Foto: Biopolymer-Karten

FARB & STOFF - Sustainable Development durch neue Kooperationen und Prozesse

Neue Partnerschaften zwischen Landwirtschaft und Industrie zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe: gezeigt am Beispiel der Textilfärbung mit Farbstoffen aus der Natur

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Verwendung von pflanzlichen Farbstoffen in der Textilfärbung ist eine alt bekannte Nutzungsform nachwachsender Rohstoffe, die in diesem Projekt aufgegriffen und den technischen, ökonomischen und ökologischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechend adaptiert wurde. Fokus war, sämtliche Voraussetzungen für den betrieblichen Einsatz von Pflanzenfarbstoffen zu schaffen. Auf der Basis der Anforderungen der färbenden Betriebe wurden konkrete Lösungen entwickelt, um Pflanzenfarbstoffe für betriebliche Textilfärbungen anschlussfähig zu machen.

Lebensmittel und Holz verarbeitende Betriebe als Rohstoffanbieter wurden mit den färbenden Betrieben der Textilbranche als Nachfrager vernetzt. Die Berücksichtigung der jeweiligen Anforderungen und die Nutzung bestehender Infrastruktur sollte es ermöglichen, den Ressourceninput und die Kosten für die Verarbeitung gering zu halten.

Die Vernetzung erfolgte mittels Produktions-Nutzungsketten, welche den Weg des Färbematerials vom Rohstoff bis zum gefärbten Textil beschreiben. Die Erstellung und Optimierung nachhaltiger Produktions-Nutzungsketten stellt sich als multikriterielles Entscheidungsproblem dar: Das Ziel, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, lässt sich in Unterziele gliedern, deren Erfüllung zum Teil in Widerspruch zueinander steht. Damit kann die Annäherung an ein Ziel das Abweichen von einem anderen Ziel bewirken. Die überaus komplexe Problemstellung wurde in diesem Projekt durch Definition eines übergeordneten Ziels und mittels Diskussion und Dialog gelöst. Der Entscheidungsprozess zur Erstellung und Optimierung der Produktions-Nutzungsketten verlief projektbegleitend in Form eines Ausschlussverfahrens (siehe Graphik) und umfasste drei einander nachgeordnete Kategorien:

  1. Färbetechnische Machbarkeit
  2. Machbarkeit der betrieblichen Umsetzung
  3. Betriebswirtschaftliche Machbarkeit

Folgende Ergebnisse liegen vor: Farbkarte für Pflanzenfarbstoffe, gefärbte Produkte (Wollspule, Strickstücke, Strumpfhosen), Definition eines standardisierten Farbstoff-Produkts (abmischbare Beutel mit trockenem, zerkleinerten Pflanzenmaterial), Kostenabschätzungen der Farbstoffbereitstellung, Erarbeitung einer modellhaften Versorgungs- und Verarbeitungsstruktur. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen wurden in einem Leitfaden als Hilfestellung zur Initiierung neuer Kooperationen zwischen Anbietern und Nachfragern zusammengefasst.

Die wichtigsten Empfehlungen für die Forschungs- und Förderungspolitik sind folgende:

  • Förderung von Entwicklungsvorhaben entlang der gesamten Produktions-Nutzungskette;
  • Gezielte Förderung der nachfrageseitigen Optimierung von Stabilisierungs- und Standardisierungsverfahren;
  • Unterstützung der Innovationsvorhaben von Klein- und Mittelbetrieben durch die Förderung von Personalkosten (Beispiel: Innovationsassistent in Niederösterreich);
  • Nutzung von erneuerbaren Energieträgern bei der Aufbereitung von nachwachsenden Rohstoffen (Beispiel: solar unterstützte Trocknung, Deckung des Restenergiebedarfs aus Biogas: Nutzung der Wärme aus der Kraftwärmekopplung im Sommer).

Publikationen

FARB & STOFF - Sustainable Development durch neue Kooperationen und Prozesse

Schriftenreihe 25/2003 S.Geissler, E.Ganglberger
Deutsch, 173 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiterin:
Mag. Susanne Geissler
Österreichisches Ökologie Institut

Partner:
Univ. Prof. Dr. Thomas Bechtold
Institut für Textilchemie und Textilphysik der Leopold-Franzens Universität Innsbruck

DI Otto Schütz, DI Anna Hartl
ÖVAF, Österreichische Vereinigung für agrarwissenschaftliche Forschung

Wolfgang Haertl
Schöller Bregenz GmbH & CoKG

Ingo Mangold
Wolford AG

Kontakt

Mag. Susanne Geissler
Österreichisches Ökologie Institut
Seidengasse 13
A 1070 Wien
Tel.: +43 1 523 61 05-16
Fax: +43 1 523 58 43
E-Mail: geissler@ecology.at

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