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Entwicklung einer Lehmbauplatte mit malfertiger Oberfläche

Entwicklung einer Holzträgerplatte mit BioFaserLehm -Beschichtung für die aussteifende Beplankung von Holzkonstruktionen und ebenso für statisch nicht beanspruchte Innenwand-oberflächen.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Da ökologische Holzwerkstoffe im Bausektor in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden lag die Entwicklung einer Holz/ Lehm Trockenbauplatte nahe, die die Komponenten Holz und Lehm ideal verbindet. Die Technik besteht aus einer Trägerplatte aus Holzwerkstoffen, die mit BioFaserLehm - Mischungen so beschichtet werden sollen, dass nach der Trocknung eine malfertige Oberfläche, ähnlich der einer Gipswerkstoffplatte, entsteht. Ganz im Gegensatz zu allen derzeit am Markt erhältlichen Lehm-Bauplatten, die erst aufwendig auf der Baustelle in einem Naßverfahren armiert und mit einer vollen Schicht Lehm-Feinputz verputzt werden müssen, sollen diese Platten eine "fertige" Oberfläche besitzen.

Mit einer Holzwerkstoffplatte als Träger kann die Bauplatte als Variante auch statisch wirksam eingesetzt werden und erfüllt dadurch eine wirtschaftlich interessante Doppelfunktion. Brandversuche mit ähnlich aufgebauten Faser-Lehmputzen auf Holzriegel-Konstruktionen lassen für die Lehmbauplatte überdies wesentlich bessere Brandschutzeigenschaften, als bei Gipswerkstoffplatten, erwarten. Die technischen Herausforderungen liegen in der Entwicklung und Erprobung eines optimalen Lehm-Biofaserwerkstoffs und einer Holz-Grundträgerstruktur, welche den Belastungen durch die einseitige Beschichtung mit dem Lehmwerkstoff BioFaserLehm und den im eingebauten Zustand auftretenden Belastungen gerecht wird.

Die Vorbehandlung der statisch belastbaren Grundträgerplatte zur optimalen Haftung der Beschichtung, ist ein wesentlicher Faktor des Arbeitsaufwands und damit auch ein wesentliches Kriterium zur Erzielung des angestrebten, mit den am Markt befindlichen Gipswerkstoffplatten besser konkurrenzfähigen Produktpreises.

Darüber hinaus beschäftigt sich dieses Projekt mit der Prototypenentwicklung einer Auftrags- und Kalibriermaschine, die beim Endprodukt, die oben erwähnte, malfertige Oberfläche schaffen soll und die für die Realisierung dieses technisch anspruchsvollen Projekts notwendig ist.

Weiters zielt die für das Projekt notwendige Forschung auf die Erprobung unterschiedlicher Trocknungszeiten und - temperaturen. Dies soll unter anderem durch die Adaptierung von derzeit am Markt befindlicher Holztrocknungsanlagen bzw. durch den Einbau einer der Erhaltung der Materialeigenschaften von Lehm angepassten Steuerungs- und Regeltechnik in diese Anlage erfolgen.

Umfangreiche praxisorientierte Untersuchungen an Musterbaustellen und bei Prüfinstituten liefern und ergänzen die notwendigen Kenntnisse über die Materialeigenschaften für eine erfolgreiche Markteinführung.

Mit der Entwicklung der Holz/ BioFaserLehm - Bauplatte entsteht ein neues, bautechnisch und ökologisch einwandfreies Produkt, das dem modernen Holzbau neue Marktchancen bietet.

Die mit der Entwicklung des Faserlehmbeschichtung beauftragte Firma natur&lehm arbeitet grundsätzlich nicht mit chemisch stabilisierten Imitationen von Lehmbaustoffen, wie sie häufig am Markt zu finden sind. Denn nur naturreine, echte Lehmbaustoffe erbringen von allen bekannten Werkstoffen die beste Wirkung für das Innenraumklima.

Die Lehmplatte soll mit einer Volldeklaration der Inhaltsstoffe entsprechend dem neuen europäischen baubiologischen Prüfzeichen "nature plus" zertifiziert werden.

Zwischen den von den Gesamtkosten her gesehen relativ teuren und technisch nicht befriedigenden Lehmbauplatten und den billigen, aber baubiologisch nicht sehr zufriedenstellenden Gipswerkstoffplatten existiert eine Marktlücke.

Dadurch können sich Exportchancen im gesamten EU-Raum ergeben.

Der Absatz soll durch die schon derzeit bestehenden Vertriebswege für Fertiglehmputz erfolgen.

Durch das neue Produkt soll auch in Großstädten der Innenausbau- und Sanierungsbereich besser bedient werden können, der bisher mit den Lehm-Nassbauverfahren nur unzulänglich bearbeitet werden konnte.

Im Hinblick auf die EU-Osterweiterung und den damit entstehenden wirtschaftlichen und öko-logischen Herausforderungen, stellt die Holz/ BioFaserLehm - Bauplatte auch eine gute Möglichkeit dar, zur angestrebten Reduzierung des CO2 - Ausstoßes beizutragen, da durch die Selbstbaueignung, ohne großen technischen Aufwand, oder zeitaufwändige Schulungen auch in diesen, wirtschaftlich benachteiligten Ländern ökologisches Bauen möglich und vor allem eher leistbar wird.

Projektbeteiligte

Projektleiter: Ing. Erich Longin
Fa. Holzbau Willibald Longin GmbH
Partner:

Roland Meingast
natur&lehm Lehmbaustoffe GmbH

Kontakt

Ing. Erich Longin,
Fa. Holzbau Willibald Longin GmbH.
Siedlungsgasse 4
A-3843 Dobersberg
Tel.: 02843/2243/13
E-Mail: erich@longin.at

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