Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

Entwicklung eines kostengünstigen, wärmetechnisch optimierten Fensters aus Holz und ökologischen Dämmstoffen.

Entwicklung eines innovativen Fenstersystemes zur Nutzung passiver Solarenergie, unter dem Gesichtspunkt ökologischer Materialauswahl und stofflicher Trennbarkeit, im Anwendungsfeld vom Dreiliter- bis hin zum Passivhaus.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Teil A - Motivation, Ziele, Methode

Die Firma Freisinger ist sozusagen "von Anfang an" als Anbieter von Fenstern, Haustüren und einem Fassadensystem im Passivhausbereich tätig.

Unter den heute zahlreichen zertifizierten Passivhauskomponenten hat sich Freisinger zusammen mit seinen Lizenzpartnern eine Alleinstellung, durch den ausschließlichen Einsatz von Holz und ökologischen Dämmstoffen, erarbeitet.

Das Aufspüren der Trends und Anforderungen des Niedrigstenergie- und Passivhausbereiches führt Freisinger nun zur Entwicklung kostengünstigerer Lösungen.

Diesem Aspekt gibt das Vorurteil "Ökologische Dämmstoffe sind unbezahlbar und obendrein schlecht zu verarbeiten" besondere Bedeutung. Der Tiroler Fenstertüftler Freisinger verwendet Holz im Fensterbau aus Überzeugung und weil der größte Vorteil dieses nachwachsenden Rohstoffes bei Freisinger heißt: "Holz ist nicht aus Plastik".

Die wärmetechnische Optimierung des Produktes wird unter Einsatz von Computersimulation erreicht. Das Pilotprojekt "Samerberger Passivhaus" ist ein Einfamilienhaus in Passivhausqualität. Das neue kostengünstige Zwoa2Holz Fenster erhält seine Feuertaufe also unter den schweren Bedingungen eines Einfamilienhauses. Noch auf der 3. Passivhaustagung vor 6 Jahren in Bregenz wurde hitzig diskutiert, ob es den je möglich sein wird ein Einfamilienhaus in Passivhausqualität zu erstellen.

Während die klassischen Passivhausfenster mit einer kostenaufwendigen durchgehenden Dämmschicht arbeiten, wird in diesem Projekt mittels Finite-Elemente-Berechnung der bisher noch nicht durchgeführte Versuch gemacht, durch gezielte Platzierung von kleinen Dämmzonen an den effektivsten Stellen im Fensterrahmen, auf diese bisher als unverzichtbar angesehene durchgehende Dämmlage, zu verzichten.

Das Projekt "Entwicklung eines kostengünstigen, wärmetechnisch optimierten Fensters aus Holz und ökologischen Dämmstoffen" will dem Werkstoff Holz wieder zu der Bedeutung verhelfen, die diesem Werkstoff, aus ökologischer, klimatischer und gesellschaftspolitischer Sicht im Fensterbau zusteht.

Nicht zu vergessen ist, dass der Fenstermarkt derzeit zwischen dem "normalen Fensterrahmen" mit Rahmendämmwerten von Uf = 1,6 W/m²K und den Passivhauskomponenten mit Uf-Werten um 0,7 W/m²K kaum Konstruktionen kennt. Ein vom Passivhausinstitut in Darmstadt nachgewiesener Uw-Wert von 0,85 W/m²K wird daher angestrebt und sichert dem neuen Produkt Einsatzmöglichkeiten in energieeffizienten Neubau aber auch im künftig noch bedeutenderen Bereich der Altbausanierung.

Als wissenschaftliche Grundlage wird Protokollband 14 "Arbeitskreis kostengünstiger Passivhäuser" und der Bericht "HIWIN Hochwärmedämmende Fenstersysteme: Untersuchung und Optimierung im eingebauten Zustand" herangezogen.

Teil B - Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Das angestrebte Ziel konnte erreicht werden. Das Zertifikat "Geprüfter Fensteranschluss" für das Zwoa2Holz Fenster wurde vom Passivhausinstitute zuerkannt und liegt vor.

Der Markt nimmt das Produkt stärker als erwartet auf und es wurden bisher bereits sechshundertsiebenundvierzig Fenster der neuen Generation gefertigt. Dies stellt fast ein Viertel der Gesamtproduktion des Geschäftsjahres 2004 dar.

Das neue Produkt wird mit der bewährten austauschbaren Holzaußenschale produziert und es konnten die Schutzrechte aus dem vorhandenen Freisinger-Europapatent "Holzblende für Holzfenster" in vollem Umfang auf die Neuentwicklung übertragen werden.

Im Pilotprojekt "Samerberger Passivhaus" (Einfamilienhaus) und im Pilotprojekt Bodner (Geschosswohnungsbau) konnte die technische Eignung des neuen Systems bis hin zum Blower-Door Test unter Beweis gestellt werden.

Das Einfamilienhaus-Projekt ist als Passivhaus ausgeführt und wird lediglich mit einem kleinen Pelletsofen beheizt. Der erste Winter hat gezeigt, dass das Zwoa2Holz Fenster selbst im Einfamilienhaus den bekannten und hohen Behaglichkeitsanforderungen gerecht wird.

Um der integrale Planungsaufgabe im Bereich der wärmetechnischen Qualität des Fensteranschlusses bei hocheffizienten Gebäuden gerecht zu werden, wird nun ein Wärmebrückenkatalog für das Zwoa2Holzfenster erstellt. Erste Anschlusssituationen werden bereits berechnet. Die Ergebnisse sind dann mit Schnittbild, Isothermenverlauf und dem sogenannten Psi Wert auf der Homepage der Firma Freisinger zu finden. Planer Holzhausbauer und Massivbauer können so kostenfrei die für ihren spezifischen Anschluss zutreffende Größe der Kältebrücke ihrer Fenstereinbaufuge ermitteln. Hier wird weiteres Kosteneinsparpotential eröffnet.

Die Erkenntnisse aus dem Entwicklungsprojekt wurden auf der Passivhaustagung in Krems, auf der 1.Südtiroler Passivhaustagung und auf der "Passive House Ireland 2004" in Dublin vorgestellt. Als Projektergänzung sollen auf der kommenden 9. Passivhaus-tagung 2005 in Ludwigshafen am Zwoa2Holz Fenster verschiedene PSI-Werte der Fenstereinbaufuge plastisch dargestellt werden, um so den Gedanken der nötigen integralen Planung verstärkt zu betonen.

Als direkte Folge der Entwicklungsergebnisse und der positiven Marktresonanz wurde nach Abschluss des Projektes am Produktionsstandort der Fa. Freisinger in bauliche Maßnahmen und in die Umstellung der Fertigung investiert.

Projektbeteiligte

Projektleiter: Dipl.Ing. (FH) Franz Freundorfer
IZF Innovationszentrum Fensterbau
Lohbachstraße 3
D-83080 Oberaudorf
Tel: (0049) 0170 34 66 0 99
Fax.: (0049) 040/3603826642
freundorfer@freisinger.at

Kontakt

Dipl.Ing. (FH) Paulus Freisinger
Freisinger Fensterbau
Wildbichlerstraße 1 A-6341 Ebbs
(0043)5373/46046-14
paulus@freisinger.at

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