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Das nachhaltige Krankenhaus

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Ausgangssituation

Nachhaltige Entwicklung ist ein Prozess, der die Zukunftsfähigkeit unsererGesellschaft sichern soll. Dabei ist die Gesundheit sowohl als Ergebnis alsauch als Voraussetzung von zentraler Bedeutung – nachhaltige Entwicklungunterstützt und fördert einerseits die Gesundheit und andererseits erscheinteine nachhaltige Entwicklung ohne Berücksichtigung von Gesundheitsaspektennicht möglich.

Krankenhäuser, die Kernorganisationen des Gesundheitssystems, können alsImpulsgeber einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie in ihrer FunktionsweiseKriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. Krankenanstalten haben ein großesPotenzial zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsmodellen. Komplexe Abläufe, hoheQualitätsansprüche, Notwendigkeit von Kosteneinsparungen, Engpässe imPflegebereich, Personalbelastung hoher Energiebedarf und hohes Abfallaufkommensind Aspekte, die mit Hilfe von integrierten Ansätzen ganzheitlich optimiertwerden können.

Ziele und Herausforderungen

Ziel dieser vom bmvit geförderten Projektreihe war die erstmaligeÜbertragung des Konzeptes der nachhaltigen Entwicklung auf ein Krankenhaus.

In mehrjähriger Kooperation mit den Projektpartnern wurden vom Otto WagnerSpital innovative Ansätze für ein „Krankenhaus der Zukunft“entwickelt und erprobt. In einem weiteren Schritt werden diese Ansätze nun auchauf weitere Einrichtungen des Gesundheitswesens - insbesondere Krankenhäuser -übertragen.

Kern der Projekte war es Nachhaltigkeit als unternehmerisches Leitprinzip imOtto Wagner Spital zu verankern. Diese Nachhaltigkeitsorientierung umfasste dielangfristige Integration ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte in dendrei zentralen Bereichen:

  • Steuerung des Unternehmens (normative Ebene),
  • Ausrichtung des zukünftigen Angebots (strategische Ebene)
  • und tägliche Leistungserbringung (operative Ebene).

Nachhaltigkeit bedeutet für mich schlicht Überlebensfähigkeit. (Josef Aumayr, Technischer Direktor des Otto Wagner Spitals)

Die wichtigsten Ergebnisse der Projektreihe (Fabrik der Zukunft2004-2008)

  1. Die Machbarkeitsstudie
  2. Die Erprobungsphase
  3. Die Transferphase
  4. Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Machbarkeitsstudie

Projekttitel: Das nachhaltige Krankenhaus. EineMachbarkeitsstudie zur Realisierung nachhaltiger Dienstleistungen imKrankenhaus (2004 – 2005)

Aufgabe des Projekts “Das nachhaltige Krankenhaus“ war es, mitund für ein Pilotkrankenhaus ein bislang noch kaum bearbeitetes Thema, dieÜbertragung des Konzepts nachhaltiger Entwicklung auf ein Krankenhaus, zubearbeiten. Dazu bedurfte es unterschiedlicher wissenschaftlicher Zugänge undden Dialog mit der Praxis.

Über 10 Monate arbeiteten ein Wissenschaftsteam aus den Bereichen SozialeÖkologie, Gesundheitssoziologie und Umweltökonomie mit dem Otto Wagner Spital,dem Wiener Krankenanstaltenverbund und dem Koordinator des ÖsterreichischenNetzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser zusammen. Durch die exemplarischeÜberprüfung der Durchführbarkeit sollten Grundlagen für ein Umsetzungsprojektgeleistet werden.

Das Projekt hatte vier Ziele:

  1. Identifizierung von relevanten Bereichen mitbedeutenden Verbesserungspotenzialen im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftens im Krankenhaus.
  2. Identifizierung der zur Nutzung der Verbesserungspotenziale Erfolg versprechendsten Anwendungsbeispiele.
  3. Entwicklung oder Auswahl intelligenter Instrumente zur effektiven, effizienten und nachhaltigen Implementierung/Realisierung der Anwendungsbeispiele.
  4. Vorbereitung eines Demonstrationsprojektes, um eine umsetzungsorientierte, praxisnahe Entwicklungslinie zur Realisierung großer Verbesserungs- und Entlastungspotentziale im Krankenhaus zu generieren.

Im Laufe der Zusammenarbeit wurde ein Arbeitsmodell zur nachhaltigenEntwicklung für ein Krankenhaus und ein Bewertungsraster für Nachhaltigkeiterstellt. Folgende drei Interventionsbereiche mit bedeutendenVerbesserungspotenzialen wurden ausgehend von den aktuellen Problemfeldern imKrankenhaus identifiziert:

  • Das Managementsystem für eine intelligente Organisation beschäftigt sich mit Wissensproduktion zum Management eines geplanten Wandels. Es soll eine Basis dafür geschaffen werden, innerhalb der gesamten Organisation eine Entwicklung zu fördern, die darauf abzielt, das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung auf Dauer in der Organisation zu verankern.
  • PatientInnenorientierte, effiziente Leistungs- und Kapazitätsplanung am Beispiel Weaning Center4. Das Weaning Center an der Ersten Lungenabteilung des Otto Wagner Spitals ist ein Musterbeispiel einer auf veränderte Rahmenbedingungen reagierenden Bedarfsplanung, die einen Beitrag zu einer qualitätsvollen, patientInnenorientierten, effektiven Leistungs- und Kapazitätsplanung leisten kann und auf Bedarfsplanungen anderer Abteilungen übertragbar sein wird.
  • Gesundheitsfördernde Aufgabenerfüllung am Beispiel Bauen – Arbeiten – Wohnen setzt direkt im Kerndienstleistungsbereich einer Abteilung des psychiatrischen Zentrums des Otto Wagner Spitals an. Im Rahmen der Übersiedlung einer Station dieser Abteilung für Alkoholkranke in einen renovierten Pavillon, bearbeitet es ausgehend von der baulichen und räumlichen Gestaltung des Arbeits- und Wohnbereiches, die Planung von Arbeitsstrukturen und Arbeitsprozessen in Hinblick auf Effizienz, MitarbeiterInnenorientierung/MitarbeiterInnengesundheit und ökologischer Verträglichkeit.

Diese drei Ansätze wurden im Rahmen eines Fabrik der Zukunft Folgeprojektesüber einen längeren Zeitraum konkret erprobt:

Die Erprobungsphase

Projekttitel: „Das nachhaltige Krankenhaus. Einewirtschaftsbezogene Grundlagenforschung zur praktischen Erprobung in einemPilotkrankenhaus.“ (2006-2008)

Aufbauend auf die oben erwähnte Machbarkeitsstudie wurde das "nachhaltigeKrankenhaus" in einer engen transdisziplinären Kooperation über einen Zeitraumvon zwei Jahren erprobt. Dabei wurden die im Rahmen der Machbarkeitsstudieidentifizierten drei Interventionsbereiche mit bedeutendenVerbesserungspotenzialen direkt in der Praxis getestet.

Eingebunden waren das Top-Management und MitarbeiterInnen aus dem ärztlichenund pflegerischen Bereich des Pilotspitals, dem Otto Wagner Spital, eineVertreterin der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), dieDirektoren der Berliner Immanuel Diakonie Group und ein interdisziplinäresWissenschaftsteam.

Ziel war es Nachhaltigkeit mit bereits eingeführten Konzepten derGesundheitsförderung, des Qualitäts- und Umweltmanagements und derMitarbeiterInnen- und PatientInnenorientierung zu verknüpfen und als wichtigesunternehmerisches Leitprinzip im Pilotkrankenhaus zu verankern. Um das"nachhaltige Krankenhaus" erfolgreich zu etablieren, muss der Nutzen fürKrankenhäuser plausibel und der Beitrag zur gesellschaftlichen Nachhaltigkeitnachvollziehbar sein. Das wurde in drei für eine nachhaltige Entwicklung imKrankenhaus prioritäre Bereiche erprobt:

  1. Nachhaltige Unternehmensführung: Einführung von Nachhaltigkeit in das normative und operative Management des Pilotspitals:
    Derzeit befinden sich Krankenhäuser in einem Wandlungsprozess hin zu kundInnenorientierten komplexen Dienstleistungen. Dabei gilt es unterschiedliche Managementinstrumente zu definieren und entwickeln, die im Sinne der Nachhaltigkeit an die jeweilige Situation adaptiert werden können. Sachlich bedeutet dies, Instrumente zur nachhaltigen Unternehmungsführung zu entwickeln. Die ökonomische, soziale sowie ökologische Aspekte integrieren und darüber hinaus diese Aspekte mit einer klaren Zukunftsvorstellung verbinden und damit ausbalancierte Entscheidungen begünstigen.
  2. Nachhaltige Angebotsplanung am Beispiel Weaning Center (pneumologisches Kompetenzzentrum):
    Planung eines neuen Versorgungsmodell für langzeitbeatmete PatientInnen ("Weaning Center") unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung mit dem Ziel das Verbesserungs/Einsparungspotenzial einer nachhaltigen Angebotsplanung aufzuzeigen:

    effizienter Ressourceneinsatz (Geld, physische Ressourcen, Zeit) bei hoher Versorgungsqualität mit Hilfe von gezielten Bedarfserhebungen durch bspw. den Wiener Krankenhausverbundes (KAV)

  3. Gesundheitsfördernde Aufgabenerfüllung am Beispiel Bauen – Arbeiten – Wohnen:
    Dabei geht es schwerpunktmäßig um die nachhaltige Leistungserbringung auf Stationsebene: Umsetzbarkeit von Nachhaltigkeit im Spitalsalltag.

    Ziel dieses Interventionsbereiches war das Erarbeiten eines Konzepts der Ablauforganisation für eine nachhaltige Leistungserbringung und die beispielhafte Erprobung ausgewählter Verbesserungsmaßnahmen auf einer Pilotstation. Der dabei entwickelte Maßnahmen- und Empfehlungskatalog soll dann in weiterer Folge auf andere Stationen übertragen werden.

    Weiters galt es die Auswirkung von baulichen und räumlichen Strukturen, vor dem Hintergrund einer ökologischen Generalsanierung des Pavillons der Pilotstation, auf die Leistungserbringung zu definieren.

    Um eine nachhaltige Ablauforganisation zu ermöglichen wurde ein Selbstbewertungsinstrument eingeführt. Mit Hilfe diese 6 Stufen Systems konnten die MitarbeiterInnen die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Station einschätzen. Die Akzeptanz dieses entwickelten Selbstbewertungsverfahrens war sowohl von Seiten der Krankenhausleitung sowie von Seiten der MitarbeiterInnen relativ hoch und zeichnet sich vor allem durch den partizipativen Charakter aus. So kann das Umweltleitbild und/oder die Gesundheitsförderungsziele des Gesamthauses auf die jeweiligen Stationsebene übertragen werden und ein starkes „Commitment“ der einzelnen MitarbeiterInnen erzielt werden. Dies kann schlussendlich zu einer raschen Lösungsfindung und Umsetzung der Ergebnisse auf kleinster Ebene führen.

    Die Auswirkungen der baulichen Maßnahmen wurden auf drei Ebenen evaluiert: auf der objektiven Ebene durch Messdaten zur Innenluftqualität, auf einer plausiblen Ebene durch Herstellung des Zusammenhangs zwischen wissenschaftlichen untersuchten Kriterien und umgesetzten Maßnahmen und auf der subjektiven Ebene durch eine Befragung der MitarbeiterInnen.

Resümee und Zentrale Ergebnisse

  • Ein auf „Zukunftsfähigkeit“ ausgelegtes Spital braucht ein Ziel- und Messsystem, das auf die Vision abgestimmt ist und auf die wesentlichen Unternehmensstrategien und –ziele fokussiert. Dabei hat sich die direkte Kommunikation mit den Stakeholdern bzw. MitarbeiterInnen als ausschlaggebend und sehr vorteilhaft herausgestellt.
  • Die Potenziale einer mehrdimensionalen Optimierung können vor allem dann voll ausgeschöpft werden, wenn der Handlungsspielraum in der Planungsphase genutzt wird. Damit ist die nachhaltige Angebotsplanung die Schlüsselstrategie zur Etablierung einer „nachhaltigen Krankenhauses“.
  • Ausschlaggebend zur Umsetzung von nachhaltigen Kriterien ist die Nutzung der Expertise vor Ort zur Identifizierung von Problemen und deren Lösungsansätze bei gleichzeitig höherer Akzeptanz und Mitarbeit der Beteiligten.

Die Transferphase

Projekttitel: Projektbeschreibung: Das nachhaltige Krankenhaus. Transferphase

Nach zwei „Fabrik der Zukunft“ Vorläuferprojekten zum"nachhaltigen Krankenhaus" ("Machbarkeitsstudie"2004-2005 und "Erprobung in einemPilotspital" 2006-2008) will das transdisziplinäre Projektteam dieErgebnisse und zentralen Erkenntnisse aus der mittlerweile über vierjährigentransdisziplinären Kooperation über das Pilotspital hinauszielgruppenspezifisch verbreiten. Die vorgeschlagene breit gefächerteTransferstrategie soll folgende Zielgruppen erreichen:

  • Wiener Krankenanstaltenverbund und dessen Krankenhäuser (Führungskräfte, Qualitäts- und UmweltmanagerInnen, MitarbeiterInnen aus Medizin und Pflege, ärztliches Personal sowie KrankenpflegerInnen in Ausbildung)
  • Netzwerke gesundheitsfördernder Krankenhäuser (österreichisches, deutschsprachiges und internationales)
  • Krankenhausmanagement, Gesundheitsförderung und transdisziplinäre Forschung und deren Fachzeitschriften

Ziele der Transferphase

  • Impuls zu einem "Roll out" der zentralen Projektergebnisse und zur professionellen Implementierung des Konzepts "nachhaltige Krankenhaus" in Wien und darüber hinaus, bei gleichzeitiger Bekanntmachung des Themas innerhalb einer breiten Krankenhausöffentlichkeit.
  • Stärkung des nationalen und internationalen Dialogs zum Thema Nachhaltigkeit in gesundheitsfördernden Krankenhäusern (GFK) in Österreich, Deutschland, Schweiz zur Initiierung weiterer Umsetzungsprojekte innerhalb des GFK Netzwerks.
  • Etablierung von Nachhaltigkeit als Subthema in das nationale und internationale Netzwerk gesundheitsfördernder Krankenhäuser.
  • Eingang der Nachhaltigkeitsthematik in Aus- und Weiterbildung für KrankenpflegeschülerInnen und KrankenhausmanagerInnen.

Inhalte der Transferstrategie

Die Transferstrategie verfolgt zielgruppenspezifisch unterschiedlicheAnsatzpunkte und besteht aus folgenden Kernelementen mit breit gefächertenAktivitäten:

  • Awareness: "Gebrauchsanleitung für das nachhaltige Krankenhaus" Design einer "Medikamentschachtel" mit Beipackzettel: Allgemein verständliche Einführung zur Grundidee des nachhaltigen Krankenhauses mit dem Ziel Aufmerksamkeit zu erregen, Interesse zu wecken und Motivation zu erzeugen sich näher zu informieren.
  • Zielgruppenspezifische Informationen Online verfügbare zielgruppenspezifische Anleitungen zum nachhaltigen Krankenhaus: Detaillierte Informationen und Tools aus den Erprobungsbereichen. Ziel: Orientierung und Anleitung zur Umsetzung.
  • Vernetzung
    1. Beiträge zu einer Großveranstaltungen des Wiener KAV,
    2. Inhaltliche Mitgestaltung der Konferenzen des (inter)nationalen Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (Workshops und Sessions)
    3. Mitarbeit beim Aufbau eines deutschsprachigen Netzwerks "Nachhaltigkeit im Krankenhaus" (Bern, Freiburg, Wien)
  • Veröffentlichungen in einschlägigen Medien und Fachjournalen

Zusammenfassung der Ergebnisse

Nachhaltigkeit im Krankenhaus bedeutet Krankenbehandlung undGesundheitsförderung unter Rücksicht auf die betroffenen Menschen, dienatürliche Umwelt und den effizienten Einsatz finanzieller Mittel. Dazu müssendiese Leistungen unter größtmöglicher Schonung der beteiligten und betroffenenMenschen – PatientInnen und Angehörige wie auch MitarbeiterInnen –,der natürlichen Umwelt und der finanziellen Mittel erbracht werden.

Unter Berücksichtigung der im Rahmen der bmvit geförderten Projektreiheerarbeiteten Schwerpunkte, konnten im Projektzeitraum herausragende Erfolge fürdas Otto Wagner Spital in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und im Sozialbereicherzielt werden:

Ökologie

Durch die breite Anwendung des Konzeptes konnten die Anliegen desUmweltschutzes stark vorangetrieben werden. So kam es beispielsweise zu einerdeutliche Verringerung der Abfallmenge in drei von fünft Krankenhaus relevantenAbfallkategorien. (Reduktion des medizinisch infektiösen Abfalls um mehr als8,7t bzw. 14%)

Darüber hinaus gelang es im Projektzeitraum, als einziges Krankenhaus dieserGröße in Österreich, die Zertifizierung nach EMAS zu erreichen. Dadurch wirdauf lange Sicht garantiert, dass alle wesentlichen Aspekte des Umweltschutzesim Otto-Wagner-Spital mittels eines angepassten Managementsystemskontinuierlich einer Verbesserung zugeführt werden

Ökonomie

Auch im Bereich der Ökonomie wirkten sich die Bemühungen des Umweltschutzesgünstig aus.

So kam es beispielweise – trotz notwendiger Öko Investitionen –zu einer Einsparung von insgesamt insgesamt 300.000 Euro.

Unabhängig davon ermöglichte und erleichterte der Einbezug desNachhaltigkeitsthemas in die Ziel- und Angebotsplanung eine Effizienzsteigerungin der Verwendung von Investitionsmitteln und in der Folge eine Ökonomisierungder Betriebskosten. Erzielbare Einsparpotenziale bei Betriebskosten bewegensich laut Modellrechnungen in der Literatur bis zu einer Höhe von 15%.

Soziales

Im sozial Bereich wurde am Beispiel der psychiatrischenRehabilitationsstation erprobt, wie erfolgreiche Zielsysteme und dieÜberprüfung der Zielerreichung durch „Nachhaltigkeitschecks“ aufStationsebene aussehen müssen. Sofern diese sowohl medizinische als auchökologische, ökonomische und soziale Kennzahlen enthalten, können sie dienachhaltige Entwicklung einer Serviceeinheit wesentlich fördern. Nachhaltigkeitkann somit auch im Stationsalltag für MitarbeiterInnen erlebbar sein unddarüber hinaus auch für Führungskräfte messbar sein. Die Ergebnisse wurdenzwischen den beiden Projektstationen ausgetauscht und sind die Grundlage fürein weiteres Ausrollen auf die mehr als 60 klinischen Stationen desOtto-Wagner-Spitals

Im Projektzeitraum wurden darüber hinaus für große MitarbeiterInnen- undPatientInnenrguppen eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, die der körperlichenund/oder mentalen Gesundheitsförderung dienen.

Bis jetzt war Nachhaltigkeit für mich ein Thema, welches nur das gesamte Krankenhaus bzw. die Leitung betrifft. Durch die Teilnahme am „Nachhaltigkeits-check“ ist mir bewusst geworden, dass wir hier auf unserer Station aber einiges zur Nachhaltigkeit beitragen können. (Christine Standfest, Stationsschwester, Otto Wagner Spital)

Abschließen bleibt zu sagen, dass die Ergebnisse in den drei Teilbereichen:Ökologie, Ökonomie sowie Soziales im wesentlichen durch die Verbesserungen derAbläufe und Entscheidungen

  • bei der strategischen Zielsetzung (normativ),
  • bei der Planung neuer Angebote (investiv)
  • und im klinischen Alltag (operativ),

erzielt werden konnten. Die Verbesserung der Erfüllung dieser dreiManagementaufgaben war Gegenstand dreier Teilprojekte des Gesamtprojekts. Fürden Erfolg wesentlich waren die Entwicklung und der Einsatzaufgabenspezifischer methodischer Innovationen.

In der letzten Projektphase wurde daran gearbeitet, die Projektergebnisseweiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens - insbesondere Krankenhäusern– zur Verfügung zu stellen und dieses Projekt längerfristig als Bausteinfür eine bessere Zukunft dient.

Ergebnispräsentation

Veranstaltung „Das nachhaltige Krankenhaus“

22. April 2010
Otto Wagner Spital, Festsaal Kurhaus, Baumgartner Höhe 1
1140 Wien, AT

Im Rahmen der Informationsveranstaltung„Das nachhaltige Krankenhaus“ werden dieErgebnisse der Projektreihe "Nachhaltiges Krankenhaus" präsentiert und Ansätzefür Energieeffizienz in Krankenhäusern vorgestellt. Darüber hinaus werden dieBest-Practice Beispiele aus Deutschland und der Schweiz zur Implementierung vonNachhaltigkeit in Krankenhäusern präsentiert. Als feierlicher Schlussakt derVeranstaltung wird dem Otto Wagner Spital für sein vorbildliches Engagement imNachhaltigkeitsbereich eine „Fabrik der Zukunft“-Urkunde verliehenund eine Tafel mit den wichtigsten Informationen und Ergebnissen angebracht.

Die Veranstaltung richtet sich an Kollegiale Führungen, Führungskräfte allerHierarchieebenen klinischer und nicht klinischer, Serviceeinheiten,PersonalmanagerInnen, Gesundheitsförderungsbeauftragte, QualitätsmanagerInnen,Umweltbeauftragte, TrägerrepräsentantInnen sowie an Finanz- undWirtschaftsverantwortliche.

Info-Veranstaltung: Das nachhaltigeKrankenhaus

Veranstaltungseinladung

Projektbeteiligte

Projektleiter und Kontakt

  • OA Dr. Karl Purzner (Projektleitung Praxis)
    SMZ Otto Wagner Spital, Wien
    Otto Wagner Spital
    Tel.: +43 (1) 91060 11305
    Mobil: +43 (664) 103 21 30
    E-Mail: karl.purzner@wienkav.at
  • DI Willi Haas
    Institut für soziale Ökologie, IFF, Universität Klagenfurt
    Schottenfeldgasse 29
    1070 Wien
    Tel.: +43 (1) 522 4000-422
    E-Mail: willi.haas@uni-klu.ac.at
  • Mag. Ulli Weisz (Projektleitung Wissenschaft)
    Institut für soziale Ökologie, IFF, Universität Klagenfurt
    Schottenfeldgasse 29
    1070 Wien
    Tel.: +43 (1) 522 4000-413
    E-Mail: ulli.weisz@uni-klu.ac.at

Projektpartner

  • SMZ Otto Wagner Spital, Wien
  • Wiener Krankenanstaltenverbund (U-KAV), Wien
  • Immanuel Diakonie Group, Berlin
  • Institut für Soziale Ökologie, IFF Wien, Universität Klagenfurt
  • Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research

Publikationen

Projektpräsentation: Das nachhaltige Krankenhaus. Erprobungsphase Dr. Karl Purzner

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