Foto: ChristophorusHaus

Betriebskosten- und Wartungskostenvergleich zwischen Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern

Was spart ein Passivhaus im Betrieb tatsächlich? Rechnet sich ein Passivhaus? Wie sind z.B. Wartungskosten zu bewerten? Erstmals wurden systematisch die jährlichen Mehr- und Minderbetriebskosten von Passivhäusern erhoben und gegenübergestellt.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation / Motivation

Neben den Baukosten sind die Betriebskosten für Bauträger eine wichtige Grundlage für strategische und planerische Entscheidungen. Ältere Studien, wie die vereinfachte Betriebskostenauswertung der CEPHEUS-Projekte, stellen die Erfahrungen vor fünf Jahren dar und reichen für eine fundierte Betriebskostenbewertung nicht aus.

Aus diesem Grund wurde im Projekt "Betriebskosten und Wartungskosten­vergleich zwischen Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern" eine systematische Erfassung, Auswertung und Gegenüberstellung der jährlichen Mehr- und Minderkosten von Betriebs- und Wartungskosten vorgenommen.

Inhalte und Zielsetzung

Verglichen wurden 10 Passivhäuser und 8 Niedrigenergiehäuser, wovon ein Teil mehrgeschossige Wohnbauten und ein Teil Einfamilienhäuser sind. Ziel war eine Gegenüberstellung der tatsächlichen Betriebs- und Wartungskosten von Passiv- und Niedrigenergiehäusern.

Methodische Vorgehensweise

Im ersten Schritt wurden die relevanten Betriebskostengruppen für die jährlichen Mehr- und Minderkosten eines Passivhauses im Vergleich zum Niedrigenergiehaus festgelegt. Im nächsten Schritt erfolgte die Datenerfassung dieser vergleichsrelevanten Betriebskosten. Tatsächliche Verbrauchsdaten und Betriebskosten wurden für die Objekte erhoben:

  • Heizung exkl. Verluste,
  • Warmwasser,
  • Strom,
  • Wartung (Lüftungsanlage) und
  • Inspektion (Rauchfangkehrung und Heizkörperablesung).

Anschließend erfolgte ein Vergleich der Verbrauchsdaten mit den im Energieausweis oder PHPP berechneten Werten. Zuletzt wurden die Kosten gegenübergestellt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Nach Auswertung der Daten sind die vergleichsrelevanten Betriebskosten bei einem Mehrfamilien-Passivhaus um 50 % niedriger als bei einem Niedrigenergiehaus. Im Sinne eines direkten Vergleichs wurde zwischen Kosten, die die MieterInnen direkt tragen (z. B. Stromverbrauch des Abluftventilators in der Wohnung) und Haushaltsbetriebskosten (z. B. zentrale Lüftungsanlage), die über einen Schlüssel auf die MieterInnen umgelegt werden, nicht unterschieden.

Die Absolutsumme der Einsparungen der Passiv-Einfamilienhäuser gegenüber den Niedrigenergie-Einfamilienhäusern von 2,10 Euro/m².a deckt sich punktgenau mit der Einsparung der Mehrfamilienhäuser von 2,10 Euro/m².a. Für Einfamilien-Passivhäuser liegt die prozentuale Einsparung bei ca. 25 bis 35 %.

Publikationen

Betriebskosten- und Wartungskostenvergleich zwischen Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern

Schriftenreihe 03/2012 H. Schöberl, R. Hofer, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 82 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

DI Helmut Schöberl
Schöberl & Pöll OEG

Mitarbeiter

DI Richard Hofer
Schöberl & Pöll GmbH

Kontaktadresse

Schöberl & Pöll OEG
A-1020 Wien, Ybbsstraße 6/30
Tel.: +43 (1) 726 45 66-0
Fax: +43 (1) 726 45 66-18
E-Mail: office@schoeberlpoell.at
Homepage: www.schoeberlpoell.at

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