Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Wissensbasierte Sortierung von Blütenpollen

Blütenpollen für medizinische Anwendungen können von speziellen Maschinen sortiert werden. Eine integrierte Datenbank und spektrometrischer Abgleich erlauben eine präzise Trennung von Blütenpollen mit Bestimmung der Pflanzenarten.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Das Hauptnahrungsmittel der Bienen ist neben dem Nektar der Pollen. Bienen sammeln Blütenpollen, indem sie diese in den sog. Pollenhöschen an den Hinterbeinen sammeln. Imker ernten diese Pollen durch Pollenfallen am Einflugloch des Bienenhauses. Die von den Bienen gesammelten 2 bis 4 mm langen Pollenklumpen werden getrocknet und vermischt verkauft.

Blütenpollen ist ein spezielles Nahrungsmittel, und es sind viele therapeutische Wirkungen beschrieben worden. Besonders in der Allergieforschung spielen Blütenpollen eine entscheidende Rolle, da für ca. 48% aller Allergien beim Menschen Blütenpollen verantwortlich gemacht werden.

Trotz dieses hohen Potentials ist der Markt für diese Mischungen von Pollenhöschen sehr klein, da die Wirkung auf Grund der Mischung vieler Arten schwer zu erforschen und zu spezifizieren ist. Um diesem nachwachsenden Naturprodukt einen breiten Markt zu erschließen, ist es notwendig, die Blütenpollen nach ihren Arten zu sortieren.

In vorhergehenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten (Lebensmittelcluster OÖ, Fabrik der Zukunft 2.Ausschreibung) konnte eine Sortiermaschine gebaut und patentiert werde die es ermöglicht eine hochgenaue Trennung der Pollen nach Pflanzenarten durchzuführen. Mit dieser Maschine können ca. 1000kg Pollen pro Jahr sortiert werden.

Projektziele

Ziel des gegenständlichen Projektes war es zusätzlich zu dieser Trennung nach Pflanzenarten auch eine wissensbasierte Artbestimmung durchzuführen. Dies ermöglicht es schon dem Produzenten sortenreiner Pollen (Bsp. Imkervereinigung) eine erste Bestimmung der Arten ohne aufwendige Laboruntersuchungen durchzuführen.

Um dieses Ziel zu erreichen, waren folgende grundlegende Fragestellungen zu klären:

  1. Welche zusätzlichen Größen der getrennten Pollen können automatisch in der Sortiermaschine erhoben werden, um eine Artenbestimmung möglich zu machen.
  2. Welche Daten über die Pollen müssen von einer Datenbank bereitgestellt werden, um zusammen mit den gemessenen Größen eine Artbestimmung möglich zu machen (Bsp. Region, Erntezeitpunkt, Trocknungsdauer...).

Projektergebnisse

Notwendig für eine Artenbestimmung ist die Kalibrierung des Gesamtsystems auf Grund der Toleranzen und Einflussfaktoren des Farbsensors. Eine Ermittlung des Spektrums der Beleuchtung und eine anschließende Korrektur des Farbraumes sind daher in definierten Intervallen notwendig. Es konnte eine entsprechende Kalibriermethode erarbeitet werden.

Weiters müssen die Einflussfaktoren auf die Farbe der Pollen bekannt sein. Als Haupteinflussfaktoren für die Farbe der Pollen konnte im gegenständlichen Projekt der Erntezeitpunkt sowie die Region aus der die Pollenhöschen stammen ermittelt werden. Einflussfaktoren, die die Trocknung und Lagerung betreffen konnten nicht als signifikante Einflussfaktoren erkannt werden. Somit müssen für eine Artenbestimmung Herkunft und Erntezeitpunkt aufgezeichnet werden und der Sortiermaschine bereitgestellt werden.

Es wurde daher eine einfache Datenbank implementiert, die zur Laufzeit der Sortierung die entsprechenden Informationen zur Verfügung stellt und zusammen mit den Farbwerten eine Artenbestimmung ermöglicht.

Publikationen

Wissensbasierte Sortierung von Blütenpollen

Schriftenreihe 07/2007 W. Reisner, Herausgeber: BMVIT
Deutsch, 45 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter:

Profactor Produktionsforschungs GmbH
DI Werner Reisner
Im Stadtgut A2
4407 Steyr-Gleink
Telefon: ++43 7252 885 0
Fax: ++43 7252 885 101
E-Mail: werner.reisner@profactor.at

Projektpartner:

  • Austria Consult Beratung und Organisation
  • IH-Tech Sondermaschinenbau und Instandhaltung GmbH
  • Lumitech Produktion und Entwicklung GmbH

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