Foto: Wohnhaus der SolarCity

Alternativenergie in Österreich - Marktentwicklung 2005

Der vorliegende Bericht zur Marktentwicklung von thermischer Solarenergie, Photovoltaik und Wärmepumpen im Jahr 2005, dokumentiert die steigende Bedeutung von Alternativenergien, welche wesentlich zur Umweltentlastung und zu einer deutlichen Stärkung der Wirtschaft beitragen.

Inhaltsbeschreibung

Kurzfassung

Die Solar- und Wärmepumpen-Techniken konnten sich in den letzten Jahren in Österreich deutlich am Markt weiterentwickeln.

Solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung sind heute sowohl in neu errichteten Gebäuden als auch im Rahmen der Gebäudesanierung Standard in Österreich. Insbesondere Heizungssysteme (Holz- und Biomasse-Kessel, Ölkessel), welche außerhalb der Heizsaison für die bloße Warmwasserbereitung viel zu ineffizient sind werden durch thermische Solaran-lagen ergänzt oder ersetzt. Damit kann die Schadstoffemission außerhalb der Heizsaison deut-lich reduziert, und gleichzeitig ein hoher Komfort bei der Warmwasserbereitung erreicht wer-den. In solarthermischen Anlagen zur Wärmeerzeugung in Wohngebäuden und in gewerblich genutzten Gebäuden kommen nicht-konzentrierende Kollektoren verschiedener Ausführung zum Einsatz: Flachkollektoren mit selektiver Beschichtung und Vakuumrohr-Kollektoren.

Wärmepumpen-Technologien mit Nutzung der erneuerbaren und lokal anfallenden Um-weltwärme werden als grundsätzlich umweltfreundliche Systeme zur Wärmeerzeugung einge-stuft. Mit Wärmepumpen lassen sich fossile Energieträger substituieren und damit Schadstoff- und Kohlendioxid-Emissionen reduzieren.

Solar- und Wärmepumpen-Techniken sind insbesondere für den dezentralen Einsatz geeignet und weisen damit eine hohe Wertschöpfung im kommunalen Bereich auf. Mit der lokalen Wertschöpfung wird ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Kommunen geleistet.

Bedingt durch die fehlende Förderung über das Ökostromgesetz wurde die positive Markt-entwicklung photovoltaischer Systeme in der Periode 2001 bis 2003 im Jahre 2004 stark verlangsamt, da die für photovoltaische Systeme vorgegebene Fördergrenze von 15 MW be-reits Anfang 2003 erreicht war. Die Markteinführung netzgekoppelter Photovoltaikanlagen wurde in den Jahren 2004 und 2005 nur noch durch Investitionsförderungen des Landes O-berösterreich und im geringen Ausmaß auch durch die Länder Wien und Niederösterreich unterstützt.

Für die weitere Marktentwicklung photovoltaischer Systeme in Österreich sind insbesondere kleine Netzgekoppelte PV-Anlagen in Gebäuden, mit gebäude-integrierten Solarmodulen (Dach, Fassade) von Interesse.

Österreichische Unternehmen konnten in den Bereichen Solar- und Wärmepumpen-Technologien eine Vorreiterrolle am Weltmarkt erringen, insbesondere im Bereich der Kol-lektor-Produktion, der Entwicklung von Wechselrichter und Einkapselungs-Techniken für Solarzellen, sowie auch in der Weiterentwicklung energie-effizienter Wärmepumpen-Techniken. Hohe Exportanteile bieten der österreichischen Wirtschaft gute Zukunftsoptionen auch am Weltmarkt.

Mit der rasanten Marktentwicklung solarthermischer Anlagen wurden auch neue Firmen ge-gründet, und die größte europäische Firma zur Produktion von verglasten Kollektoren ist heu-te in Österreich.

Die bemerkenswerte Marktentwicklung dieser erneuerbaren Energietechniken wurde durch enge Zusammenarbeit zwischen produzierenden Firmen und wissenschaftlichen Institutionen und finanzielle Unterstützung durch die Bundesländer möglich.

Solar-thermische Anlagen

Die Marktentwicklung solarthermischer Anlagen in Österreich konnte auch im Jahre 2005 ihre positive Tendenz fortsetzen. Im Jahre 2005 wurden in Österreich 681.500 m² Kollektor-fläche produziert, was verglichen mit 500.200 m² im Jahre 2004 einen Jahreszuwachs von +27% bedeutet. Von den produzierten Kollektoren wurden 68% exportiert; im Jahre 2004 waren es 38%.

Die in Österreich installierte Kollektorfläche lag im Jahre 2005 bei 240.000 m² - um 28% hö-her als im Jahre 2004 -, davon wurden 97% für Warmwasserbereitung und Heizung und 3% für die Schwimmbaderwärmung eingesetzt.

Ende 2005 waren um 3,009 Millionen m² Kollektoren in Betrieb, von denen 79% verglaste Flachkollektoren, 1% Vakuumrohr-Kollektoren und 20% unverglaste Kollektoren (Kunst-stoffabsorber). Die Ende 2005 installierte Heizleistung betrug 2.106 MW, und die erzeugte Nutzwärme lag bei 1.031 GWh/Jahr, entsprechend einem Heizöl-Äquivalent von 164.00 Ton-nen/Jahr.

Die Marktentwicklung solarthermischer Anlagen in Österreich war im Jahre 2005 sehr zufrieden stellend. Ein Beitrag der solarthermischen Anlagen zur Raumheizung kann in Niedrigenergie-Gebäuden geleistet werden. Erfolgversprechende und erprobte Techniken zur Heizungsein-bindung bestehen am Markt. Solaranlagen mit Heizungseinbindung konnten in den letzten Jahren ihren Anteil erhöhen. Im Jahre 2005 wurden um 25% der neu errichteten Solaranlagen mit dem Heizungssystem verbunden. Bevorzugte kombinierte Heizungsanlagen sind solar-unterstützte Pelletsheizungen und auch erdreich-gekoppelte Wärmepumpen-Heizungen.

Solar-elektrische Systeme (Photovoltaische Systeme)

Im Jahre 2005 wurden in Österreich 5.700 kW(peak) PV-Module produziert und 6.250 kW(peak) wurden importiert. Ein wesentlicher Anteil der importierten Module wurde zu Exportware verarbeitet; insgesamt wurden Module mit einer Gesamtleistung von 9.000 kW(peak) exportiert. Dies entspricht einem Produktionsanstieg von 57% und einer Exportsteigerung von 82% ver-glichen mit dem Jahr 2004. Im Jahre 2005 wurden in Österreich um 2.961 kW(peak) verkauft / installiert; davon 91,6% netzgekoppelt und 8,4% autark. Die Steigerung der verkauften PV-Leistung betrug trotz des Auslaufens der Ökostrom-Förderung im Vergleich zu 2004 immer-hin 26%, bedingt einerseits durch Investitionsförderung durch das Land Oberösterreich und andererseits durch den höheren Exportanteil.

Ende 2005 waren um 24.000 kW(peak) Solarmodule in Österreich in Betrieb, davon 88% netz-gekoppelt und 12% autark. Der berechnete jährliche Stromertrag lag Ende 2005 bei 20.800 GWh/Jahr, von dem 95% über Netzgekoppelte Anlagen und 5% über autarke Anlagen erzeugt wurden.

Wärmepumpen-Systeme

Wärmepumpen werden zur Raumheizung, Warmwasserbereitung, Raumkühlung und Wärme-rückgewinnung in Gebäuden sowie auch in industriellen Prozessen insbesondere zur Wärme-rückgewinnung eingesetzt.

Der Markt für Wärmepumpen zeigt in den letzten Jahren deutliche jährliche Zuwachsraten. Im Jahre 2005 wurden in Österreich um 9.900 Wärmepumpen-Systeme installiert, was vergli-chen mit 8.060 Wärmepumpen-Systemen im Jahre 2004 auf eine Jahreszuwachsrate von 21% hinaus läuft. Die bevorzugte Wärmequelle für Heizungswärmepumpen war im Jahre 2005 das Erdreich mit 74%, gefolgt vom Grundwasser mit 12% und der Außenluft mit 14%.

Ende 2005 waren in Österreich um 156.400 Wärmepumpen-Systeme in Betrieb, davon 70% zur Warmwasserbereitung, 28% zur Heizung und Warmwasserbereitung, und 2% zur Wärmerück-gewinnung in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung. Die Ende 2005 installierte Heiz-leistung von Wärmepumpen lag bei 1.072 MW und die erzeugte Nutzwärme bei 1.770 GWh/Jahr, mit 1.180 GWh/Jahr Umweltwärme. Die mit Wärmepumpen erzeugte Wärme ent-spricht einem Heizöl-Äquivalent von 238.000 Tonnen/Jahr.

Beitrag der Solar- und Wärmepumpen-Techniken zur Energieaufbringung in Österreich im Jahre 2005

Ende 2005 waren in Österreich die folgenden Leistungen installiert: Solarthermische Anlagen 2.106 MWthermisch, Wärmepumpen-Systeme 1.072 MWthermisch, photovoltaische Systeme 24 MWelektrisch. Der Beitrag zum Energieaufkommen lag Ende 2005 bei: solarthermische Anlagen 1.031 GWh/Jahr (thermisch), Wärmepumpen-Anlagen 1.770 GWh/Jahr (thermisch) und von photovoltaischen Anlagen 21 GWh/Jahr (elektrisch).

Downloads

Alternativenergie in Österreich - Marktentwicklung 2005

Schriftenreihe 37/2006 G. Faninger
Deutsch, 151 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Bibliographische Daten

Autor:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Gerhard Faninger Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, iff, der Universitäten Klagenfurt, Wien und Graz
Abteilung für Weiterbildung und systemische Interventionsforschung, Universität Klagenfurt

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

Klagenfurt, April 2006, 151 Seiten

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