei der Errichtung und Nutzung des Gebäudes.
  • Es ist nutzerfreundlich durch die nach individuellen Anforderungen auch nachträglich anpassungsfähigen Grundrisse und Ausstattungen.
  • Durch diese Nutzerfreundlichkeit und optimierte Operationskosten erreicht das Gebäude ein hohes Marktpotenzial. Es soll über seine gesamte Lebensdauer hinweg sowohl für den Eigentümer als auch für den Nutzer wirtschaftlich und wertbeständig bleiben. Dazu tragen neben einer Vollkostenbetrachtung über den gesamten Lebens- und Nutzungszyklus des Gebäudes auch ein breites Angebot an sekundären Dienstleistungen im Bereich Informationstechnologien, Mobilität und Hausservices bei.

Es handelt sich um ein Gebäudekonzept, das sich den Anforderungen der sich in dauernder Veränderung begriffenen Umwelt anpassen lässt und so Baustein der "Stadtentwicklung im feinen Korn" sein kann.

In mehr als zehn gemeinsamen Arbeitssitzungen und vielen Einzelbeiträgen wurden im Zusammenspiel unterschiedlicher Professionen und wirtschaftlicher Positionen die Entwicklungsbedingungen eines hybriden Gebäudeprototyps ausgelotet. Erarbeitet wurde ein Pflichtenheft, das im Laufe des Entwicklungsprozesses von den für unterschiedliche Work Packages zuständigen Professionisten immer weiter detailliert, ergänzt und revidiert und mit dem gesamten Team abgestimmt wurde. Es umfasst die Themenbereiche Projektentwicklung, Flächenwidmung, Baukörpertypologien, Tragwerkssysteme, Bau- und Konstruktionsweisen, Bauökologie und technische Gebäudeausrüstung. Dabei ermöglichte die disziplinenübergreifende Kommunikation von Fachplanern, Architekten und Bauträgern von Beginn an die Entwicklung einer ganzheitlichen Gebäudelösung.

Gemäß den erarbeiteten Grundlagen war die Errichtung eines HY3GEN-Prototyps im Rahmen eines Pilotprojekts vorgesehen. Nach Akquisition eines geeigneten Grundstücks in Wien-Simmering wurde mit der Anwendung des HY3GEN-Ansatzes auf dem konkreten Standort begonnen. In Abstimmung mit dem Bauträger und der Behörde wurde dafür zunächst ein Flächenwidmungs- und Bebauungsplanentwurf erstellt, der den besonderen Ansprüchen eines HY3GEN-Gebäudes entspricht und im vorliegenden Bericht dokumentiert ist. Das Pilotprojekt wurde jedoch nicht ausgeführt.

Das Einzeldesign hybrider Gebäude ist abhängig von Standort, wirtschaftlicher Bauaufgabe und Raumprogramm. Nichtsdestotrotz gibt es eine Reihe verallgemeinerbarer planerischer und technischer Charakteristika und Kenndaten hybrider Gebäude, die für das Programm "Haus der Zukunft" mit dem vorliegenden Beitrag erarbeitet wurden und zukünftigen Projektentwicklungen als Handbuch zur Verfügung stehen.

Publikationen

HY3GEN

Ein nachwachsendes Haus
Schriftenreihe 27/2007 R. Korab, E. Delugan-Meissl, C. Schweiger, H. G. Ambrozy, H. Wimmer, N. Küblböck, H. Czaja, R. Mischek, T. Belazzi, R. Lechner, F. Waclawek, Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Deutsch, 186 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleitung

Dr. Robert Korab und Horst Fuchs
Raum & Kommunikation

Projekt- und Kooperationspartner (ARGE HY3GEN)

  • DI Heinz Geza Ambrozy, Atelier Ambrozy
  • Arch. Elke Delugan-Meissl, Delugan_Meissl Associated Architects
  • DI Helmut Wimmer, Büro DI Helmut Wimmer
  • Ing. Norbert Küblböck, DI Henryk Czaja, Vienna Öko Systems
  • DI Ronald Mischek und Dr. Thomas Belazzi, Mischek ZT GesmbH
  • Robert Lechner, Österreichisches Ökologie-Institut
  • DI Uta Brenner, Horst Fuchs, Dr. Robert Korab, DIAnnika Schönfeld und DI Arch. Berndt Stingl-Larome, raum & kommunikation
  • Arch. DI Fritz Waclawek, k/haus - Architekt

Kontaktadresse

ARGE HY3GEN
c/o raum & kommunikation KORAB KEG
Lerchenfelder Gürtel 43/6/3, A-1160 Wien
Tel.: +43 (1) 7866559-0
Fax: +43 (1) 7866559-33
E-Mail: office@raum-komm.at

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