Foto: Rainbow- Fasermaterial aus Zellulose

ZERIA 3 (Zero Emissions Research in Application)

Erarbeitung von Methoden zur Umsetzung eines abfall- und emissionsfreien Produzierens. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zero Emissions-Option eine reale ist und in vielen Fällen wirtschaftlich erreicht werden kann.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Das Projekt ZERIA 3 (Zero Emissions Research in Application) ist die Fortführung der beiden Vorgängerprojekte ZERIA (Zero Emissions Research in Austria) und ZERIA 2 (Zero Emissions Research in Austria 2), welche als Ressortforschung des Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr bzw. des Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie und des WIFI finanziert wurden.

ZERIA 3 wurde im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des BMVIT abgewickelt und drei umfasste die Bereiche

  • Strategien zur Einführung abfall- und emissionsfreier Produktion
  • Methoden zur Unterstützung der Einführung, und
  • Fallstudien in mehreren Sektoren.

Als Wirtschaftpartner fungierten die Atrotech GmbH (Otto Reiter, Geschäftsführer), die die Rotreat Abwasserreinigung GmbH & CO KG (Ing. Michael Schöffel, Geschäftsführer) und die STENUM GmbH (Dr. Johannes Fresner, Geschäftsführer). Fallstudien wurden in der Joh. Pengg AG (Dipl. Ing. Torsten Kriechbaum, Umweltbeauftragter), bei Eybl International AG (Martina Gärtner, Umweltbeauftragte) und der Firma Sebring Auspuffanlagen GmbH durchgeführt.

Am Anfang des Projektes standen einige Hypothesen und Erfahrungen, die im Zuge der Arbeiten gestärkt, erweitert oder auch widerlegt wurden. Der "Zero-Emissions" - Ansatz bedient sich zwar grundsätzlich ähnlicher Methoden wie der produktionsintegrierte Umweltschutz, geht aber strategisch einen anderen Weg. Ausgehend von der Beschreibung des "ZERO EMISSONS ENTERPRISE - ZEE" (abfall- und emissionsfreies Unternehmen) als ein ideales Endresultat werden in einer rückwärts gerichteten Analyse Zwischenlösungen erarbeitet, die machbar und wirtschaftlich sind. Hierdurch vermeidet man Sackgassenentwicklungen und Technologien, die keine weiteren Ressourceneffizienzen oder Emissionsminderungen zulassen.

Die Auswertung der Fallstudien sowie der neuen Literatur ergab folgende Erkenntnisse:

  • "Zero Emissions" ist ein neuer ganzheitlicher Ansatz zu einer ressourceneffizienten Wirtschaftsentwicklung
    Die Erfahrungen der eigenen Projekte und die Aufarbeitung der Fachliteratur zeigte, dass mittels des Zero-Emissions - Ansatzes eine Weiterentwicklung des produktionsintegrierten Umweltschutzes möglich ist, der über die Ökoeffizienzmaßnahmen hinaus reicht. Bezüglich der angewandten Methoden kann auf die Erfahrungen und Vorarbeiten aus den Projekten des produktionsintegrierten Umweltschutzes aufgebaut werden.
  • Ein medienbezogener Zugang ist möglich und sinnvoll
    Zero Emissions muss nicht als Gesamtprojekt gestartet werden. Medienbezogene Zugänge wie
    • kein Abwasser
    • kein fester Abfall
    • keine Emission von Treibhausgasen
    können weitgehend unabhängig voneinander erarbeitet und umgesetzt werden.
  • Diskontinuitäten in der Wirtschaftlichkeitsrechung eröffnen betriebswirtschaftlich neue Perspektiven
    Der produktionsintegrierte Umweltschutz erbringt durch seine Effizienzansätze den Unternehmungen Ersparnisse bei den Betriebskosten für Rohstoffe und Entsorgung. Diese Einsparungen gehen proportional mit den eingesetzten Mengen und unterliegen daher dem Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Durch Zero Emissions - Ansätze lassen sich zusätzlich Fixkosten einsparen. Dies eröffnet neue betriebswirtschaftliche Vorteile, wenn es möglich ist, Anlagen oder Anlagenteile vollständig still zu legen oder zu vermeiden. Dies gilt besonders für Abwasseranlagen und Kanalanschlüsse aber auch im Bereich der Entsorgung fester Abfälle.
  • "Zero Emissions" muss die betriebliche Ebene verlassen
    Zero Emissions setzt voraus, dass alle Materialflüsse, die ein Unternehmen verlassen so gestaltet sind, dass sie einen wirtschaftlichen Wert als Rohstoff für andere Produktionsprozesse haben. Diese Problematik kann nicht nur auf der Ebene des eigenen Betriebes behandelt werden, sondern erfordert eine Zusammenarbeit mit anderen Firmen. Nur bei einer gegenseitigen Abstimmung der erforderlichen Qualitäten kann eine vollständige und wirtschaftliche Verwertung aller Non-Product-Outputs erreicht werden.

Mit Vorliegen dieses Berichtes bestehen nun die Voraussetzungen "Zero Emissions", als abfall- und abwasserfreies Produzieren in interessierten Unternehmungen umzusetzen.

Publikationen

ZERIA 3

Zero Emissions Research in Application
Schriftenreihe 14/2007 H. Schnitzer
Deutsch, 177 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Prof. Hans Schnitzer
Technische Universität Graz
Institut für Ressourcenschonende und Nachhaltige Systeme

Projekt- und Kooperationspartner

  • DI Mickael Planasch, DI Christian Zwatz
    TU Graz, Inst. f. Ressourcenschonende u. Nachhaltige Systeme
  • DI Christoph Brunner, DI Karin Taferner, DI Bettina Slawitsch
    Joanneum Research, Inst. f. Nachhaltige Techniken u. Systeme
  • Prof. DSc Ferenc Friedler
    Universität Veszprém Department of Computer Science
  • Otto Reiter
    Atrotech GmbH
  • Martina Gärtner
    Eybl International AG
  • DI Torsten Kriechbaum
    Joh. Pengg AG
  • Ing. Michael Schöffel, Robert Gampmayer
    Rotreat Abwasserreinigung GmbH & CO KG

Kontaktadresse

Technische Universität Graz
Institut für Ressourcenschonende und Nachhaltige Systeme
Prof. Hans Schnitzer
Inffeldgasse 21b, A-8010 Graz
Tel.: ++43 (316) 873 - 7467
Fax: ++43 (316) 873 - 7963
E-Mail: hans.schnitzer@tugraz.at

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