Foto: Biopolymer-Karten

Verbesserung der Wertschöpfungskette von Ölpresskuchen

Anhand einer Marktanalyse und ausgewählten Laborversuchen soll die Verwertung der Ölpresskuchen wirtschaftlich verbessert werden. Die aus der Marktanalyse resultierenden Vorschläge werden in orientierenden Laborversuchen auf ihre technische Machbarkeit überprüft und daraus eine Synopsis präsentiert.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Standardvermarktung von Rapspresskuchen als Tierfutter bringt für die verarbeitenden Unternehmen wegen der relativ niedrigen Marktpreise nur geringe Zusatzeinnahmen bei der Gewinnung von Öl aus Rapssaat. Für die verarbeitenden Unternehmen ist es deshalb sinnvoll, Optionen für höhere Wertschöpfungen aus der Verarbeitung von Presskuchen zu untersuchen. Neben ökonomisch wenig ertragreichen Vermarktungswegen als Brennstoff oder Bodenverbesserungsmittel wird vielfach die Extraktion und getrennte Vermarktung von Proteinen als ökonomisch ertragreiche Variante diskutiert.

Zur Abklärung der damit verbundenen Fragestellungen wurde in diesem Projekt ein zweistufiger Untersuchungsansatz gewählt. Ausgerichtet auf die Zielgruppe der KMU's wurden in der ersten Stufe verschiedene technische Verfahren für die Gewinnung von Proteinen aus Rapspresskuchen vergleichend getestet. Ziel dieser Tests war die Suche nach technisch leicht beherrschbaren Verfahren mit ausreichender Selektivität für die Gewinnung von Proteinen aus Presskuchen.

So wurde in experimentellen Untersuchungen im Labormaßstab ein innovatives Verfahren zur nativen Proteinextraktion in wässriger Lösung bei Raumtemperatur durch Zusatz spezieller Enzyme und Pilzextrakten entwickelt, deren technische Machbarkeit überprüft und nach positivem Ergebnis im Zuge einer Parameterstudie hinsichtlich Extraktionsausbeute optimiert. Eine weitere Methode welche zu einer weitgehenden Anreicherung der Proteine von den stick-stofffreien Extraktstoffen und Schalen führt, wurde in experimentellen Versuchen auf deren zu erreichbaren Ausbeuten geprüft.

In der zweiten Stufe wurden die Marktbedingungen für Proteine aus Rapspresskuchen und von alternativen Verwertungsmöglichkeiten für KMU's auf den Grundlagen von Literatur- und Marktanalysen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass der potenzielle Markt für Proteine aus Rapskuchen gegenwärtig von Produkten aus Sojabasis beherrscht wird. Einzelne Versuche mit Rapsproteinen haben nach mehr als zehnjähriger Entwicklungszeit noch keinen Durchbruch am Markt erreicht. Der Einstieg in diese Vermarktungsschiene ist speziell für KMU's mit sehr hohen ökonomischen Risiken und langen Vorlaufzeiten für Verfahrensentwicklung, Absicherung des Know-hows, Einholung der erforderlichen Zertifizierungen und dem Aufbau von Vertriebsschienen verbunden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist aus ökonomischen Gründen die Verfolgung dieses Vermarktungsweges nur bei ausreichender Verfügbarkeit von Risikokapital zu empfehlen.

Speziell unter den österreichischen Rahmenbedingungen bietet sich jedoch als Marktnische für KMU's die spezialisierte Verarbeitung von Presskuchen aus gentechnisch nicht veränderter Rapssaat als Futtermittel für biologisch arbeitende Betriebe an. Die Qualität der Futtermittel kann dabei durch die Schälung der Rapssaat vor dem Pressvorgang noch erhöht werden.

Publikationen

Erstellung eines Konzeptes zu den Möglichkeiten der Verbesserung der Wertschöpfungskette von Ölpresskuchen nach wirtschaftlichen, ökologischen und technischen Kriterien


Schriftenreihe 35/2009 W. Serro, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 56 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Walter Serro
AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Mitarbeiter

Dr. Helmut Markus Knoflacher, Dr. Alexander Kaufmann, Doz. Dr. Joseph Strauss, DI. Dragana Bandian
AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Projekt- und Kooperationspartner

  • Rapson

Kontaktadresse

Austrian Research Centers GmbH - ARC
Walter Serro
Donau-City-Straße 1
1220 Wien
E-Mail: walter.serro@arcs.ac.at
Tel.: +43 (0) 50550 - 3427
Web: www.arcs.ac.at

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