Foto: Wood Plastic

EASEY Venture Capital Transfer

Basierend auf der Sensibilisierung und Vernetzung von Risikokapitalgebern und Entwicklern von nachhaltigen Technologien wurden Optionen zur Einrichtung einer Finanzierungsplattform entwickelt, die sich an Nachhaltigkeitsanforderungen orientiert.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Zur erfolgreichen Einwerbung von Risiko- bzw. Beteiligungskapital fehlt potentiellen Risikokapitalnehmern die Bestandsdauer (Track Record). Den Kapitalgebern fehlt die Expertise zur Beurteilung der langfristig risikomindernden Wirkung von Nachhaltigkeitstechnologien.

Inhalte und Zielsetzungen

Das Ziel des Projektes war es, Risikokapitalgeber und Entwickler von Nachhaltigkeitstechnologien zum gegenseitigen Nutzen zu vernetzen und damit:

  • Kurz- und mittelfristig einen Wissenstransfer zu initiieren;
  • Langfristig neue Finanzierungswege zu eröffnen.

Die vorliegende Studie baut auf die Ergebnisse dreier Projekte "EASEY I - Ecological and Social EfficiencY", "Ecological and Social Efficiency Index - EASEY X" sowie "EASEY Online Rating (EOR) Roadmap" auf, die im Rahmen der Programmlinie Fabrik der Zukunft durchgeführt wurden. Es verknüpft die dort entwickelten kapitalmarkt- wie auch kreditmarktorientierten Bewertungsmethoden und -instrumente. Es wurde die Nachhaltigkeitsbewertung in weiteren Segmenten des Finanzmarktes verbreitert. Dazu werden Projekte zu "Nachwachsende Rohstoffe" aus dem Fabrik der Zukunft Programm gewählt.

Methodische Vorgehensweise

  1. Ist-Zustandsanalyse - Grundlage dafür bildeten neben einer Bestandaufnahme mittels Literaturrecherche, Interviews mit Vertretern der Zielgruppen Technologieentwickler und Finanzmarktteilnehmer.
  2. Wechselweise Sensibilisierung und Vernetzung - Sensibilisierung der Risikokapitalgeber in Bezug auf nachhaltige Entwicklung und entsprechende Technologien, der Entwickler in Bezug auf Markt- und Dienstleistungsorientierung. Inhalt der Workshopserie "Sensibilisierung" war der wechselseitige Austausch von Verständnissen von Nachhaltigkeit und das anschließende Matching entsprechender Kriterien zur Bewertung.
  3. Wege zur Vernetzung (Capacity Building) für den Aufbau einer Finanzierungsplattform in der Form eines Fonds (ESIX). In einem weiteren Workshop "Vernetzung" wurden Wege diskutiert die Ergebnisse der beiden ersten Schritte langfristig über eine Plattform in die Finanzierungspraxis zu implementieren.

Ergebnisse

Es wurden einerseits Risikokapitalgeber und Entwickler von Nachhaltigkeitstechnologien vernetzt und kurz- und mittelfristig ein Wissenstransfer initiiert, sowie andererseits ein Konzept erarbeitet, um langfristig neue Finanzierungswege zu eröffnen.

Im Rahmen der wechselweisen Sensibilisierung und Vernetzung wurden Übereinstimmungen zum Thema "Nachhaltigkeit und deren Finanzierung" identifiziert und Widersprüche, bzw. Zielkonflikte aufgezeigt und erörtert. Im Laufe des Projekts konnten die jeweiligen Blickwinkel erweitert werden. Ebenso wurden Optionen für das Management des Entwicklungsprozesses von Nachhaltigkeitstechnologien zur Deckung des Informationsbedarfs von Investoren aufgezeigt.

Auf dieser Grundlage wurden die Anforderungen der beiden Gruppen aneinander erörtert und eine Anleitung zum gemeinsamen Umgang mit den Verschiedenheiten erarbeitet. Es konnte dabei festgestellt werden, dass die beiden Gruppen - Technologieentwickler und Risikokapitalgeber - bisher zu wenig miteinander kommunizieren. Differenzen im Hinblick auf Entwicklungsziele ergeben sich dabei aus wechselseitiger Unkenntnis individueller Motivationen und Entwicklungszielen. Zudem trägt das jeweilige Umfeld Einschränkungen und Möglichkeiten heran, die in den Entscheidungen berücksichtigt werden müssen. Kriterienentwicklung und Transparenz stellen sich dabei als die Hauptthemen dar, um Verständnisgrundlagen für eine Kooperation zu schaffen.

Aus den im Rahmen der Sensibilisierung und Vernetzung erarbeiteten Ansätzen wurden neben politischen Handlungsoptionen wie u. a. die Entwicklung eines Private Equity-Gesetzes nach internationalem Vorbild und die Wiederaufnahme von öffentlichen Garantiesystemen, auch die Struktur und Handlungsoptionen zur Umsetzung einer Finanzierungsplattform abgeleitet, die einem Nachhaltigkeitsanspruch genügen.

Dieser Nachhaltigkeitsanspruch wird vor allem durch

  • Transparenz und einem
  • niedrigschwelligen Zugang für Entwickler erreicht.

Das gesamte institutionelle Arrangement, das Technologieentwicklungen von der Forschung über die Unternehmensgründung bis zum Markterfolg führt, soll sich an dieser Finanzierungsplattform ausrichten. Die Gründungen aus Forschungsprojekten und anderen einschlägigen geförderten Projektfinanzierungen sind dabei die Zielgruppe.

Die Handlungsoptionen zur Errichtung einer Finanzierungsplattform wurden entsprechend den Phasen des Engagements (Kompetenzaufbau, Bewertung und Auswahl, Einstiegs-Bedingungen, Betreuung, Exit) und nach den Akteuren (Investoren, Intermediäre, Unternehmen, Entwickler) gegliedert und entwickelt.

Publikationen

Nachhaltigkeitstechnologien und Risikokapital

EASEY Venture Capital Transfer
Schriftenreihe 06/2010 J. Marchart, R. F. Paulesich, S. Schidler, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 88 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Dr. Jürgen Marchart
AVCO - Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation

Projekt- und Kooperationspartner

  • Dr. Reinhard Paulesich
    Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Regional- und Umweltwirtschaft

Kontaktadresse

AVCO - Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation
Dr. Jürgen Marchart
Mariahilfer Straße 54/3/6, A-1070 Wien
Tel.: +43/1/526 38 05 - 0
Fax: +43/1/526 38 05 - 10
E-Mail: office@avco.at
Web: www.avco.at

This content in English

Diese Seite teilen ...

zum Anfang