Foto: Wohnzimmer- Haus Zeggele

Gebaut 2020 - Zukunftsbilder und Zukunftsgeschichten für das Bauen von morgen

Aus Zukunftstrends, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und realpolitisch relevanten Entwicklungen zum Bauen von morgen entstand ein umfassendes Bild des zukünftigen Bauens.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

"gebaut 2020" thematisiert die Zukunft des Bauens in Form der Auswertung von mittlerweile umfangreich vorhandenen Trends und Prognosen, vom Lifestyle bis zu Technologien, von der Bevölkerungsentwicklung bis hin zum Kühlschrank von morgen. Die Ergebnisse daraus wurden durch Interviews mit einer bunt und attraktiv zusammen gesetzten Runde von Bauträgern, Trend- und Zukunftsforschern, Architekten, Wohnbauforschern und Wohnbauexperten ergänzt und in ein Zukunftsszenario "gebaut 2020" mit Collagen und Geschichten umgesetzt. Aus dem umfassenden Bild des zukünftigen Bauens werden für relevante Entscheidungsträger Maßnahmenempfehlungen entwickelt.

Trends zum Wohnen und Bauen

Gesellschafts- und wirtschaftspolitische Veränderungen sowie neue Technologieentwicklungen sind die entscheidenden Vorgaben für das Bauen und Wohnen von morgen.

Für "gebaut 2020" wurde aus dem "Basisszenario Österreich 2020", das im Rahmen des Kulturlandschaftsforschungsprojektes SU2 "Infrastruktur und Kulturlandschaft" erstellt wurde, Entwicklungstrends für den Bau- und Wohnbereich herangezogen. Nach dem Durchleuchten zahlreicher Fachzeitschriften, Bücher, Bibliotheken, Prognosen, des Internets und der Einbeziehung externer Experten mit qualitativen Interviews wurden die recherchierten Ergebnisse verglichen und zu bau- und wohnrelevanten Trends erweitert.

Die für "gebaut 2020" wesentlichen Bereiche wurden in folgende Themenbereiche gegliedert:

  • Trends in Gesellschaft und Politik
  • Demographische Trends
  • Technologische Trends
  • Trends im Bereich Mobilität und Infrastruktur und
  • Trends im Bereich Arbeit.

Trends in Gesellschaft und Politik

Information und Wissen werden zum Kapital der Zukunft und bestimmen immer stärker die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand unserer Gesellschaft. Die individuellen Erfolgschancen werden sehr stark vom Zugang zu Information und Wissen abhängen und nicht für jeden gleich sein. Die Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechniken führen zu einer Spaltung der Gesellschaft in "Informierte" und "Uninformierte" bzw. "Desorientierte". Die Überwindung dieses "digital gap" stellt für die Politik eine große, vielleicht DIE größte Herausforderung für die Zukunft dar.

Der Trend zur Individualisierung der Gesellschaft bedeutet für immer mehr Menschen ein selbstständigeres, aber auch ein auf sich selbst gestelltes Leben. Gleichzeitig nimmt die Isolation und damit die Sehnsucht zu, in neuen Gemeinschaftsformen zusammenzufinden. Der Staat nimmt sich aus diesem Transformationsprozess zurück, eher erwartet man sich durch eine erneuerte Zivilgesellschaft die Überwindung der sozialen Distanzen.

Vor diesem Hintergrund wird sich die Wohnungswirtschaft zu global agierenden Immobilienunternehmen verändern. Öffentliche Investitionen in den gemeinnützigen Wohnbau werden deutlich reduziert. Dadurch kommt es tendenziell zu einer Erhöhung der Wohnungspreise, worauf die Bauwirtschaft mit steigender Kosteneffizienz bei der Errichtung und dem Betrieb von Gebäuden reagieren wird. Zu erwarten sind in diesem Zusammenhang generell differenziertere Angebote der Wohnungswirtschaft gegenüber der Gegenwart, aber auch ein Ansteigen der Wohnfläche insgesamt.

Demographische Trends

In den nächsten 20 Jahren werden tiefgreifende demographische Entwicklungen erwartet, die sich auch deutlich im Bauen von morgen abzeichnen werden. Da der Anteil der Menschen über 60-Jahre stetig wächst, werden Wohnformen für diese Bevölkerungsgruppe ein neuer Zukunftsmarkt. Demgegenüber schrumpft die Gruppe der Jungen. Herausragend ist auch der enorme Zuwachs an Haushalten bis 2020, trotz einer gleichzeitig geringen Bevölkerungszunahme. Die Bevölkerung Österreichs zieht es weiterhin ins Suburbane der Agglomerationsräume, nur für einige wenige eröffnet sich die Möglichkeit eines "Neuen Lebens auf dem Land".

Technologische Trends

Für die nächsten Jahre zeichnen sich im Technologiesektor vor allem Trends in Richtung kostengünstiger Technologien und kostensparender Systeme, eines erhöhten Einsatzes innovativer Gebäudetechnologien sowie einer teilweisen Ökologisierung der Bauwirtschaft ab. Hervorzuheben ist hierbei insbesondere die Zunahme an rationellen Bautechnologien wie Vorfertigung und haustechnischen Modullösungen. Aber auch die verstärkte Anwendung von Informations- und Kommunikations-technologien (IKT) und "smarter" Gebäudetechnologien auf Basis digitaler Netzwerke wird ein technologiespezifisches Zeichen des Bauens von morgen sein. Die Ökologisierung der Bauwirtschaft betrifft vor allem den Einsatz energieeffizienter Bautechniken sowie die verstärkte Verwendung nachwachsender Rohstoffe.

Trends im Bereich Mobilität und Infrastruktur

Künftig werden wir in einer Gesellschaft leben, in der immer mehr Menschen "unterwegs" sind, nicht nur physisch, sondern auch auf elektronischen Wegen. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) heben herkömmliche Zeit- und Raumstrukturen auf und lösen in Teilbereichen auch die physische Mobilität ab. Dennoch kommt es zu einer höheren Lebensmobilität als Ergebnis veränderter ökonomischer und gesellschaftlicher Lebenskonstrukte, unzureichender Qualität der gebauten Umwelt und dem gestiegenen Freizeitbedürfnis. Was die Mobilität in bezug auf den Wohnortwechsel betrifft, besitzen wir in Österreich jedoch lange nicht die Flexibilität "amerikanischer" Bewohner. Unsere Verkehrsinfrastruktur wird auch in Zukunft extrem Zentren dominiert sein: Agglomerationen und Ballungsräume verfügen demnach über hochrangige Verkehrsnetze in sämtlichen Kategorien, periphere Regionen geraten jedoch aufgrund prognostizierter Bevölkerungsverluste hinsichtlich ihrer Infrastruktur (Erhaltung, Ausbau) zunehmend unter Druck. Dieser generelle und nun schon seit Jahrzehnten andauernde Trend wird auch durch die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien (Telearbeit, Homeworking) nicht zugunsten der Peripherie korrigiert werden können.

Trends im Bereich Arbeit

Die Entwicklung zur Dienstleistungs-, Wissens- und Kommunikationsgesellschaft bringt große Veränderungen am Arbeitsmarkt mit sich. Neue Erwerbsfelder, neue Zeit- und Arbeitsformen und neue Arbeitsorte entstehen.

Diese Veränderungen beeinflussen auch das Wohnen und Bauen von morgen: Neue Technologien ermöglichen das Arbeiten von zu Hause oder von beliebigen Orten aus. Wohnen und Arbeiten verschmelzen zunehmend. Der Arbeitsmarkt muss zukünftig nicht mehr zwingend die eigentliche "driving force" bei der Wohnortwahl sein.

Über die Geschwindigkeit dieser Veränderungen gibt es differenzierte Zukunftsprognosen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Berufstätigen wird auch im Jahr 2020 aus traditionellen Erwerbstätigkeiten Einkommen generieren, allerdings mit einem erweiterten Wissenshintergrund, höherem Dienstleistungsanteil und größerer zeitlicher und örtlicher Flexibilität.

Und was gibts noch

Die Wohnformen von morgen werden zum bunten Spiegelbild der vielfältigen, individuellen Lebensstile. Flexibilität gewinnt auch im Wohnbereich an Stellenwert. Es werden Wohnungen bevorzugt, die sich den differenzierten Lebensabläufen ihrer Bewohner anpassen können und stärker interpretierbar, veränderbar und adaptierbar sind. Lebensqualität definiert sich zunehmend über den Wohnkomfort. Dazu zählt auch der Zugang zu wohnungseigenen Freiräumen sowie Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten im Wohnumfeld.

Eine besondere Herausforderung für die Zukunft stellt sich durch die in die Jahre gekommen Häuser und Wohnungen der Nachkriegszeit, die teils einen Renovierungsboom auslösen werden, an nicht wertbeständigen Standorten jedoch auch zu einer Abrisswelle und anschließendem Neubau führen werden.

Der Rahmen zum Bauen von morgen

Aus der vergleichenden Recherche ergaben sich folgende Vorgaben:

  • wir werden alt und bleiben aktiv
  • wir wohnen zwischen Stadt und Land
  • wir leben alleine oder zu zweit
  • nach wie vor gilt: born to move
  • wir arbeiten anders und länger
  • wir sind auf uns selbst gestellt und
  • es wird ein steigender Technologieeinsatz zur Effizienzsteigerung erwartet.

Grundregeln für "gebaut 2020"

Daraus wurden Grundregeln für das Zukunftsbild "gebaut 2020" abgeleitet: Die eine lautet: das "patchwork an lebensformen" führt zu einem "patchwork an architekturen". Denn, die Vielfalt an Lebensstilen führt dazu, dass sich Pluralismus und Individualität zukünftig stärker im Wohnbausektor durchsetzen.

Die andere lautet: "öko-optimierung ja, aber wo bleibt die nachhaltigkeit ?" Es ist also mit einer Ökooptimierung der Bauwirtschaft zu rechnen, dies betrifft jedoch in erster Linie den Heizenergiebedarf, eingeschränkt die Versorgung des Gebäudes mit regenerativen bzw. alternativen Energien und in manchen Bereichen den verstärkten Einsatz von nachwachsenden und umweltschonenden Baumaterialien. Das Haus der Zukunft wird also standardmäßig einem Niedrigenergiehaus lt. heute gegebener Definition entsprechen. Doch es wird sich nicht um eine nachhaltige Bauwirtschaft handeln, bezieht man Faktoren ein wie graue Energie, Transport von Baumaterialien, Entsorgung- und/oder Wiederverwertung oder die Schließung regionaler Stoffkreisläufe. Und das Haus der Zukunft wird eher "zusammengesetzt" werden, als "gebaut im engeren Sinne", denn der Vorfertigungsgrad von Bauteilen wird stark zunehmen.

Zukunftsbilder und Zukunftsgeschichten

Es entstand ein umfassendes und dichtes Bild zur Zukunft des Bauens. Und: dieses Bild ist bunt: Es setzt sich aus zahlreichen Teilbildern, die in Summe ein gesamtes ergeben, zusammen. Zentrale Erkenntnis ist, dass das "Haus der Zukunft" Vielfalt bedeutet. Deshalb gibt es für uns nicht ein, sondern viele "Häuser der Zukunft". Diese wurden in sechs Häusertypen bzw. Zukunftsbildern beschrieben, wobei es sich hier dezidiert nicht um scharfe Bilder handelt. Jedes Bild enthält jedoch eine Kernaussage, die in einem gesellschaftlich-kulturellen Kontext zu sehen ist.

Im "smart home" kommt es zu einem erhöhten Einsatz von Gebäudetechnologie. Es werden sich jedoch nur jene Technologien durchsetzen, wo den Gebäudenutzern ein direkter Gewinn ohne große Einschränkung der Nutzungsvariabilität erwächst. Matthias Horx, ein deutscher Trendforscher spricht von "KISS-Technik: Keep ist simple and stupid". Smart homes bilden sich an Orten mit hoher Standortqualität. Das "perfekte smart home" wird eher dem gehobenen Wohnstandard der Zukunft zuzurechnen sein.

Das "standard home", das Äquivalent zum heute gegebenen Wohnstandard, definiert sich auch künftig an ökonomischer Effizienz. Es ist die zukünftig klassische Mittelstandsbehausung, entspricht jedoch nicht dem sozialen Wohnbau der Gegenwart, denn eine Reduktion der öffentlichen Wohnbauförderung zeichnet sich ab. Die Erfüllung des Effizienzkriteriums ist höchstes Gebot bei der Errichtung und beim Betrieb dieser standard homes.

Dem künftig stetig steigenden Vorfertigungsmaß in der Bauwirtschaft wird das "catalogue home" entsprechen. Das "Haus von der Stange" setzt sich aus Katalog-Elementen zusammen. Alles - vom Angebot für Singles über family homes bis hin zu modulartig kombinierbaren Wohngruppen - ist vorstellbar. Es finden Konzentrationsprozesse in Richtung des Zusammenschlusses mit artverwandten Produktionszweigen statt. Ein bekannter schwedischer Möbelhersteller entwickelt beispielsweise schon eine eigene Fertighauslinie. Wohnen wird zum "Komplettangebot". Das catalogue home wird für nahezu alle Bevölkerungsschichten leistbar sein.

Ein weiteres Resultat der zukünftigen Rahmenbedingungen in Gesellschaft und Politik ist die Entstehung von "no homes". No homes identifizieren sich mit virtuellen Adressen und sind eine Neuheit für die Wohnungspolitik. Sie sind eine wohnungsphilosophische Entsprechung des Siegeszuges von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Arbeits- und Wirtschaftswelt. Die physische Entsprechung der no homes sind Mobilheime, Hotels, hometels, Gruppenwohnformen und "Heime" neuen Zuschnitts. Die Standorte für die no homes liegen eher außerhalb der absoluten Gunstlagen. Die Extremform der no homes repräsentiert extrem benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Sie haben weder eine virtuelle noch physische Adresse.

Gebäude, deren laufenden Erhaltungskosten die Renditeerwartungen ihrer Besitzer übersteigen, entwickeln sich zu "low level homes". Dazu gehören Stadtrandsiedlungen mit schlechter Qualität ohne hochwertiger Infrastruktur, Insellagen in urbanen Zentren mit negativen wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven, aber auch zahlreiche Einfamilienhaussiedlungen aus dem Ende des 20. Jahrhunderts. Diese low level homes sind weit unter dem künftig gegeben Wohnstandard angesiedelt. Hochwertige IK-Technologien sind nicht vorhanden, der Einsatz digitaler Helfer reduziert sich auf ein Mindestmaß. Sozial schwache Bevölkerungsschichten werden sich mit diesen "Heimen" zufrieden geben müssen.

Gegenüber den no homes und low level homes stellen die "wlh - without limits homes" den höchsten und exklusivsten Rand der Bandbreite möglicher Wohnformen der Zukunft dar. Sie besitzen den höchsten denkbaren Wohnstandard und finden sich an den attraktivsten Standorten. whl´s besitzen neben ihrer Exklusivität eine wesentliche Eigenschaft: Sie sind in ihrer Entwicklungsbandbreite nicht vorhersehbar, sie orientieren sich ständig am ultimativ machbaren. Sie sind nicht planbar.

Diese Erscheinungsbilder des Wohnens wurden mit Collagen und Zukunftsgeschichten untermauert. Die Geschichten wurden vom Arbeitsteam als "subjektive" Erzählungen verfasst. Die Erzähler berichten "aus der Zukunft" in Form von Raumbeschreibungen und Alltagsgeschichten über das Wohnen im Jahr 2020.

Der Expertenworkshop

Das Szenario "gebaut 2020" wurde im Rahmen eines Workshops von e3building, dem Informationsnetzwerk der österreichischen Bauwirtschaft, unter Teilnahme namhafter Entscheidungsträger aus den Bereichen Architektur, Baufachplanung, Bauträgerschaft, Bauindustrie und Baufinanzierung modifiziert.

Strategien für das Bauen von morgen

Als inhaltlicher Abschluss des Projektes wurden "Strategien für das Bauen von morgen" für themenrelevante Politikbereiche formuliert:

Das Bauen oder vielmehr die gerne zitierte Baukultur der Gegenwart (und damit auch der näheren Zukunft) sollte nach Ansicht des Projektteams für Vielfalt stehen. Vielfalt bedeutet in demokratiepolitischer Hinsicht das Eingehen auf und die Berücksichtigung unterschiedlichster Interessen.

Forschung und Entwicklung

Für zukunftsorientiertes Bauen besteht die Notwendigkeit, intensiv in Forschung und Entwicklung zu investieren. Dies betrifft insbesondere die konkrete Entwicklung und Umsetzung von exemplarischen Pilotprojekten mit Demonstrationscharakter, tiefgehende Analysen zu sozialwissenschaftlichen Themen (Nutzerbedürfnisse, Nutzerverhalten) sowie auch technologieorientierte Forschungstätigkeiten zu additativen und/oder modularen Bausystemen und -komponenten.

Neben den direkt baurelevanten F&E-Inhalten kommt im Bereich Arbeiten und Wohnen der Entwicklung moderner und gebäudespezifischer Informations- und Kommunikationstechnologien samt der zugehörigen Schnittstellen (Geräte) eine zentrale Bedeutung zu. Hier muss eine starke Nutzerorientierung eine zentrale Rolle spielen.

Ideal wäre im Hinblick auf die skizzierten mehrzielorientierten F&E-Schwerpunkte die Bildung einer ressortübergreifenden Forschungsinitiative, die von mehreren thematisch relevanten Ressorts (mit thematischen Schwerpunktsetzungen) getragen wird und im Rahmen der verländerten Wohnbauförderung durch konkrete Demonstrations- und Umsetzungs-projekte ergänzt wird.

Wohnbaupolitik ist Standortpolitik

Zukunftsorientierte Wohnbaupolitik muss dabei aber immer im Wechselspiel mit einer qualitativ hochwertigen Standortpolitik gesehen werden. Zu nennen sind hier beispielsweise der Anschluss an qualitativ hochwertige Erschließungssysteme (ÖV, IV), die Nähe zu Versorgungseinrichtungen und zentralen Diensten ebenso wie zu Arbeitsplätzen, ein positives Wohnumfeld und die Versorgung mit Freiräumen hoher Qualität. Eine verstärkte Verschränkung der Wohnbaupolitik mit der Standortpolitik bzw. ihren Instrumenten aus Wirtschaftsförderung und Raumordnung - z.B. durch rechtlich/ institutionelle Anpassung und Abstimmung - stellt ein ehrgeiziges Vorhaben dar.

Nachhaltige Entwicklung?!?

Weiter Strategien zielen auf eine sukzessive Annäherung an eine nachhaltige Bauwirtschaft ab, etwa durch

  • Verdichtung der F&E-Aktivitäten zur Nutzung nachwachsender (regionaler) Rohstoffe
  • Schaffung von förderpolitischen Anreizsystemen zur Stärkung nach-wachsender Rohstoffe in der Bauwirtschaft und dem Verzicht auf synthetische Materialien oder
  • der Schaffung marktwirtschaftlicher Anreizsysteme durch Zertifizierung "nachhaltiger" Gebäude.

Planungskultur und Vielfalt

Die fortschreitende Pluralisierung der Lebensstile verlangt lautstark nach einer Pluralisierung der Wohnformen. Vielfalt sollte durch geänderte Planungskulturen erreicht werden, indem sich die Bauwirtschaft und die bislang hauptsächlich am Baugeschehen beteiligten Professionisten und Akteure gegenüber anderen Experten wie Freiraumplanern, Raumplanern oder Innenraumgestaltern öffnen.

Ein wichtiger Impuls für die Steigerung der Vielfalt könnte auch durch weitere themenzentrierte Bauvorhaben erreicht werden. Der Wohnbau könnte schlichtweg mit einer Vielfalt an Themen "bespielt" werden, die Aufgabe der Planer und Developer wäre eine bestmögliche Umsetzung dieser Themen. Gefragt ist dabei auch die Durchmischung der Wohnstandorte mit unterschiedlichsten Finanzierungs- und Verwertungs-formen. Dadurch kann die Schaffung sozialer Ghettos ("Armenviertel, Reichenviertel") gezielt vermieden werden.

"Ein gutes Haus der Zukunft muss ein modernes Haus der Gegenwart sein"

Eine weitere Schlussfolgerung des Projektes ist die Bewusstseinsschaffung für die hohen Qualitätsanforderungen an heute errichtete Gebäude: Das beste Haus der Zukunft ist das qualitätsvolle Haus der Gegenwart. Die meisten der heute errichteten Häuser werden auch in zwanzig Jahren noch stehen und sollten durch nachhaltige Qualität gekennzeichnet sein, die auch die Bedürfnisse künftiger Generationen erfüllen kann.

Downloads

Gebaut 2020 - Zukunftsbilder und Zukunftsgeschichten für das Bauen von morgen

Schriftenreihe 20/2001 K. Walch, R. Lechner, G. Tappeiner, et.al.
Deutsch, 109 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Bibliographische Daten

Gebaut 2020 - Zukunftsbilder und Zukunftsgeschichten für das Bauen von morgen

Grundlagenstudie, Endbericht

Auftragnehmer:
Österreichisches Ökologie-Institut für angewandte Umweltforschung

Autoren:
Karin Walch, Robert Lechner, Georg Tappeiner, Philipp Sutter, Inge Schrattenecker, Petra Oswald, Manfred Kobelmüller, Georg Stafler, alle: Österreichisches Ökologie-Institut für angewandte Umweltforschung

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 20/2001

Wien, Jänner 2001
105 Seiten

Projektbeteiligte

Österreichisches Ökologie-Institut:

  • DI Karin Walch, Projektleitung
  • Robert Lechner, stellvertretende Projektleitung
  • DI Inge Schrattenecker
  • DI Manfred Koblmüller
  • Petra Oswald
  • Mag. Susanne Geissler
  • DI Georg Tappeiner
  • Robert Korab
  • Mag. Bernhard Huber
  • Mag. Philipp Sutter

Kontakt

DI Karin Walch
Österreichisches Ökologie-Institut
Seidengasse 13
A 1070 Wien
Tel: +43 1 5236105-18
Fax: +43 1 523 58 43
E-Mail: walch@ecology.at

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