Bild: Frontansicht des Kompetenzzentrums ENERGYbase

e3building - ecology, economy, efficiency: Ein internationales Netzwerk für die gesamte Baubranche

Eingebettet in die EUREKA-Initiative PREPARE dient e3building als HdZ-Netzwerk, das den Know-how-Austausch zwischen Bauwirtschaft, Forschenden und der Programmlinie auf nationaler wie internationaler Ebene fördert.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Motivation

Das Netzwerkprojekt E3Building setzte sich in den letzten fünf Jahren das Ziel, durch die Zusammenarbeit und den Meinungsaustausch unter ExpertInnen des Bausektors mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund zu einer Absicherung von Forschungsergebnissen zum innovativen Bauen beizutragen. Durch den Austausch zwischen ForscherInnen, ArchitektInnen und FachplanerInnen mit VertreterInnen der Bauwirtschaft (Investition, Bauträgerschaft, Förderpolitik) und der Bauindustrie (Produktion, Gewerbe) sollten einerseits Ergebnisse hinterfragt werden, andererseits neue Impulse und Ideen für die Forschung und Politik geliefert werden. Der Schwerpunkt der gegenwärtigen Berichtsperiode stellt auf nationaler Ebene die Entwicklung von Empfehlungen für eine an Innovationen ausgerichtete österreichische Wohnbauförderung dar: Nur wenn dieses für den Hochbau in Österreich zentrale Politikinstrument verstärkt auf die Zielsetzungen einer nachhaltigen Bauwirtschaft eingeht, ist mittelfristig mit einer Trendumkehr des umfassenden Ressourcenverbrauchs zu rechnen. Auf internationaler Ebene des Netzwerkes ging es vor allem darum, Ergebnisse der Programmlinie verstärkt in internationale Diskussionen einzubringen.

Arbeitsweise

E3Building hat in den letzten Jahren als Baunetzwerk mehrere nationale und internationale Workshops ausgerichtet. Hier eine Auswahl:

  • "Wohnbaupolitik und Förderinstrumentarium: Qualität für die Zukunft" (April 2004, Wien)
  • ExpertInnen-Workshop im Rahmen des "European Round Table für Sustainable Consumption and Production 2004 (Mai 2004, Bilbao).

Zusätzlich dazu wurden Ergebnisse der Programmlinie im Rahmen von Präsentationen auf Kongressen und Fachveranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Präsentationen im Rahmen der "Housing 2003 - The Future of Social Housing in Europe - Innovation through Ecological Housing" (November 2003, Wien) sowie der "SB05 Tokyo World Sustainable Building Conference" (September 2005, Tokyo) zu nennen. Auf all diesen Veranstaltungen ging es somit gleichzeitig um die Vermittlung von Ergebnissen der Programmlinie und um die Sammlung und Aufbereitung von nationalem und internationalem Know How im Bereich "Nachhaltiges Bauen".

Allgemeine Ergebnisse

  • Durch die Aufbereitung der Ergebnisse wurden Wissen und Ergebnisse aus der Programmlinie "Haus der Zukunft" einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
  • Die erarbeiteten Ergebnisse werden in Form von Berichten auf der Webseite des Projektes zur Verfügung gestellt.
  • Zusätzlich dazu wurde ein Strategiebericht entwickelt, welcher die Möglichkeiten für eine gezielte Steigerung der Innovationsfähigkeit der österreichischen Bauwirtschaft in den nächsten Jahren beinhaltet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen Internationale Netzwerkarbeit

Erkennbare inhaltliche Schwerpunkte: Auf internationaler Ebene ist gegenwärtig die energetische Bedeutung des Bausektors übergewichtig vertreten. Dies ist in Europa insbesondere auf die mit Jänner 2006 in Kraft getretene EU-Gebäuderichtlinie zurück zu führen. Aber auch unabhängig davon weist die europäische Bauforschung traditionell eine Schwerpunktsetzung im Bereich der Energietechnologien auf. Innerhalb Europas sind darüber hinaus noch nennenswerte Forschungsaktivitäten im Bereich der Materialentwicklung (Dämmstoffe, Betonforschung) feststellbar, wenngleich die Verwendung nachwachsender Rohstoffe eine österreichische Besonderheit darstellt. Zusätzlich dazu gibt es zum Teil umfassende Bemühungen für die Entwicklung von Indikatorsystemen und Gebäudebewertungssystemen. Hier kann die Programmlinie "Haus der Zukunft" mit dem entwickelten Gebäudebewertungssystem TQ auf ein im internationalen Vergleich umfassend ausgerichtetes System verweisen. Darüber hinaus bieten sich in Form der realisierten Demonstrationsbauten die Möglichkeit zur attraktiven Vermittlung der Forschungsergebnisse: Diese belegen die Machbarkeit der Innovationen authentisch und nachvollziehbar. Zusammenfassend kann generell festgehalten werden, dass abseits der energetischen Optimierung von Gebäuden keine wirklich erkennbare Schwerpunktsetzung der europäischen Forschungsaktivitäten mit Bezug zur Nachhaltigkeit in den letzten Jahren stattgefunden hat. Und innerhalb dieser Schwerpunktsetzung nehmen die österreichischen und deutschen Bemühungen um das Passivhaus wiederum eine Sonderstellung ein.

Steigerung der Bekanntheit von Haus der Zukunft: Die internationale Bekanntheit von Projekten der Programmlinie würde wesentlich gesteigert werden, wenn zusätzlich zu den englischen Kurzfassungen auch ausgewählte Projektberichte übersetzt würden. Eine weitere Maßnahme besteht in der gezielten Förderung von Kongressteilnahmen: Bei allen Teilnahmen und Präsentationen von E3Building an Tagungen und Kongressen konnte festgehalten werden, dass die im Rahmen der Programmlinie entwickelten Ergebnisse dem internationalen Vergleich standhalten können. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine derart konsequente Ausrichtung auf das Thema "Sustainable Construction" im Sinne der "triple bottom line" international nur in wenigen Forschungsprogrammen stattgefunden hat. Vor diesem Hintergrund wäre es mit verhältnismäßig geringem Aufwand (Englische Übersetzungen!) relativ einfach, zahlreiche Ergebnisse der Programmlinie international bekannt zu machen.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen Nationale Netzwerkarbeit

Netzwerkaktivitäten / Workshopreihen: Grundsätzlich wurde die Ausrichtung und Abwicklung von E3Building - Workshops dadurch "erschwert", dass es mittlerweile eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen, Weiterbildungen, Fachtagungen, Kongressen und vergleichbaren Aktivitäten im Themenbereich "Nachhaltiges Bauen" bzw. dessen Umfeld gibt. Dieser an sich erfreuliche Umstand ist nicht zuletzt auf die Programmlinie selbst zurück zu führen, wobei gleichzeitig zahlreiche andere VeranstalterInnen auftreten. Diese Informationsflut führt naturgemäß zu einer Sättigung der Aufnahmebereitschaft bei den Zielgruppen. Aus der Sicht von E3Building ist auf Basis der in den letzten fünf Jahren gemachten Erfahrungen auf die Notwendigkeit zur Konzentration auf wenige, wesentliche Aktivitäten durch die Programmlinie hinzuweisen. Hochwertige Unterlagen im Vorlauf (Stichworte: Leitfäden, Handbücher, ...), professionelle Durchführung und nicht zuletzt eine hochwertige Nachbereitung (Zielgruppenarbeit, Informationsdesk, Medienarbeit, ...) können das Interesse der Zielgruppen entscheidend steigern.

Inhaltliche Schwerpunktsetzungen: Was im internationalen Umfeld deutlich erkennbar ist, gilt in Österreich ebenfalls, wenngleich in deutlich eingeschränktem Maße: Die inhaltliche Diskussion um eine nachhaltige Bauwirtschaft konzentriert sich gegenwärtig stark an der Steigerung der Energieeffizienz. Es kann davon ausgegangen werden, dass ohne die durchgeführten Bemühungen der Programmlinie in den Bereichen nachwachsende Rohstoffe, sozioökonomische Grundlagenforschung, Beteiligung (bei Sanierungsvorhaben) und in abgeschwächter Form auch im Bereich der Wohnbaupolitik die genannten Themenfelder in der Bauforschung eine nur sehr untergeordnete Rolle einnehmen würden. Diese Erkenntnis kann als eines der zentralen Ergebnisse aller E3Building-Workshops genannt werden. Auf Ebene der Politik (Bau- und Wohnungsrecht, Förderung) und Umsetzung (BauträgerInnen, InvestorInnen) sind die das Energiethema ergänzenden Fragestellungen bislang nicht wirklich zum Durchbruch gekommen. Zwar ist eine Hinwendung zum "ökologischen" Bauen erkennbar (Stichworte: Das ökologische Passivhaus, das Haus aus nachwachsenden Rohstoffen etc.), von einer ähnlich starken Wirkung wie bei der energetischen Optimierung kann aber bei weitem nicht gesprochen werden. Aus diesem Grund wurden im Rahmen einer zweitägigen Fachveranstaltung mit geladenen ExpertInnen des Bausektors Empfehlungen für eine qualitäts- und innovationsorientierte Wohnbauförderung entwickelt, deren Umsetzung zu einer Stärkung der genannten "Randthemen" führen würde. Ein ebenfalls entwickelter Strategiebericht beinhaltet Empfehlungen für mögliche weitere Forschungsthemen zum nachhaltigen Bauen.

Projektbeteiligte

Projektleiter:

Robert Lechner
Österreichisches Ökologie-Institut

Mitarbeiter:
  • Mag. Petra Oswald
  • Georg Stafler
  • DI Karin Walch

Kontakt

Robert Lechner
Österreichisches Ökologie-Institut
Seidengasse 13, 1070 Wien
Tel.: +43 (1) 5236105-0
E-Mail: lechner@ecology.at

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