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Energieforschungsstrategie

Ziel des Strategiepapiers von 2010 war es, die wichtigsten Aspekte einer umfassenden Energieforschungsstrategie zusammenzufassen, um eine Basis für die notwendige Diskussion von Maßnahmen zur Energieforschung zu schaffen.

Die Inhalte der Energieforschungsstrategie beruhten auch damals auf den Ergebnissen eines von BMVIT initiierten Strategieprozesses und auf dem ExpertInnenpapier "Energieforschungsstrategie für Österreich".

Unter Mitwirkung von BMVIT, RFTE (Rat für Forschung und Technologieentwicklung), ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) und AEA (Österreichische Energieagentur) und unter Einbindung einer breiten Öffentlichkeit wurde die Energieforschungsstrategie 2010 entwickelt.

Mit hoher Beteiligung wichtiger Stakeholder (850 Kommentare, 5.000 Abstimmungen) und einschlägigen ExpertInnenworkshops wurde die endgültige Energieforschungsstrategie als Empfehlung des Rates für Forschung und Technologieentwicklung an die Bundesregierung entwickelt und publiziert.

Ziele und Handlungsebenen der Energieforschungsstrategie

Neben den klassischen Zielen der Energiepolitik - Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit, Leistbarkeit - ist vor allem die Stärkung des Wirtschaftsstandorts durch Technologiekompetenz und Marktführerschaft für die Forschungs- und Technologiepolitik relevant.

Zentrales Ziel der Forschungspolitik ist der innovationsseitige Umbau des Energiesystems mit dem Fokus auf einer Steigerung der Energieeffizienz und dem verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energieträgen. Unter Berücksichtigung dieser Zielsetzungen wurden im Rahmen der Energieforschungsstrategie Handlungsebenen identifiziert und entsprechende Empfehlungen entwickelt.

Die Energieforschungsstrategie verfolgt die Zielsetzung, energierelevante Innovationen, die die 'Zero Carbon Society" ermöglichen, durch FTI-politische Maßnahmen verfügbar zu machen. In diesem Zusammengang werden hier zum einen Maßnahmen betrachtet, die sich auf den Bereich des nationalen Forschungsförderungssystem im engeren Sinn beziehen, zum anderen aber auch Handlungsfelder, die direkt oder indirekt von hoher Relevanz für die Energieforschungsentwicklung in Österreich sind (vgl. Rat für Forschung und Technologieentwicklung, 2010, S. 25ff).

Die Empfehlungen für das nationale Forschungsförderungssystem umfassen - gemäß dem obigen Zwiebelschalenmodell - im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung neben dem nationale Forschungsförderungssystem auch Themen wie Humanressourcen, Internationale Zusammenarbeit, Forschungsinfrastruktur, Innovationsförderndes Umfeld sowie Strategische Steuerung und Monitoring betrachtet.

Auf Grund der begrenzten Verfügbarkeit von Forschungsmittel hat auch in der Energieforschung eine Schwerpunktsetzung bzw. eine Priorisierung der Technologien und Themen zu erfolgen und als Empfehlungen für innovationsfördernde Rahmenbedingungen ausgedrückt.

Forschungsschwerpunkte

Der Verkehr, das produzierende Gewerbe sowie die Gebäude sind je zu rund einem Drittel für die Höhe des Energiebedarfs verantwortlich. Technologien, die zu einer Reduktion des Energieverbrauches führen, werden daher als besonders relevant eingeschätzt.

Hierzu zählen beispielsweise die Weiterentwicklung der Passivhaus- und der Plusenergiehaustechnologie, die Integration von verschiedenen Haustechniksystemen wie Wärmetauscher und Wärmespeicher, sowie Technologien die dazu beitragen den Gebäudebestand energetisch zu sanieren (vgl. Rat für Forschung und Technologieentwicklung, 2010, S 23).

Darüber hinaus haben Themen wie die Steigerung der Energieeffizienz (Gebäude, Endverbrauch, Industrie), nachhaltige Mobilitätssysteme (E-Mobility etc.), erneuerbare Energieträger, verbesserte Energieverteilung und -speicherung (Smart Grids) und die damit verbundenen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen oberste Priorität (vgl. Rat für Forschung und Technologieentwicklung, 2010, S 29 ).

Informationen zu den Forschungsschwerpunkten im Detail .

Quellen

BMVIT (Hrsg.), 2009: Energieforschungsstrategie für Österreich - Vorschläge für Maßnahmen im Bereich Forschung, Technologie und Innovation. Berichte aus der Energie und Umweltforschung 23/2009

BMVIT (Hrsg.), 2010: Energieforschungserhebung 2010, Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich Erhebung für die IEA, DI A. Indinger, M. Katzenschlager; Schriftenreihe 47/2011;

Rat für Forschung und Technologieentwicklung (Hrsg.), 2010:  Energieforschungsstrategie Österreich - Making the Zero Carbon Society Possible!

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