Zwetschke

Risikofrei zur Produktdienstleistung (RISP)

In RISP wird ein Prozessmodell für den Entwicklungsprozess von Produktdienstleistungen entwickelt. Dieses besteht aus sieben Stufen und so genannten "Toren" zwischen den Stufen. Die Fragen, die an den Toren vor dem Eintritt in die nächste Stufe beantwortet werden müssen, werden aus einer Failure Mode and Effect Analyse der einzelnen Stufen abgeleitet.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Produktdienstleistungen gelten als das Rückgrat einer zukünftigen nachhaltigen Wirtschaftsweise. Anstelle des Verkaufens von materiellen Produkten soll das "Zur Verfügung stellen von Nutzen" treten. RISP (Risikofreie Produktdienstleistung) geht von der Frage aus, warum sich nachhaltige Produktdienstleistungssysteme am Markt nur zögerlich umsetzen und mit welchen Strategien eine rasche, zielgerichtete, am Markt erfolgreiche Umsetzung neuer Ideen für Produktdienstleistungen unterstützt werden kann. Verschiedene Risiken behindern den Entwickler bei der Einführung, reduzieren die Akzeptanz und den wirtschaftlichen Erfolg. Diese Risiken und ihre Beeinflussbarkeit wurden bisher in der Literatur kaum behandelt. Systematische Beiträge zum Risikomanagement von nachhaltigen Dienstleistungen, die aus der Motivation zur Umsetzung einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise entwickelt wurden, sind den Autoren bisher nicht bekannt.

Ziel des Projektes RISP war es, ein Vorgehensmodell zur Entwicklung von Produktdienstleistungen, insbesondere für endkundennahe Dienstleistungen zu entwickeln, das gewährleistet, dass

  • ein systematischer und geplanter Innovationsprozess im Unternehmen abläuft
  • Risiken aufgrund der Kundendefinition, seines Umfeldes, der Angebotsdefinition, der Finanzierung, mangelnder Ressourcen, der rechtlichen Situation rechtzeitig vorausschauend erkannt werden
  • geeignete Strategien entwickelt werden, die auf die spezielle Situation der Entwicklung von Produktdienstleistungen von kleinen und mittleren Betrieben eingehen und über übersichtliche Portfolios nachvollziehbar und eindeutig auf die Situation des Entwicklers zugeordnet sind

In allen Stufen verläuft parallel die eigentliche technische Entwicklung der Dienstleistung, die Entwicklung eines Marketingansatzes und die Berücksichtigung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Dabei wird streng nach dem Motto "vom Groben ins Detail" vorgegangen.

Risiken und Hemmnisse in den einzelnen Stufen der Entwicklung einer Produktdienstleistung wurden anhand von Literatur und der Analyse von Fallstudien unter Nutzung der Fehlermöglichkeiten- und Einflussanalyse (FMEA) untersucht.

Auf der Basis dieser Ergebnisse wurden die Tore für das Stage-Gate-Modell definiert. Zweckmäßige Fragen für das Durchschreiten dieser Tore wurden aus der FMEA-Analyse abgeleitet. Zur Dokumentation der einzelnen Schritte und Tore wurde ein Formularsatz erstellt.

Der RISP-Entwicklungsprozess einer Dienstleistung (mit den verwendeten Modellierungsansätzen, Produkten und Bezeichnungen der Tore)

1. Ideengenerierung

  • Produkt: Dienstleistungsidee
  • Tor: 1. Ideencheck

2. Feststellung der Reichweite

  • Modell: Kundenmodell (Systemmodell)
  • Produkt: Dienstleistungsidee
  • Tor: 2. Strategiecheck

3. Festlegen des Rahmens

  • Modell: Dienstleistungsmodell (Prozessmodell)
  • Produkt: Dienstleistungskonzept
  • Tor: 3. Machbarkeitscheck

4. Entwicklung der Dienstleistung

  • Modell: Ressourcenmodell (Zeit-, Aufwandsmodell)
  • Produkt: Geschäftsplan
  • Tor: 4. Anwendbarkeitscheck

5. Test der Dienstleistung

  • Produkt: Testplan
  • Tor: 5. Akzeptanz- und Begeisterungscheck

6. Markteinführung

  • Produkt: Markterfolg
  • Tor: 6. Marktcheck

7. Review

 

Das Vorgehensmodell wurde abschließend auf vier Fallstudien angewendet.

So wurde ein Prozess entwickelt, der den Stand des Wissens über erfolgreiches Innovationsmanagement nutzt, alle Risiken bei der Entwicklung von Produktdienstleistungen erfasst, mit Prioritäten versieht, Strategien zu ihrer Beherrschung angibt und nachvollziehbare Kriterien für den Forschritt im Entwicklungsprozess schafft. Dadurch wird der Prozess der Entwicklung von Produktdienstleistungen handhabbar, kontrollierbar und gleichzeitig lehrbar.

Es hat sich gezeigt, dass das Erlernen der Anwendung des RISP Modells in Workshops unter Anleitung am zielführendsten ist. Die systematische, stringente Anwendung komplexer Tools speziell in KMU's ohne Begleitung durch erfahrene Berater erscheint nach den Erfahrungen des Projektteams nicht realistisch. Eine nur teilweise oder unvollständige Anwendung erzeugt oft mehr Aufwand als Nutzen.

Als weiterführende Arbeiten ist zu empfehlen, für die Arbeit in Workshops zur Entwicklung von Produktdienstleistung detaillierte Werkzeuge für die einzelnen Stufen zu schaffen. Das umfasst Moderationspläne, Checklisten und angepasste Formulare.

Somit wird RISP eine breite Multiplikatorwirkung zur Entwicklung von Produktdienstleistungen durch KMUs erzielen.

Publikationen

Risikofrei zur Produktdienstleistung (RISP)

Schriftenreihe 42/2007 J. Fresner, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 175 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Dr. Johannes Fresner
STENUM GmbH

Projekt- und Kooperationspartner

  • DI Jürgen Jantschgi
    Außeninstitut der Montanuniversität Leoben
  • DI Mikael P. Henzler
    Adelphi Consult GmbH, Berlin
  • DI Stefan Melnitzky
    ARECON GmbH, Wien
  • Dr. Robert Wimmer
    GrAT - Gruppe Angepasste Technologie, TU Wien
  • Prof. Walter Stahel
    Institut für Produktdauerforschung, Genf

Kontaktadresse

Dr. Johannes Fresner
STENUM GmbH
Geidorfgürtel 21
A-8010 Graz
Tel.: +43 316 367156-0
Fax: +43 316 367156-13
Internet: http://www.stenum.at
E-Mail: office@stenum.at

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