Foto: Biopolymer-Karten

Smart Innovative Energy Services

An den Rollout von Smart Metering sind volkswirtschaftliche Nutzen­erwartungen geknüpft: Im Rahmen der Entwicklung von Smart Grids zeichnen sich Marktchancen für deutlich über Mindestanforderungen zu Abrechnung und Feedback hinausgehende, neue, IKT-basierte smarte Mehrwertdienste („Smart Energy Services“) ab. Durch Smart Metering ergibt sich eine neue Kommunikationsschnittstelle zu den Stromkund/innen und weiterreichende Anwendungsperspektiven für Smart Meter-Daten.

Bibliographische Daten

Schriftenreihe 30/2016
S. Moser, H. Bieser, K. de Bruyn, G. Spelic, M. Wedler
Herausgeber: bmvit
Deutsch, 118 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Es gibt zahlreiche marktnahe Geschäftsmodelle „smarter Energiedienstleistungen", die über die Kernfunktionen Energieverbrauchsabrechnung und Netzmonitoring hinausgehen, z.B. Richtung Energieverbrauchsoptimierung, Smart Home- bzw. Smart Building-Steuerung mit Fokus auf Komfort und der Handel von Systemdienstleistungen.

Smart Meter-Daten sind für viele Geschäftsmodelle nur nachrangig von Bedeutung bzw. geeignet (Datenauflösung, Bandbreite, Zeitfaktor, Unidirektionalität). Eigentlich relevante Informationen (z.B. Nutzergewohnheiten, Prognosen, Steuersignale) werden von den Service-Anbietern über andere Kanäle (Smartphone oder Internet) erhoben bzw. mit dem Kunden ausgetauscht.

Die wertschöpfende Verknüpfung aller relevanten Informationen zu kundenorientierten Nutzen organisiert der jeweilige Service-Anbieter individuell für sich. Plattformen können hier effizienzsteigernd und innovationsbeschleunigend wirken, wenn sie die Kund/innen von den Vorteilen einer Datenbereitstellung überzeugen können und wenn Anbieter einer Dienstleistung auf für das Geschäftsmodell relevante Datenbestände und Geschäftsprozesse zuverlässiger, sicherer, vollständiger und schneller zugreifen können.

Erfolgreiche Plattform-Lösungen (Facebook, LinkedIn, eBay, Google) zeigen, dass Betreiber nicht unbedingt Träger einer einzelnen Anwendung sein müssen, sondern ihr Ertragsmodell die Informationsbereitstellung an sich für verschiedene Service-Anbieter ist. Kund/innen im Sinne von Service-Nutzer/innen bezahlen ggf. „nur" mit der Freigabe von Daten.

Eine öffentliche Initiative in Österreich zur Standardisierung und Bereitstellung von Energiedaten (vgl. Green button-Initiative in den USA oder „My Energy Data" in der EU) kann eine entscheidende Basis für einen vitalen und kreativen Markt für Service-Anbieter legen.

Eine österreichische Initiative in Analogie zu „Green Button" bietet den Endkund/innen die Möglichkeit, produkt- bzw. anbieterspezifisch Energieverbrauchsdaten freizugeben.

Eine (umfassende) Daten-, Informations- und/oder Serviceplattform kann per se nicht alle Daten, die für jedes hypothetische Geschäftsmodell benötigt werden, strukturiert und kosteneffizient zur Verfügung stellen (insbesondere dann, wenn es sich um energieferne Services handelt). Daher ist es umso wichtiger, die einzelnen verfügbaren Datenquellen diesen Geschäftsmodellen strukturiert und kosteneffizient zugänglich zu machen; die Daten sollen „einfach abzuholen" und „einfach zu verarbeiten" sein.

Was bedeutet dies hinsichtlich der Bereitstellung von Energieverbrauchsdaten, insbesondere Stromverbrauchsdaten aus Smart Metern (und, aufgrund der Ähnlichkeit, aus Lastprofilzählern)? Eine österreichische Lösung soll gewährleisten, dass diese Energieverbrauchsdaten auf Wunsch, d.h. nach anbieter- oder produktspezifischer Freigabe durch die Energie-Endkund/innen (das sind Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen) den berechtigten Service-Anbietern zur Verfügung stehen.

Die Verfügbarkeit soll zum ehestmöglichen Zeitpunkt nach Auslesung der Verbrauchswerte gewährleistet sein und kann sowohl über einen Standard als auch ein gemeinsames Webportal aller Verteilnetzbetreiber geregelt werden. Die Verfügbarkeit für Dritte hat nur nach anbieter- oder produktspezifischer Freigabe der Endkund/innen möglich zu sein, wobei zwischen möglichst geringen zeitlichen oder monetären Aufwänden für die Freigabe durch die Endkund/innen einerseits und Datensicherheit/Datenschutz andererseits abzuwägen ist.

Kontakt

Energieinstitut an der JKU Linz
MMag. Dr. Simon Moser
E-Mail: moser@energieinstitut-linz.at
Web: www.energieinstitut-linz.at

B.A.U.M. Consult GmbH
Michael Wedler
E-Mail: M.Wedler@baumgroup.de
Web: www.baumgroup.de

avantsmart e.U.
DI Hemma Bieser
E-Mail: hemma.bieser@avantsmart.at
Web: www.avantsmart.at

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