Foto: Frontansicht des Gemeindezentrums Ludesch

Anwendung der Passivhaustechnologie im sozialen Wohnbau

Planung eines mehrgeschossigen sozialen Passivwohnbaus unter Einhaltung des internationalen Passivhausstandards und gleichzeitiger extrem niedriger Baukosten.

Inhaltsbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Studie untersucht anhand eines geplanten Bauvorhabens verschiedene Fragestellungen, die für die Einführung des Passivhausstandards im sozialen Wohnungsbau von hoher Relevanz sind. Basis der Arbeiten sind die publizierten Ergebnisse bereits errichteter Passivhäuser, insbesondere aus dem CEPHEUS-Projekt. Als wesentliche Planungsziele wurden folgende Punkte identifiziert:

  • Hohe Kosteneffizienz
    • Mehrbaukosten Passivbauweise <= 75,- Euro/m² Wohnnutzfläche
    • Baukosten <= 1.055,- Euro/m² Wohnnutzfläche
  • Niedriger Energieverbrauch - Passivhausstandard
    • Heizwärmebedarf <= 15 kWh/m²a
    • Heizlast <= 10 W/m²
    • Luftdichtheit n50 <= 0,6/h
    • Primärenergiebedarf <= 120 kWh/(m²a)
  • Hoher Nutzungskomfort
    • Geregelter Luftwechsel, Akustik, Hygiene, Nutzungstoleranz

Die Ergebnisse wurden in Zusammenarbeit von sieben Büros unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung in einem integralen Planungsprozess erarbeitet. Der Einsatz fachübergreifender dynamischer Simulationsverfahren erlaubte die integrale Beurteilung der Eignung fachtechnischer Einzelkonzepte (z.B. für Lüftung, Heizung, Baukonstruktion) unter dem Zusammenwirken verschiedenartiger Randbedingungen wie Wohnungsbelegung, NutzerInnenverhalten, Klima, Ausfall der Energieversorgung.

Die Ergebnisse sind in sechs Kapiteln (Gebäudekonzept, Bautechnik, Haustechnik, thermische und akustische Qualität, Kostenanalyse, Nutzungstoleranz, NutzerInneneinführung) praxisnah dargestellt.

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit durchgeführt. Ihre Ergebnisse werden im Rahmen des ersten Wiener sozialen Passivwohnbau, Utendorfgasse 7, umgesetzt und überprüft.

Ergebnisse

Baukonstruktion
  • Tragende Wohnungstrennwände und -decken
  • Thermische Entkopplung: Porenbeton und Stahlbetonlager
  • Tiefgarage Fundamentplatte und dichte Wanne.
  • Außenwand: Stahlbeton, 30 cm Wärmedämmverbundsystem
  • Oberste Geschossdecke: Stahlbeton mit 45 cm Dämmung
  • Unterste Geschossdecke: Stahlbeton mit 35 cm Dämmung
Baukosten
  • Mehrkosten Passivbauweise 73 Euro/m² Wohnnutzfläche
  • Baukosten Sozialer Wohnbau 1.055,- Euro/m² Wohnnutzfläche
Haustechnik
  • Semizentrale Lüftungsanlage
  • Heizung und Warmwasserbereitung mittels zentralem Gasbrennwertkessel
  • Hygiene und Schallschutz: siehe Infobox Qualitäten
Qualitäten
  • Heizlast 9,1 W/m²
  • Heizwärmebedarf 14,5 kWh/m²a
  • Gesamtprimärenergiebedarf 118 kWh/m²
  • Unbeheizte Nachbarwohnungen: Unerheblich für die betroffene Wohnung
  • Schallschutz: Unhörbarkeit der Lüftungsanlage grundsätzlich möglich
  • Hygiene: Entspricht der VDI 6022-3
  • MieterInneninfo: NutzerInnenhandbuch, persönliche Grundschulung, Nachbetreuung

Downloads

Anwendung der Passivhaustechnologie im sozialen Wohnbau

Schriftenreihe 05/2004 H. Schöberl, S. Hutter, T. Bednar, C. Jachan, C. Deseyve, C. Steininger, G. Sammer, F. Kuzmich, M. Münch, P. Bauer
Deutsch, 208 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Bibliographische Daten

Anwendung der Passivhaustechnologie im sozialen Wohnbau
DI Helmut Schöberl, DI Stefan Hutter, Univ. Ass. DI Dr. Thomas Bednar, DI Christian Jachan, DI Christoph Deseyve, DI Christian Steininger, DI Günther Sammer, DI Franz Kuzmich, DI Markus Münch, DI Peter Bauer

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 5/2004

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr
April 2004

Projektbeteiligte

Projektteam

Projektleiter:
Helmut Schöberl, DI Stefan Hutter
Schöberl & Pöll OEG

Partner:

  • Univ. Ass. DI Dr. Thomas Bednar, DI Christian Jachan, DI Christoph Deseyve TU Wien, Institut f. Baustofflehre, Bauphysik u. Brandschutz, Fachbereich Bauphysik
  • DI Christian Steininger, DI Günther Sammer Technisches Büro DI Christian Steininger
  • Univ.Lektor Arch. DI Franz Kuzmich, DI Markus Münch DI Peter Bauer Werkraum ZT OEG

Konsulenten:

  • Dipl.-Phys. Johannes Werner ebök Ingenieurbüro GbR, Tübingen, D
  • O. Univ. Prof. DDI Wolfgang Winter TU Wien, Institut f. Tragwerkslehre u. Ingenieurholzbau

Kontakt

DI Helmut Schöberl
Schöberl & Pöll OEG
Ybbsstraße 6/30
A 1020 Wien
Fax: +43 1 726 45 66
Fax: +43 1 726 45 66-18
E-Mail: office@schoeberlpoell.at

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