Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Alternativenergie in Österreich - Marktentwicklung 2004

Der vorliegende Bericht zur Marktentwicklung von Thermischer Solarenergie, Photovoltaik und Wärmepumpen im Jahr 2004, dokumentieren die steigende Bedeutung von Alternativenergien, welche wesentlich zur Umweltentlastung und zu einer deutlichen Stärkung der Wirtschaft beitragen.

Inhaltsbeschreibung

Kurzfassung

Die seit dem Jahre 2000 positive Marktentwicklung thermischer Solaranlagen in Österreich konnte im Jahre 2004 fortgesetzt werden. Im Jahre 2004 wurden in Österreich ca. 500.200 m2 Kollektoren produziert (im Jahre 2003 waren es 407.100 m²), davon etwa 97,9% verglaste Flach-Kollektoren (489.800 m²), 0,6% Vakuumrohr-Kollektoren (2.900 m²) und 1,5% Schwimmbad-Absorber (7.500 m²). Dies entspricht einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von +25,5% bei den Flach-Kollektoren bzw. einen Rückgang von -37,0% bei den Vakuumrohr-Kollektoren sowie -38,5% bei den Kunststoff-Absorbern.

Von den produzierten verglasten Kollektoren (Flach-Kollektoren und Vakuumrohr- Kollektoren, 492.700 m²) wurden im Jahre 2004 64,9% (319.950 m²) exportiert. Die Steigerung der Exportrate liegt um 37,4% gegenüber 2003.

Das Inlandsmarktvolumen für verglaste Kollektoren (Flach- und Vakuumrohr-Kollektoren) lag mit 182.600 m² (166.920 m2 im Jahre 2003) um +9,4% über den im Jahre 2003 erzielten Verkaufswerten.

Bis Ende 2004 wurden in Österreich insgesamt 2,9 Millionen m² Kollektorfläche installiert. Abzüglich der Kollektoren mit Betriebszeiten über 20 Jahre waren Ende 2004 ca. 2,8 Millionen m2 Kollektoren in Betrieb.

Von der insgesamt in Österreich im Jahre 2004 installierten Kollektorfläche von verglasten Kollektoren (Flach- und Vakuumrohr- Kollektoren) in Höhe von 182.594 m² entfallen auf die Bundesländer wie folgt: Oberösterreich 23,9%, gefolgt von Kärnten 13,8%,Niederösterreich 13,1%, Steiermark 11,5%, Tirol 10,8%, Salzburg 10,3%, Vorarlberg 9,0%, Burgenland 3,7% und Wien 3,7%. Für die Schwimmbad-Absorber mit 8.900 m² im Jahre 2004 installierter Fläche ergibt sich die folgende Bundesländer-Zuordnung: Oberösterreich 45,0%, gefolgt von Niederösterreich 16,6%, Tirol 12,2%, Steiermark 7,8%, Wien 6,7%, Kärnten 5,3%, Salzburg 2,9%, Burgenland 2,6% und Vorarlberg 1,0%.

Die Einsatzbereiche für solarthermische Anlagen bezogen sich für die im Jahre 2004 in Österreich installierte Kollektorfläche von Solaranlagen - nach Firmenmeldungen - wie folgt auf die Sektoren: 70% für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und 30% für Solaranlagen mit Heizungseinbindung. Bei den Solaranlagen zur Warmwasserbereitung ergibt sich die folgende Zuordnung: 68,4% für Einfamilien-Wohnhäuser, 15,2% für Mehrfamilien- Wohnhäuser, 11,5% für Hotel- und Freizeitanlagen, 2,8% für Gewerbe- und Industriebetriebe und 2,2% für sonstige Anwendungen. Bei den Solaranlagen mit Heizungseinbindung werden eingesetzt - bezogen auf die Kollektorfläche: 46,2% in Einfamilien-Wohnhäusern, 36,2% in Mehrfamilien-Wohnhäusern, 8,9% in Hotel- und Freizeitanlagen, 1,4% in Gewerbe- und Industriebetriebe und 7,3% für sonstige Anwendungen.

Die mittlere Kollektorfläche für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung liegt zwischen 7 m² und 10 m², und für Solaranlagen mit Heizungseinbindung zwischen 15 m² und 20 m²; Berichtsjahr 2004.

Die Marktentwicklung solarthermischer Anlagen wird entscheidend von den in den Bundesländern über Länderförderungen angebotenen finanziellen Zuschüsse - vorrangig im Wohnbau - bestimmt. Die Förderungen beziehen sich - je nach Bundesland - auf direkte Zuschüsse (unabhängig vom Einkommen der Antragsteller), auf verbilligte Darlehen im Rahmen der Wohnbauförderung sowie auf Zinsenzuschüsse. Im Jahre 2004 wurden in Österreich über die Bundesländer insgesamt etwa 10.571 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von 131.328 m² mit einem Budget von etwa 21,2 Millionen Euro gefördert. Dazu kommt noch die Förderung von Solaranlagen in Gewerbe- und Industriebetrieben über die über die Umweltförderung im Inland des Lebensministeriums, abgewickelt durch die Kommunalkredit Public Consulting. Im Jahre 2004 wurden in Gewerbe- und Industriebetrieben 255 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von 11.211 m² mit einem Förderbudget von 2,076.272 € unterstützt. Die Investitionskosten betrugen 7,040.108 €.

Der Jahreswärmeertrag der noch in Betrieb befindlichen Solaranlagen lag Ende 2004 bei etwa 947 GWh/Jahr, entsprechend einem Heizöl-Äquivalent von ca. 150.000 Tonnen pro Jahr. Die aus dem Heizöl-Äquivalent abgeleitete Reduktion der energiebedingten Kohlendioxidemission beträgt derzeit (Ende 2004) etwa 471.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Im Jahre 2004 wurde im Bereich der Solarthermik ein Umsatz von geschätzten 178 Millionen Euro in Österreich erwirtschaftet. (Im Jahre 2003 waren es um 152 Millionen Euro). Damit sind etwa 2.400 Arbeitsplätze verbunden. In Österreich waren im Jahre 2004 15 Produktionsfirmen mit mehr als 1.000 m² produzierter Kollektorfläche tätig (im Jahre 2003 waren es 17).

Downloads

Alternativenergie in Österreich - Marktentwicklung 2004

Schriftenreihe 22/2005 G. Faninger
Deutsch, 211 Seiten, vergriffen

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Bibliographische Daten

Author:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Gerhard Faninger, Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universitäten Klagenfurt, Wien und Graz bzw. Abteilung für Weiterbildung und systemische Interventionsforschung der Universität Klagenfurt

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

Klagenfurt, April 2005, 111 Seiten

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