Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Der Dokumentarfilm "Die Fabrik der Zukunft"

Im Rahmen des Impulsprogramms „Nachhaltig Wirtschaften“ wurden drei Filme zu den unterschiedlichen Programmlinien „Haus der Zukunft“, „Energiesysteme der Zukunft“ und „Fabrik der Zukunft“ produziert. Ziel der Filmtrilogie ist es, die im Rahmen des Forschungsprogramms erarbeiteten Ergebnisse, Technologien und Innovationen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dabei gilt es aktuelle Projekte und neue Wege der Nachhaltigkeit zu präsentieren und die Personen dahinter zu Wort kommen zu lassen. Am 2.2. 2011 war es soweit - der Dokumentarfilm „Die Fabrik der Zukunft“ wurde zum ersten Mal auf 3sat ausgestrahlt.

Hintergrund

Heutzutage sind Schlagworte wie Nachhaltigkeit, Ressourcenknappheit, Zero Emission und Klimawandel allgegenwärtig. Es gilt aber nicht nur die Begriffe zu kennen und zu „nutzen“ sondern auch zu wissen, welche (Forschungs)aktivitäten in Österreich in den verschiedenen Fachbereichen aktuell laufen.

Um die aktuellen Forschungsaktivitäten einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, entstand die Idee für die Filmtrilogie des Impulsprogramms „Nachhaltig Wirtschaften“. Die Trilogie umfasst drei Wissenschaftsdokumentationen die jeweils die Schwerpunkte der Programmlinien filmisch begleiten. Die ersten beiden Teile „Bauen mit Hausverstand. Das Haus der Zukunft“ und „Aufbruch in ein neues Zeitalter. Energie 2050“ waren bereits ein voller Erfolg und bildeten die Vorlage für den dritten Teil „Die Fabrik der Zukunft“. Ziel ist dabei, die vielfältigen Projekte, die meist starke Vorbildfunktionen haben, zu präsentieren, um weitere Impulse zu setzen und das Publikum vielleicht zur Eigeninitiative anzuregen.

Die Trilogie im Überblick

Teil 1: Bauen mit Hausverstand. Das Haus der Zukunft

Im ersten Teil der Filmtrilogie stand das intelligent gebaute, energieeffiziente Gebäude im Mittelpunkt. Im Rahmen dieses Films wurden ambitionierte Pilotprojekte vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung filmisch begleitet. Zwei Jahre lang besuchten die Dokumentarfilmer Claudia Hefner und Peter Giczy regelmäßig die weltweit erste alpine Schutzhütte in Passivbauweise (Schiestlhaus am Hochschwab), ein Lehm-Passiv-Bürohaus bei Baden und das Passivbürohaus Österreichs (SOL4 in Mödling), um die Errichtung der Gebäude zu filmen. Der Film zeigt die teils abenteuerlichen Entstehungsgeschichten dieser Pilotprojekte, die Schwierigkeiten bei der Errichtung sowie die Vorteile der Bauweise des Passivhauses.

Teil 2: Aufbruch in ein neues Zeitalter. Energie 2050

Der zweite Teil der Filmtrilogie stellt verschiedene Pilotprojekte zu innovativen Energiesystemen vor. Eineinhalb Jahre wurden außergewöhnlichen Forschungsprojekte im Bereich Energietechnologien vom Filmteam begleitet und deren Fortschritt dokumentiert. Vorgestellt wird unter anderem die energieautarke Region Güssing, die als erste Region Österreichs die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energieträger geschafft hat und somit zum Vorzeigebeispiel wurde.

Teil 3: „Die Fabrik der Zukunft“

Der dritte Film der Filmtrilogie präsentiert das Bild einer zukünftigen nachhaltigen Produktions- und Arbeitswelt. Auch hier wurden mehrere spannende Pilotprojekte begleitet, wie etwa die Realisierung der Grünen Bioraffinerie oder die Nutzung von Pflanzenfarbstoffen in der Textilindustrie. Der Film dokumentiert die Entstehungsgeschichten der Projekte, berichtet über das Potenzial der neuen Technologien und zeigt wie die Fabrik der Zukunft mancherorts bereits heute funktioniert. Darüber hinaus stellt er die Kriterien einer modernen nachhaltigen Produktion in den Vordergrund und ermöglicht damit BetrachterInnen, sich mit zukünftigen Fragestellungen frühzeitig auseinanderzusetzen.

„Die Fabrik der Zukunft“ im Detail – die Themenfelder

Der Film will aktuelle Trends aufspüren und nachhaltiges Produzieren als Lösungsmöglichkeit für die anstehenden Probleme wie Ressourcenknappheit und Klimawandel aufzeigen. Die ZuschauerInnen sollen neue Umwelttechnologien kennenlernen und einen Einblick bekommen, wie etwa ein Zero-Emission Betrieb gewinnbringend läuft oder wie das Produzieren mit solarer Prozesswärme funktioniert.

Im Film werden folgende drei Schwerpunkte gesetzt:

Die Grüne Bioraffinerie

Die Grüne Bioraffinerie nutzt brachliegende landwirtschaftliche Flächen um aus Gras einerseits Energie und gleichzeitig hochwertige Chemikalien zu produzieren und so Österreichs Landwirten weitere Einkommensquellen zu erschließen.

Im Film wird die Errichtung und Inbetriebnahme der ersten österreichischen Grünen Bioraffinerie in der oberösterreichischen Ortschaft Utzenaich bei Ried im Innkreis dokumentiert. Dabei werden Voruntersuchungen im Labor und in der ersten Versuchsanlage gezeigt. Weiters kommen namhafte Experten zu Wort und berichten von ihren Bemühungen und Rückschlägen.

Die Kombination einer stofflichen und energetischen Verwertung ermöglicht es, aus dem Gras-Silagematerial einerseits Biogas und Strom und andererseits Milchsäure und Aminosäuren zu gewinnen. Biogas und Strom sind vor allem regional als hochwertige Alternative zur herkömmlichen Stromversorgung von großer Bedeutung. Durch das Prinzip der Bioraffinerie werden darüber hinaus auch wichtige Rohstoffe gewonnen. Besonders Milchsäure weist ein großes Marktpotenzial auf, denn derzeit importiert Österreich bis zu 770 Tonnen Milchsäure pro Jahr, die entweder synthetisch (unter hohem Energieverbrauch) oder aus hochwertigen Pflanzen hergestellt werden. Milchsäure wird unter anderem für die Bio-Kunststoffproduktion oder als Lösungsmittel für Lacke verwendet.

Weitere Informationen zum Projekt

„Colors of Nature – Pflanzenfarbstoff in der Praxis“

Wie es gelingen kann, Pflanzenfarbstoffe erfolgreich auf dem heimischen Textilmarkt zu implementieren, wird in diesem Schwerpunkt gezeigt. Das Filmteam begleitete Herrn Prof. Thomas Bechtold und sein Team über einen längeren Zeitraum um zu zeigen, was es braucht um Naturfarben für die Industrie nutzbar zu machen. Dabei gilt es Fragestellungen wie: Welche Rohstoffe können für Färbungen genutzt werden? Wie kann man Naturfarben standardisieren? Wie können bestehende Technologien und Prozesse für Naturfarben adaptiert werden? längerfristig zu lösen. Eine entsprechende Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Produktion von Pflanzenfarbstoffen kann über die gesamte Wertschöpfungskette einen wesentlichen Beitrag zur Umweltentlastung leisten.

Weitere Informationen zum Projekt

Zero-Emission

Der Zero-Emission-Ansatz hat die abfall- und emissionsfreie Produktion zum Ziel. Im Rahmen der Dokumentation erklärt der Vordenker des Zero-Emissions-Gedankens, Prof. Hans Schnitzer, den Ansatz selbst, sowie Methoden und Werkzeuge, die eine betriebliche Umsetzung ermöglichen. Die konkrete Umsetzung in den Betrieben hat sich STENUM GmbH, eine Beratungsfirma für Stoff, Energie und Umwelt, die den Fokus auf Systembetrachtungen und umfassend nachhaltige Prozessoptimierungen legt, zum Ziel gemacht. Im Film werden STENUM BeraterInnen an verschiedensten Schauplätzen (Österreich, China, Indien) beim Screening und der Beratung unterschiedlicher Betriebe gezeigt.

Zum Thema Zero-Emission wurden im Rahmen des Programms Fabrik der Zukunft verschiedene Projekte durchgeführt. Vor allem im Bereich der Galvanisierung wurden mit Hilfe des Projektreihe ZERMEG (Zero Emission Retrofitting Of Existing Galvanizing Plants) unterschiedliche Methoden und Ansätze entwickelt, die den Gedanken des Zero-Emission-Ansatzes verfolgen und darauf abzielen bestehende Anlagen der Oberflächentechnik zu einem emissions- und abwasserfreien, sowie kostengünstigen Betrieb zu führen.

Weitere Informationen zur Projektreihe ZERMEG finden Sie unter:

Neben dem Bereich der Galvanisierung wurde der Zero-Emission Gedanke auch in anderen Branchen verfolgt wie beispielsweise im Projekt EFOR (Entwicklung emissionsarmer Reinigungsprozesse für Werkstück­oberflächen mit besonderer Berücksichtigung von Produktionsprozessen), welches innovative nachhaltige Reinigungsverfahren für Werkstückoberflächen in der Automobilzulieferindustrie aufzeigt.

Ausstrahlungsdatum und Verbreitung

Am 2.2.2011 wird der dritte Teil der Trilogie der Programms „Nachhaltig Wirtschaften“ das erste Mal auf 3 Sat ausgestrahlt.

Neben der Fernsehausstrahlung ist der Film auch als DVD erhältlich und kann online bestellt werden.

Publikationen

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