Zwetschke

Energiestrategie Österreich

2010 wurde vom Wirtschafts- und dem Umweltministerium die Energiestrategie Österreich vorgestellt. Sie enthält Maßnahmenvorschläge, die die 20/20/20-Ziele der EU in Österreich umsetzen helfen sollen.

Im Frühjahr 2010 wurde vom Wirtschafts- und dem Umweltministerium die Energiestrategie Österreich vorgestellt. Sie enthält Maßnahmenvorschläge, die die 20/20/20-Ziele der EU in Österreich umsetzen helfen sollen. Ihre Ziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Stabilisierung des Endenergiebedarfs auf dem Niveau von 2005: 1.100 PJ
    Sektorale Verbrauchsziele:     
    • Gebäude: - 10 %
    • Haushalte, Gewerbe, Dienstleistung, Landwirtschaft, Kleinverbrauch: + 10 %
    • Energieintensive Unternehmen: + 15 %
    • Mobilität: - 5 %
  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie von 28,8 % (2008) auf min. 34 %
  • Sicherstellung der Energieversorgung durch Effizienz, erneuerbare Energien, Importdiversifizierung, Leitungsausbau etc.

Maßnahmenvorschläge

Um die Ziele zu erreichen, wurden Maßnahmenvorschläge für folgende Bereiche ausgearbeitet:

  • Übergreifende Maßnahmen: z.B. Energieeffizienzgesetz auf Bundesebene mit entsprechenden Regelungen der Länder; Bundes-Klimaschutzgesetz; Screening und Anpassung der Förderinstrumente; Ökologische Steuerreform
  • Gebäude: z.B. Weiterentwicklung der rechtlichen Vorgaben im Gebäudebereich (z.B. Verschärfung der Bauordnungen, Sanierungsverpflichtung etc.); Weiterentwicklung Förderkriterien und -instrumente im Gebäudebereich; Forcierung von Contracting und Energy-Service-Companies
  • Produktion & Dienstleistungen in Industrie und Gewerbe & Kleinverbrauch: z.B. Energieberatung für KMU und Haushalte; Einführung von Energiemanagementsystemen und Energiekonzepten; Effizienzsteigerung durch Standards und steuerliche Anreize; Ökologisierung der öffentlichen Beschaffung
  • Mobilität: z.B. Neuorientierung der Verkehrs- und Raumplanung; Ausbau und Vernetzung von öffentlichem Verkehr und kombinierten Systemen für den Personenverkehr; Steuerliche Anreize für eine energieeffiziente Mobilität; schrittweise, flächendeckende Einführung von Elektromobilität in Österreich
  • Energiebereitstellung: z.B. Ausbau der Wasserkraft; Neufassung des Ökostromgesetzes; Energieraumplanung; Mobilisierung von Biomasse und der Einsatz in Nah- und Fernwärmenetzen (inkl. Mikronetzen); Einsatz von Biomethan in allen Anwendungssegmenten; Energieraumplanung in der Wärmeversorgung
  • Energieversorgungssicherheit: z.B. Ausbau der el. Übertragungs- und Verteilernetze, von Fernwärme und -kälte; Verfügbarkeit von konventionellen Energieträgern sicherstellen; Ausbau und Absicherung der Speicherkraftwerke zur Integration der Erneuerbaren Energien; Smart Grids / Smart Metering

Umsetzung

Zwei Jahre nach Beschlussfassung wird die Energiestrategie 2012 erstmals evaluiert. Erste Ergebnisse (Bergauer-Culver, 2012; Stand: Februar 2012) zeigen, dass sich knapp die Hälfte der Maßnahmen in Umsetzung befinden oder umgesetzt wurden. Während sich die Energieintensität in den Bereichen Gebäuden“ und „Haushalten/Gewerbe“ verbessert hat, verschlechterte sie sich im Bereich Mobilität seit 2005.

Quellen

BMWFJ, BMLFUW (Hrsg.), 2010: Energiestrategie Österreich

Bergauer-Culver, B., 2012: Die österreichische Energiestrategie als Wegbereiterin für eine innovative, zukunftsfähige Energieversorgung Österreichs. 12. Symposium Energieinnovation, 15.-17.2.2012, Graz

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